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Sonnenallergie

Mit Sonnenallergie ist meist die polymorphe Lichtdermatose gemeint: juckende rote Flecken, Knötchen oder Bläschen, die Stunden bis Tage nach dem Sonnenbad an ungebräunter Haut entstehen, vor allem im Frühjahr und Frühsommer. Am wichtigsten sind Sonnenschutz und das Meiden starker Sonne; für eine vorbeugende Lichttherapie beim Hautarzt wird laut S1-Leitlinie UVB 311 nm als Erstlinientherapie empfohlen (starke Empfehlung). Gegen akute Beschwerden kommen Kortison zum Auftragen und Antihistaminika gegen den Juckreiz infrage. Treten nach Lichteinwirkung großflächige Quaddeln mit Übelkeit oder Schwindel auf, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Ende dreißig mit kastanienbraunem Haar sitzt mit breitkrempigem Strohhut und langärmeliger hellblauer Leinenbluse im Schatten eines Sonnenschirms auf einer Gartenterrasse
Bild: KI-generiert

Sonnenallergie ist ein umgangssprachlicher Begriff für mehrere Hauterkrankungen, die meist durch den UV-Anteil des Sonnenlichts ausgelöst werden und sich nur an Hautstellen zeigen, die der Sonne ausgesetzt waren [1]. Die mit Abstand häufigste Form ist die polymorphe Lichtdermatose [1, 2]. Am wichtigsten sind Sonnenschutz und das Meiden starker Sonne; zur Vorbeugung gibt es eine Lichttherapie beim Hautarzt, gegen akute Beschwerden Kortison zum Auftragen und Antihistaminika [1, 6]. Ob es sich um eine Allergie im engeren Sinn handelt, ist laut Allergieinformationsdienst nicht abschließend geklärt [2].

Was ist eine Sonnenallergie?

Unter dem Begriff fasst das Öffentliche Gesundheitsportal Österreichs vor allem diese Erkrankungen zusammen [1]:

  • Polymorphe Lichtdermatose (PLD): eine krankhafte Reaktion der Haut auf UV-A- und/oder UV-B-Strahlen, die jedes Jahr wiederkommen kann [1].
  • Sommerakne (auch Mallorca-Akne): seltener, vor allem bei fettiger oder zu Akne neigender Haut [1].
  • Photoallergische Reaktionen: Die Haut reagiert unter Sonnenlicht auf bestimmte Stoffe, etwa aus Kosmetika oder Arzneimitteln [1].
  • Phototoxische Reaktionen: Ein Stoff erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut, sodass schon bei geringer Sonne ein Sonnenbrand entsteht [1].
  • Lichturtikaria: eine seltene Form der Nesselsucht, bei der sich kurz nach Lichteinwirkung Quaddeln bilden [1, 2].

Die polymorphe Lichtdermatose ist weit verbreitet: In Mitteleuropa, Skandinavien und den USA sind 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben betroffen [2]. Sie kann in jedem Alter auftreten, auch bei Kindern, und trifft in hiesigen Breiten weitaus mehr Frauen als Männer; besonders häufig beginnt sie bei Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr [2]. Hochsaison ist von März bis Juni [2].

Symptome

Polymorphe Lichtdermatose: Die ersten Anzeichen zeigen sich meist wenige Stunden, manchmal erst einige Tage nach dem Sonnenkontakt [2, 3]. Oft sind es fleckige Rötungen, die stark jucken und manchmal brennen. Daraus können sich Knötchen, Bläschen, größere quaddelartige Erhebungen oder insektenstichähnliche Veränderungen entwickeln; polymorph bedeutet vielgestaltig. Ein und dieselbe Person bekommt aber jedes Mal weitgehend die gleichen Hautveränderungen [2]. Die Haut kann auch anschwellen [3].

Betroffen sind meist Stellen, die im Winter keine Sonne abbekommen haben, am häufigsten der V-förmige Brustausschnitt und die Arme [1], außerdem Hals, Handrücken, Oberschenkel und die seitlichen Partien des Gesichts [2]. Wer danach die Sonne meidet oder sich schützt, bei dem klingen die Hautveränderungen binnen weniger Tage ab, ohne Spuren zu hinterlassen [2]. Im Laufe des Sommers gewöhnt sich die Haut an die Sonne; über den Winter geht dieser Effekt verloren, deshalb kommt die Erkrankung jährlich wieder [1]. Relativ oft bessert sie sich im Laufe des Lebens von selbst oder verschwindet ganz [2].

Lichturtikaria: Sekunden bis wenige Minuten nach der Lichteinwirkung entstehen juckende Quaddeln [2]. Sie verschwinden innerhalb von Minuten oder Stunden von selbst wieder [4]. Bei großflächigem Befall können Übelkeit, ein Abfall des Blutdrucks und Schwindel auftreten [1], auch Atemnot und im Extremfall ein allergischer Schock [2].

Sommerakne: Sie tritt meist ein paar Tage nach dem ersten Sonnenbad im Jahr auf, mit starkem Juckreiz, Knötchen und akneähnlichen Pusteln [1]. Mehr zu Akne allgemein unter Akne.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum es zu einer polymorphen Lichtdermatose kommt, ist nicht geklärt [1, 2]. Diskutiert werden körpereigene Stoffe, die durch UV-Strahlen zum Allergieauslöser werden, und freie Radikale, die die Haut nicht ausreichend abfangen kann; eindeutige Beweise fehlen für beide Erklärungen [2]. 90 Prozent der Betroffenen sind vor allem gegenüber UVA-Licht empfindlich [2]. UVA-Strahlung dringt auch durch Fensterscheiben im Auto und in der Wohnung [2]. Bei der Sommerakne wirkt UV-A-Strahlung mit Bestandteilen fetthaltiger Sonnenschutzmittel oder dem eigenen Hauttalg zusammen [1].

Medikamente und Kosmetika als Ursache: Phototoxische Reaktionen können laut Gesundheitsportal unter anderem Tetrazyklin-Antibiotika wie Doxycyclin und das harntreibende Hydrochlorothiazid auslösen; photoallergische Arzneimittelreaktionen zum Beispiel Schmerzmittel wie Naproxen oder Antidepressiva wie Amitriptylin. Die Beipackzettel solcher Mittel weisen darauf hin [1]. Für Hydrochlorothiazid weist ein Rote-Hand-Brief vom 17.10.2018 außerdem auf ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs bei steigender Gesamtdosis hin; Behandelte sollten ihre Haut regelmäßig auf Veränderungen untersuchen, Sonnenlicht und UV-Strahlung einschränken und sich angemessen schützen [11]. Zu den bekannten Auslösern zählt der Allergieinformationsdienst auch Hypericine im Johanniskraut und Sulfonamid-Antibiotika [2]. Auch Kosmetika können photoallergische Reaktionen auslösen, darunter manche Lichtfilter in Sonnenschutzmitteln, Make-up oder Parfum [1, 2]. Welche Medikamente die Haut lichtempfindlich machen, steht auf der Seite Medikamente und Sonne: Lichtempfindlichkeit der Haut.

Diagnose

Weil die Diagnose Erfahrung erfordert, empfiehlt es sich laut Allergieinformationsdienst, dafür eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufzusuchen. Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch: wann die Beschwerden auftreten, ob sie mit Sonne zusammenhängen und ob Medikamente oder lichtempfindlich machende Stoffe im Spiel waren [2].

Bei Verdacht auf eine polymorphe Lichtdermatose folgt ein Photoprovokationstest. Zuerst wird mit steigender Lichtdosis bestimmt, ab welcher UV-A- und UV-B-Dosis ein leichter Sonnenbrand entsteht; dann wird eine Hautstelle, meist am inneren Oberarm, über mehrere Tage mit einer Dosis unterhalb dieser Grenze belichtet. Zeigen sich juckende Hautveränderungen, spricht das für eine Sonnenallergie durch das getestete Licht [1]. Bei Verdacht auf eine photoallergische Reaktion wird ein Photo-Patch-Test gemacht: Mögliche Auslöser werden doppelt auf den Rücken aufgebracht, und nach etwa 24 Stunden wird eine der beiden Teststellen mit UV-A-Licht bestrahlt [1, 2]. Bei länger bestehenden Hautveränderungen kann eine Gewebeprobe nötig sein [1].

Behandlung ohne Medikamente

Die Behandlung besteht laut Gesundheitsportal immer im Meiden von Sonnenlicht und im Schutz davor [1]. Sonnenhut, lange Hosen und langärmlige Blusen oder Hemden halten das Licht größtenteils ab; es gibt auch Textilien, die praktisch keine UV-Strahlung durchlassen [2]. Auf unbedeckte Haut gehört laut Allergieinformationsdienst Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor von 30 oder mehr und mit Breitbandfiltern gegen UVA- und UVB-Strahlen [2]. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Schutzmaßnahmen ab einem UV-Index von 3, darunter starke Sonne besonders in der Mittagszeit zu meiden und ab einem UV-Index von 8 Schatten aufzusuchen oder im Haus zu bleiben [5]. Bei Sommerakne sollen Betroffene laut Gesundheitsportal nur fettfreie Sonnenschutz- und Pflegeprodukte verwenden [1].

Mann in den Vierzigern mit sandblondem Haar und grünem Poloshirt zeigt einer Hautärztin mit graublondem Haar in einer hellen Praxis seinen Unterarm, beide sprechen ruhig miteinander
Bild: KI-generiert

Lichttherapie zur Gewöhnung: Häufigerer Aufenthalt in der Sonne führt zu einer Art Gewöhnungseffekt. Diesen nutzt die Lichttherapie, bei der die Haut unter ärztlicher Aufsicht wiederholt mit festgelegten Dosen UV-Licht bestrahlt wird; Fachleute sprechen vom UV-Hardening. Wegen der Gefahr von Hautschäden sollten Betroffene diese Abhärtung laut Allergieinformationsdienst niemals in Eigenregie durchführen [2]. Für diese Vorbeugung gilt laut S1-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), Version 5.0 von 2026, eine Bestrahlung mit UVB 311 nm als Therapie der Wahl, weil das Risiko für Hautkrebs geringer ist als bei einer PUVA-Behandlung mit Tabletten und danach kein Augenschutz nötig ist. Zur Behandlung der polymorphen Lichtdermatose wird UVB 311 nm als Erstlinientherapie empfohlen (starke Empfehlung im Expertenkonsens). Nur wenn sie nicht verfügbar ist oder keine Besserung gebracht hat, kann alternativ eine Behandlung mit Breitband-UVB oder mit PUVA erwogen werden (jeweils schwache Empfehlung); bei der PUVA wird vor der UVA-Bestrahlung ein lichtempfindlich machendes Mittel (Psoralen) eingenommen [6]. Die Behandlung läuft meist 3 bis 5 Mal pro Woche über etwa 4 Wochen und muss in der Regel jedes Frühjahr wiederholt werden; damit der Erfolg anhält, wird im Sommer eine regelmäßige Sonnenexposition empfohlen [6]. Die vorbeugende UV-Therapie kann selbst eine polymorphe Lichtdermatose auslösen [6]. Solarien sind nicht geeignet, um den Eigenschutz der Haut durch Bräunung zu erhöhen; die zusätzliche UV-Belastung schadet der Haut [5].

Nahrungsergänzungsmittel: Für Calcium, Beta-Carotin, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika fehlt ein klarer wissenschaftlicher Beweis, dass sie einer Sonnenallergie vorbeugen oder die Beschwerden lindern [2]. Auch zu Präparaten mit Polypodium leucotomos und Grüntee ist die Datenlage begrenzt [1].

Behandlung mit Medikamenten

Sind bereits Hautveränderungen aufgetreten, kommen laut Gesundheitsportal Kortisonsalben zum Einsatz, die die Entzündung besänftigen; die Ärztin oder der Arzt kann auch Antihistaminika als Salbe oder Tablette verschreiben, die den Juckreiz lindern [1]. In schweren Fällen können die Mittel laut Allergieinformationsdienst auch eingenommen werden [2].

Medikamente bei Sonnenallergie im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Kortison zum Auftragen (topische Glucocorticoide)Triamcinolon als Creme, mittelstark wirksam, verschreibungspflichtig; zugelassen für Hauterkrankungen, allergische oder unspezifische Entzündungen, die auf eine örtliche Kortisonbehandlung ansprechen [7, 8]Künstlich hergestelltes Glucocorticoid mit ausgeprägten antiallergischen, entzündungshemmenden und membranstabilisierenden Eigenschaften [8]Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Brennen, Juckreiz, Reizung, trockene Haut oder allergische Kontaktdermatitis. Bei Anwendung länger als 4 Wochen oder auf mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche unter anderem Hautstreifen, Dünnerwerden der Haut und erweiterte kleine Hautgefäße [7]
Antihistaminika zum Auftragen (Juckreiz)Dimetinden als Gel, zur kurzfristigen Linderung von Juckreiz bei Hauterkrankungen, Nesselsucht, Insektenstichen und Sonnenbrand [9, 10]Antihistaminika verringern oder unterdrücken die Wirkung des Botenstoffs Histamin im Körper; das Gel lindert Juckreiz und hat örtlich betäubende Eigenschaften [9, 10]Häufigkeit nicht bekannt: Brennen auf der Haut, Trockenheit der Haut, allergische Hautentzündung [9]

Gelegentlich heißt bei bis zu 1 von 100 Behandelten; Häufigkeit nicht bekannt heißt, dass sie sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [7, 9]. Mehr im Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Polymorphe Lichtdermatose

Kortison zum Auftragen: Laut Fachinformation ist eine Triamcinolon-Creme wie Kortikoid-ratiopharm für Hauterkrankungen, allergische oder unspezifische Entzündungen zugelassen, die auf eine örtliche Kortisonbehandlung ansprechen und bei denen ein mittelstark wirksames Kortison angezeigt ist [8]. Eine Behandlungsdauer von 4 Wochen sollte nicht überschritten werden. Im Gesicht und in Hautfalten ist sie laut Packungsbeilage nur kurzfristig anzuwenden und nur, wenn bestimmte andere Arzneimittel nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben [7]. Wie oft die Creme aufgetragen wird, legt die Ärztin oder der Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen auf der Seite Triamcinolon.

Gel gegen Juckreiz: Ein Gel mit Dimetinden ist zur kurzfristigen Linderung von Juckreiz bei Hauterkrankungen zugelassen [9]. Ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt wenden Sie es laut Packungsbeilage nicht länger als 7 Tage an. Großflächig behandelte Haut sollte nicht über längere Zeit direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden [9]. Bei sehr starkem Juckreiz oder großflächigen Hauterkrankungen informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [9].

Lichturtikaria, Sommerakne und Reaktionen auf Medikamente

Bei der Lichturtikaria ist laut Gesundheitsportal das Meiden der Sonnenstrahlung beziehungsweise wirksamer Sonnenschutz die wirksamste Maßnahme; weitere Möglichkeiten sind unter anderem Antihistaminika und eine Behandlung mit UV-Licht zur Gewöhnung [1]. Laut S1-Leitlinie kann bei der Lichturtikaria eine Vorbeugung oder Behandlung mit UVB 311 nm erwogen werden; die Übersichtstabelle nennt dafür UVB 311 nm, UVA1 und PUVA mit Tabletten jeweils mit schwacher Empfehlung. Bei solchen seltenen Erkrankungen sollte die vorbeugende UV-Therapie nach entsprechender Lichtdiagnostik in spezialisierten Zentren erfolgen [6]. Mehr dazu unter Nesselsucht.

Die Behandlung der Sommerakne besteht laut Gesundheitsportal aus dem Meiden der Sonne oder einer langsamen Gewöhnung, gegebenenfalls verschreibt die Ärztin oder der Arzt Antihistaminika [1]. Bei photoallergischen und phototoxischen Reaktionen ist laut Gesundheitsportal die erste Maßnahme, den Auslöser zu meiden; bei phototoxischen Reaktionen helfen gegen die Hautbeschwerden zudem kühlende Umschläge und Cremes oder Salben mit Kortison [1]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Schwangerschaft und Kinder

In der Schwangerschaft dürfen Sie die Triamcinolon-Creme laut Packungsbeilage nicht anwenden [7]. Das Dimetinden-Gel sollte in Schwangerschaft und Stillzeit nicht großflächig aufgetragen werden, vor allem nicht auf verletzte oder entzündete Haut; bei Säuglingen und Kleinkindern vermeiden Sie die Anwendung auf großen Hautflächen [9]. Bei Kindern ist mit Kortison zum Auftragen erhöhte Vorsicht geboten, weil die kindliche Haut mehr Wirkstoff aufnehmen kann [7]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente bei Kindern.

Nebenwirkungen der Medikamente

Kortison zum Auftragen: Bei einer Überempfindlichkeit sollte die Creme abgesetzt und die Ärztin oder der Arzt aufgesucht werden [7]. Bei längerer oder großflächiger Anwendung, besonders unter luftdicht abschließenden Verbänden, kann es unter anderem zu Hautstreifen, dünner werdender Haut, Steroidakne, vermehrter Behaarung, Pigmentverschiebungen und Entzündungen um den Mund kommen. Unter der Anwendung ist die Gefahr zusätzlicher Hautinfektionen erhöht [7]. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [7]. Mehr dazu: Sehstörungen durch Medikamente.

Dimetinden-Gel: Die Packungsbeilage nennt Brennen und Trockenheit der Haut sowie allergische Hautentzündungen, ohne bekannte Häufigkeit [9].

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [7, 9]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Sonnenallergie

Weil die polymorphe Lichtdermatose vor allem auftritt, wenn die Haut eine ungewohnt hohe UV-Dosis abbekommt, ist sie im Frühjahr und Frühsommer häufiger als im Hochsommer [2]. Sonnenschutzmittel bieten keinen vollständigen Schutz und wirken nur, wenn sie großzügig verteilt werden. Die meisten müssen 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden; danach sollte man alle zwei Stunden nachcremen, besonders nach dem Baden [5]. Bei Medikamenten und Kosmetika sollten Sie laut gesund.bund.de auf Nebenwirkungen im Zusammenhang mit UV-Strahlung achten [5]. Babys dürfen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden; Sonnencreme wird im ersten Lebensjahr nicht empfohlen [5]. Für Reisen in sonnenreiche Regionen hilft der Ratgeber Reiseapotheke.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Treten bei einer Lichturtikaria Symptome wie Übelkeit oder Schwindel auf, ist laut Gesundheitsportal sofort ärztliche Hilfe nötig [1]. Bei großflächigem Befall können auch Atemnot und im Extremfall ein allergischer Schock auftreten [2]; mehr dazu unter Anaphylaxie. Schwere Atemnot und Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind Fälle für den Notruf 112 [12].

Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn sich die Beschwerden unter einem Dimetinden-Gel nach 7 Tagen, bei Kindern nach 2 Tagen, nicht bessern oder schlimmer werden [9].

Quellen

  1. Behörde Sonnenallergie (Abschnitte Formen, Diagnose und Behandlung). Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (gesundheit.gv.at), Redaktion Gesundheitsportal mit Expertenprüfung (Österreich). Stand 04.07.2022. abgerufen am 18.10.2026
  2. Sonnenallergie und andere photoallergische Reaktionen. Allergieinformationsdienst, Helmholtz Munich (wissenschaftliche Beratung Charité Universitätsmedizin Berlin). Stand 23.04.2018. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde ICD-10-Code L56.4: Polymorphe Lichtdermatose (Erläuterung der "Was hab' ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde ICD-10-Code L56.3: Urticaria solaris (Erläuterung der "Was hab' ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  5. Behörde UV-Strahlung: Warum Schutz von Haut und Augen wichtig ist. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 29.12.2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Leitlinie S1-Leitlinie Empfehlungen zur UV-Therapie und Photochemotherapie, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. 013-029), Abschnitt Photodermatosen, gültig bis 08.01.2031. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Stand 09.01.2026. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Kortikoid-ratiopharm 0,1 % Creme (Triamcinolonacetonid). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Kortikoid-ratiopharm 0,1 % Creme. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dimetin ADGC 1 mg/g Gel (Dimetindenmaleat). Zentiva Pharma GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Dimetin ADGC 1 mg/g Gel. Zentiva Pharma GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 18.10.2026
  11. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Hydrochlorothiazid (HCT): Risiko von nichtmelanozytärem Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom der Haut). Zulassungsinhaber hydrochlorothiazidhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand 17.10.2018. abgerufen am 18.10.2026
  12. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Sonnenallergie?

Meiden Sie weitere Sonne: Wer die Sonne meidet oder sich mit Kleidung und Sonnencreme schützt, bei dem klingen die Hautveränderungen einer polymorphen Lichtdermatose laut Allergieinformationsdienst binnen weniger Tage ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Sind bereits Hautveränderungen aufgetreten, kommen laut Gesundheitsportal Kortisonsalben gegen die Entzündung und Antihistaminika als Salbe oder Tablette gegen den Juckreiz zum Einsatz. Ein Gel mit Dimetinden ist laut Packungsbeilage zur kurzfristigen Linderung von Juckreiz bei Hauterkrankungen zugelassen; ohne ärztliche Rücksprache wenden Sie es nicht länger als 7 Tage an.

Wie kann ich einer Sonnenallergie vorbeugen?

Meiden Sie starke Sonne und tragen Sie Kleidung, die möglichst wenig Licht durchlässt. Auf unbedeckte Haut gehört laut Allergieinformationsdienst Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor von 30 oder mehr und mit Breitbandfiltern gegen UVA- und UVB-Strahlen; UVA-Strahlung dringt auch durch Fenster im Auto und in der Wohnung. Eine Lichttherapie beim Hautarzt im Frühjahr kann die Haut an das Sonnenlicht gewöhnen; dafür wird laut S1-Leitlinie UVB 311 nm als Erstlinientherapie empfohlen (starke Empfehlung).

Kann ich meine Haut im Solarium vorbräunen?

Laut gesund.bund.de sind Solarien nicht geeignet, um den Eigenschutz der Haut durch Bräunung zu erhöhen; die zusätzliche UV-Belastung schadet der Haut. Eine Abhärtung mit UV-Licht sollten Betroffene laut Allergieinformationsdienst wegen der Gefahr von Hautschäden niemals in Eigenregie durchführen. Die vorbeugende Lichttherapie findet unter ärztlicher Aufsicht statt, laut S1-Leitlinie meist 3 bis 5 Mal pro Woche über etwa 4 Wochen.

Wie lange dauert eine Sonnenallergie?

Schützen sich Betroffene vor weiterer Sonne, klingen die Hautveränderungen laut Allergieinformationsdienst binnen weniger Tage ab. Im Laufe des Sommers gewöhnt sich die Haut laut Gesundheitsportal an die Sonne, über den Winter geht dieser Effekt aber wieder verloren, sodass die polymorphe Lichtdermatose jedes Jahr wiederkommt. Relativ oft bessert sie sich im Laufe des Lebens von selbst oder verschwindet ganz.

Helfen Calcium oder Beta-Carotin gegen Sonnenallergie?

Ein klarer wissenschaftlicher Beweis fehlt. Für Calcium, Beta-Carotin, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika konnte laut Allergieinformationsdienst bisher nicht gezeigt werden, dass sie den erhofften Nutzen bringen. Auch zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Polypodium leucotomos, Grüntee und Betacarotin ist die Datenlage laut Gesundheitsportal begrenzt; über eine mögliche Anwendung informiert Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Können Medikamente eine Sonnenallergie auslösen?

Ja. Manche Medikamente machen die Haut empfindlicher für Sonnenlicht, laut Gesundheitsportal zum Beispiel Tetrazyklin-Antibiotika und das harntreibende Hydrochlorothiazid; bestimmte Schmerzmittel wie Naproxen oder Antidepressiva wie Amitriptylin können eine photoallergische Reaktion auslösen. Ob Ihr Mittel dazugehört, steht im Beipackzettel. Mehr dazu auf der Seite Medikamente und Sonne.

Ist eine Sonnenallergie gefährlich?

Die polymorphe Lichtdermatose ist unangenehm, klingt ohne weitere Sonne aber binnen weniger Tage ohne Spuren ab. Anders ist es bei der seltenen Lichturtikaria: Bei großflächigem Befall können laut Gesundheitsportal Übelkeit, ein Abfall des Blutdrucks und Schwindel auftreten; dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig. Bei schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit rufen Sie den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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