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Aphthen

Aphthen sind weißlich-rötliche, entzündete Stellen an der Mundschleimhaut, die schmerzen, aber in der Regel von selbst und folgenlos abheilen; wie sie entstehen, ist nicht bekannt. Laut IQWiG können schmerz- und entzündungshemmende Gele, Cremes oder Mundspülungen die Beschwerden lindern; reicht die örtliche Behandlung nicht aus, können kortisonhaltige Salben aufgetragen werden, Tabletten wie Kortison kommen nur bei seltenen, schweren Verläufen infrage. Ist eine Stelle nach zwei Wochen nicht abgeheilt oder sind die Entzündungen sehr ausgeprägt, ist eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung sinnvoll; bei sehr vielen oder großen Stellen, die nicht von allein abheilen, oder bei Mundgeruch oder geschwollenen Lymphknoten ist eine Behandlung wichtig.

Frau Anfang dreißig mit kastanienbraunem Haar in einem senfgelben Strickpullover sitzt an einem hellen Küchentisch und isst vorsichtig eine Schale Gemüsesuppe
Bild: KI-generiert

Aphthen sind kleine, schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut. Sie sind nicht ansteckend und heilen in der Regel von selbst und folgenlos ab [1]. Wie sie entstehen, ist nicht bekannt; deshalb gibt es derzeit auch keine Behandlung, die ihre Bildung verhindern kann [1]. Schmerz- und entzündungshemmende Gele, Cremes oder Mundspülungen können die Beschwerden lindern. Reicht das nicht, können laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kortisonhaltige Salben aufgetragen werden [1, 2]. Bei sehr vielen oder großen Stellen, die nicht von allein abheilen, ist eine ärztliche oder zahnärztliche Behandlung wichtig [1].

Was sind Aphthen?

Aphthen sind weißlich-rötliche, entzündete Stellen an der Mundschleimhaut. Oft bilden sich 2 bis 4 Aphthen gleichzeitig [1]. Sie zählen zu den häufigsten Erkrankungen der Mundschleimhaut. Manche Fachleute gehen davon aus, dass jeder zehnte Mensch betroffen ist; wie viele genau immer wieder Aphthen bekommen, lässt sich laut IQWiG aber nicht sagen [1]. Die meisten haben als Jugendliche oder junge Erwachsene zum ersten Mal damit zu tun, Frauen häufiger als Männer [1, 4]. Bei manchen kehren Aphthen schon nach Wochen zurück, andere haben erst nach Monaten oder Jahren wieder damit zu tun [1].

Fachleute unterscheiden drei Formen [1]:

  • Minor-Aphthen: meist nur wenige Millimeter groß, leicht eingesunken, mit gerötetem, etwas erhabenem Rand. Mit 85 Prozent ist das die häufigste Form.
  • Major-Aphthen: 1 bis 3 Zentimeter große Stellen; sie machen 10 Prozent aus.
  • Herpetiforme Aphthen: sehr viele stecknadelkopfgroße Aphthen gleichzeitig; sie machen 5 Prozent aus.

Symptome und Verlauf

Aphthen verursachen vor allem Schmerzen. Wenn eine Aphthe entsteht, kann die Stelle auch kribbeln, brennen oder sich rau anfühlen [1]. Speisen, die die entzündete Schleimhaut zusätzlich reizen, etwa Brötchenkrusten, saures Obst oder scharf Gewürztes, können die Schmerzen verstärken, ebenso die Mundbewegungen beim Kauen und Sprechen [1]. Aphthen fallen als runde, weißliche Stellen an der Lippen- oder Wangeninnenseite auf, seltener am Gaumen, am Zahnfleisch oder an der Zunge [1].

Die Stelle rötet sich, schwillt etwas an und beginnt zu schmerzen. Innerhalb von 1 bis 3 Tagen entsteht daraus das typische, weißlich belegte Grübchen. Nach ein paar weiteren Tagen klingen die Schmerzen ab, und nach ungefähr einer Woche ist die Aphthe wieder vollständig verschwunden [1]. Major-Aphthen können stärker und länger schmerzen: Bis sie abgeheilt sind, kann es bis zu vier Wochen dauern, und oft bleibt eine Narbe in der Schleimhaut zurück. Auch herpetiforme Aphthen hinterlassen eine Narbe, wenn sie sich zu größeren Flächen verbinden [1].

Die meisten Menschen haben 3- bis 6-mal pro Jahr Aphthen, bei manchen liegen Jahre dazwischen. Mit zunehmendem Alter werden die beschwerdefreien Phasen immer länger [1]. Schwere Verläufe sind selten. Dann kommen Major-Aphthen zum Beispiel dauerhaft vor oder schmerzen so stark, dass man kaum essen oder trinken kann. Ein schwerer Verlauf kann auch mit Aphthen an den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane verbunden sein [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Warum manche Menschen Aphthen bekommen und andere nicht, ist nicht genau bekannt. Vermutet wird eine familiäre Veranlagung im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren wie Stress, geschwächter Abwehr oder hormonellen Schwankungen. Solche Faktoren führen möglicherweise auch dazu, dass nach einer beschwerdefreien Zeit erneut Aphthen auftreten [1]. Als Auslöser vermuten Fachleute zudem Mangelerscheinungen wie einen Eisenmangel oder einen Vitamin-B-Mangel und Verletzungen der Mundschleimhaut [1].

Manchmal führt auch eine andere Erkrankung zu Entzündungen im Mund, die Aphthen sehr ähneln. Dazu gehören chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder Morbus Behçet, eine rheumatische Gefäßerkrankung [1, 4].

Medikamente als Ursache: Entzündungen und Geschwüre im Mund stehen in den Packungsbeilagen mancher Medikamente als Nebenwirkung. Bei Methotrexat nennt die Packungsbeilage von metex Tabletten Geschwüre im Mund- und Rachenraum als sehr häufige Nebenwirkung, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Sie steht dort unter den Beschwerden, bei denen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [8]. Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund, allgemeines Krankheitsgefühl und starke Müdigkeit, Nasenbluten oder kleine rote Punkte auf der Haut können unter Methotrexat laut Packungsbeilage auch auf schwere Störungen des Knochenmarks hinweisen [8]. Ob und wie häufig andere Wirkstoffe solche Beschwerden auslösen, steht auf der jeweiligen Wirkstoffseite.

Diagnose

Aussehen, Verlauf und Beschwerden sind meist so typisch, dass man Aphthen auch selbst ohne besondere Hilfsmittel erkennen kann [1]. Ist eine Stelle nach zwei Wochen nicht abgeheilt oder sind die Entzündungen sehr ausgeprägt, ist eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung sinnvoll; gesund.bund.de nennt dafür die zahnärztliche oder die HNO-Praxis [1, 4]. Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Mundschleimhaut genau an und fragt unter anderem nach weiteren Beschwerden und Essgewohnheiten [1]. Besteht der Verdacht auf eine andere Erkrankung, können ein Abstrich, eine Blutentnahme, eine Gewebeprobe oder die Untersuchung bestimmter Organe wie des Darms nötig sein [1]. Notieren Sie Ihre Medikamente vorher, zum Beispiel im Medikationsplan.

Behandlung ohne Medikamente

Wenn die Beschwerden erträglich sind, müssen Aphthen laut IQWiG nicht behandelt werden. Am ehesten trifft das auf die häufigen Minor-Aphthen zu [2]. Weil die Ursache nicht bekannt ist, lassen sich nur die Beschwerden behandeln. Die Behandlung soll vor allem akute Beschwerden lindern und die Heilung unterstützen [2].

Ernährung: Während der akuten Entzündung hilft es laut IQWiG, auf Lebensmittel zu verzichten, die die Schleimhaut zusätzlich reizen, zum Beispiel knusprige oder harte Lebensmittel wie Brötchen oder Knäckebrot. Auch sehr saure, scharfe oder salzige Speisen, kohlensäurehaltige Getränke oder Alkohol können unangenehm sein [2]. Trotzdem ist es wichtig, nicht zu einseitig oder zu wenig zu essen. Suppen und weichgekochtes oder püriertes Essen schonen die Schleimhaut; Gekochtes lässt man am besten ausreichend abkühlen oder isst kalte Speisen [2]. Wer den Eindruck hat, dass bestimmte Lebensmittel oder Mundpflegeprodukte Aphthen fördern, kann versuchen, darauf zu verzichten. Ob eine bestimmte Ernährung Rückfälle hinauszögern kann, ist allerdings nicht gut erforscht [2].

Mundpflege: Die Zähne sollten auch während einer Aphthe genauso gründlich gereinigt werden wie in beschwerdefreien Zeiten. Eine weiche Zahnbürste schützt vor Zahnfleischverletzungen, die das Risiko für neue Aphthen erhöhen können [2]. Alkoholhaltige Mundspülungen können die Beschwerden verstärken, und manche Menschen reagieren empfindlich auf Zahnpasta mit Natriumlaurylsulfat [2]. Für wunde Stellen im Mund allgemein nennt das IQWiG außerdem, den Mund zum Beispiel mit Wasser oder einer Kochsalzlösung auszuspülen. Kamillentee wird als Mundspülung nicht empfohlen, weil er den Mundraum austrocknen kann; eine fertige Mundspülung sollte keinen Zucker, keinen Alkohol und keine Säure enthalten [3]. Mehr zu Entzündungen am Zahnfleisch: Zahnfleischentzündung.

Behandlung mit Medikamenten

Mann Ende vierzig mit dunkelblondem Haar in einem marineblauen Poloshirt sitzt auf einem Behandlungsstuhl, eine Zahnärztin mit rotbraunem Haar schaut sich mit einem kleinen Spiegel seinen Mund an
Bild: KI-generiert

Gegen die Beschwerden kommen laut IQWiG verschiedene Wirkstoffe infrage. Sie werden als Gel, Creme, Paste oder Spray auf die wunden Stellen aufgetragen; manche gibt es auch als Mundspülung oder Lutschpastillen [2]. Reicht die örtliche Behandlung mit Betäubungsmitteln, Schmerzmitteln oder keimtötenden Mitteln nicht aus, können kortisonhaltige Salben aufgetragen werden [2]. Tabletten, etwa mit Kortison, kommen nur bei seltenen, schweren Verläufen infrage [1, 2]. Die Tabelle nennt Beispiele mit eigener Wirkstoffseite; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Medikamente zum Auftragen bei Aphthen im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Örtlich betäubende Mittel (Lokalanästhetika), laut IQWiG zum Beispiel Lidocain oder Benzocain [2]Lidocain, etwa in einem apothekenpflichtigen Kombinationspräparat (Gel mit Lidocain und Auszug aus Kamillenblüten), laut Fachinformation traditionell angewendet als mild wirkendes Arzneimittel bei leichten Entzündungen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut [5]Dämpfen die Schmerzwahrnehmung; sie werden meist als Gel oder Creme auf die Aphthen aufgetragen [2]Laut Fachinformation des Kombinationspräparats keine häufigen; gelegentlich nach dem Auftragen vorübergehend leichtes Brennen, sehr selten allergische Reaktionen wie eine Kontaktallergie [5]
Kortison zum Auftragen (topische Glucocorticoide), laut IQWiG, wenn die örtliche Behandlung mit anderen Mitteln nicht ausreicht [2]Triamcinolon als verschreibungspflichtige Haftsalbe, laut Packungsbeilage für Erwachsene, zum Beispiel bei Major-Aphthen [6, 7]Triamcinolonacetonid ist ein Glucocorticoid, das entzündungshemmend, juckreizstillend und antiallergisch wirkt [6]Laut Packungsbeilage keine häufigen; gelegentlich Überempfindlichkeitsreaktionen wie starke Rötung, Brennen und Juckreiz. Bei wiederholter Anwendung sind Nebenwirkungen einer Kortisonbehandlung im ganzen Körper möglich, Häufigkeit nicht bekannt [6]

Gelegentlich heißt: bei bis zu 1 von 100 Behandelten, sehr selten: bei bis zu 1 von 10.000. Bei "nicht bekannt" ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [5, 6]. Mehr dazu im Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Örtlich betäubende Gele

Örtlich wirkende Betäubungsmittel wie Lidocain oder Benzocain dämpfen laut IQWiG die Schmerzwahrnehmung [2]. Zum Aufbringen auf die Mundschleimhaut ist Lidocain laut Arzneimittelverschreibungsverordnung nicht verschreibungspflichtig [7]. Ein Beispiel ist das apothekenpflichtige Kombinationspräparat Kamistad Gel mit Lidocain und einem Auszug aus Kamillenblüten. Bessern sich die Entzündungszeichen nicht innerhalb von 1 Woche, sollte laut Fachinformation eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden [5]. Gegenanzeigen sind laut Fachinformation eine Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen andere örtliche Betäubungsmittel vom Amid-Typ, gegen Kamille und andere Korbblütler oder gegen einen der sonstigen Bestandteile [5]. Bei Kindern unter 12 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit soll das Gel nicht angewendet werden, weil keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen. Der Kontakt mit den Augen und mit offenen Wunden ist zu vermeiden [5].

Mundspülungen und Tinkturen

Mundspülungen mit keimtötenden (antiseptischen) Wirkstoffen wie Chlorhexidin oder Triclosan sollen laut IQWiG verhindern, dass sich Krankheitserreger in der Schleimhautwunde vermehren und die Heilung verzögern oder die Entzündung verstärken [2]. Chlorhexidin kann laut einer Risikoinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 27.09.2013 zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen, die von örtlichen Reaktionen bis zu schweren anaphylaktischen Reaktionen reichen. Der größte Teil der anaphylaktischen Reaktionen, die dem BfArM aus Deutschland berichtet wurden, ereignete sich bei der Anwendung chlorhexidinhaltiger Mundspüllösungen [10]. Wer schon einmal überempfindlich auf Chlorhexidin reagiert hat, muss laut BfArM darauf hingewiesen werden, alle chlorhexidinhaltigen Arzneimittel und anderen chlorhexidinhaltigen Produkte zu meiden [10].

Manchen Menschen helfen laut IQWiG Tinkturen auf Basis von Myrrhe oder Rhabarberwurzel. Diese pflanzlichen Wirkstoffe verengen die Blutgefäße in der Schleimhaut (Adstringenzien), was auch die Schmerzen lindern soll [2].

Kortison zum Auftragen

Reicht die örtliche Behandlung mit Betäubungsmitteln, Schmerzmitteln oder keimtötenden Mitteln nicht aus, können laut IQWiG kortisonhaltige Salben aufgetragen werden [2]. Ein Beispiel ist eine Haftsalbe mit Triamcinolon (Volon A Haftsalbe). Sie ist laut Packungsbeilage zur zeitlich begrenzten Anwendung bei Erwachsenen bestimmt, um die Beschwerden entzündlicher, nicht infektiöser Erkrankungen der Mundschleimhaut zu behandeln (symptomatische Behandlung), bei denen ein mittelstark wirksames Kortison angezeigt ist, zum Beispiel Major-Aphthen [6]. Die Haftsalbe ist verschreibungspflichtig: Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Triamcinolonacetonid nur zur Anwendung als Hafttabletten bei wiederkehrenden (rezidivierenden) Aphthen von der Verschreibungspflicht aus [7].

Laut Packungsbeilage darf die Haftsalbe nicht angewendet werden bei einer Allergie gegen Triamcinolonacetonid oder einen der sonstigen Bestandteile, bei Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen im Mund- und Rachenbereich, bei Ekzemen im und um den Mundbereich (periorale Dermatitis), bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und während der Schwangerschaft [6]. Unter der Haftsalbe ist die Gefahr zusätzlicher (sekundärer) Infektionen erhöht. Glucocorticoide können die körpereigene Abwehr unterdrücken, sodass sich Bakterien oder Pilze im Mund zunächst unauffällig vermehren können [6]. Mehr zu Pilzinfektionen im Mund: Mundsoor. Tritt innerhalb von 7 Tagen keine Abheilung oder Besserung ein, muss laut Packungsbeilage erneut die Ärztin oder der Arzt aufgesucht werden, die oder der über eine Fortsetzung der Behandlung entscheidet [6]. In der Stillzeit sollten Sie laut Packungsbeilage bei großflächiger oder langfristiger Anwendung abstillen [6]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Bei schweren Verläufen

Von 100 Personen, die immer wieder Aphthen bekommen, haben laut IQWiG etwa 15 große oder besonders viele Entzündungen im Mund. Einige von ihnen haben sehr starke Schmerzen, die etwa das Essen, Trinken oder Schlafen erschweren [2]. Bei diesen seltenen, schweren Verläufen kann zusätzlich zur örtlichen Behandlung eine Behandlung mit Tabletten sinnvoll sein, zum Beispiel mit Kortison (Glucocorticoide). Das Mittel wirkt nicht nur in der Mundschleimhaut, sondern verteilt sich im ganzen Körper; Nebenwirkungen können dabei häufiger auftreten [2]. Helfen kortisonhaltige Salben nicht oder sind die Aphthen sehr ausgeprägt, ist ärztlicher oder zahnärztlicher Rat sinnvoll. In der Praxis kann das entzündete Gewebe zum Beispiel mit einer Silbernitratlösung oder per Lasertherapie verödet werden [2].

Nebenwirkungen der Medikamente

Gel mit Lidocain und Kamille: Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, kann laut Fachinformation von Kamistad Gel nach dem Auftragen vorübergehend leichtes Brennen auftreten. Sehr selten, bei bis zu 1 von 10.000, sind wegen des Gehalts an Lidocain, Zimt und Kamille allergische Reaktionen wie eine Kontaktallergie möglich, auch bei Überempfindlichkeit gegen Korbblütler wie Beifuß und gegen Perubalsam (Kreuzreaktionen) [5]. Bei Überempfindlichkeitsreaktionen an Haut oder Schleimhäuten ist die Anwendung laut Fachinformation zu beenden und eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen [5]. Der enthaltene Hilfsstoff Benzalkoniumchlorid kann örtliche Reizungen hervorrufen [5]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Triamcinolon-Haftsalbe: Gelegentlich kommt es laut Packungsbeilage zu Überempfindlichkeitsreaktionen wie starker Rötung, Brennen und Juckreiz. Dann sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden; ein Absetzen der Behandlung kann erforderlich sein [6]. Bei wiederholter Anwendung kann Wirkstoff über die Mundschleimhaut in den Körper gelangen. Dann ist an Nebenwirkungen einer Kortisonbehandlung zu denken, deren Häufigkeit nicht bekannt ist, unter anderem verdeckte oder verschlimmerte Infektionen, Vollmondgesicht und Stammfettsucht (Cushing-Syndrom), eine verminderte Glukosetoleranz oder Zuckerkrankheit, psychische Störungen, ein erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star), Linsentrübung (Grauer Star) und verschwommenes Sehen [6]. Treten verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auf, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [6]. Mehr dazu: Sehstörungen und Blutzucker.

Haben Sie ein verordnetes Medikament als Auslöser von Entzündungen im Mund im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Anders ist es bei Warnzeichen einer Agranulozytose unter Metamizol: Dann dürfen Sie es laut Packungsbeilage nicht mehr einnehmen und müssen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [9]. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [6]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Eine ärztliche oder zahnärztliche Behandlung ist laut IQWiG vor allem bei sehr vielen oder großen entzündeten Stellen wichtig, die nicht von allein abheilen, oder bei zusätzlichen Beschwerden wie Mundgeruch oder geschwollenen Lymphknoten. Dabei wird auch geprüft, ob es sich um gewöhnliche Aphthen oder um eine andere Erkrankung handelt, die zu aphthenähnlichen Wunden führt [1]. Lassen Sie sich außerdem untersuchen, wenn eine Stelle nicht innerhalb von zwei Wochen abheilt oder die Entzündungen sehr ausgeprägt sind [1]. Bei wunden Stellen im Mund ist eine Untersuchung laut IQWiG auch sinnvoll, wenn die Schmerzen zunehmen oder die Schleimhaut anschwillt, sich verfärbt oder stark blutet [3].

Unter Metamizol: Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhafte wunde Stellen in Nase, Mund und Rachen oder im Genital- oder Analbereich können laut Packungsbeilage auf eine Agranulozytose hinweisen, eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen. Dann dürfen Sie Metamizol nicht mehr einnehmen und müssen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Eine Agranulozytose kann jederzeit während der Einnahme auftreten und auch kurz nach ihrem Ende [9]. Mehr dazu: Blutungen und Blutbildveränderungen.

Notruf: Schwere Atemnot ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den Notruf 112. Sind die Arztpraxen geschlossen und Sie können nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, ohne lebensbedrohlich erkrankt zu sein, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst, erreichbar über die 116117 [11].

Quellen

  1. Aphthen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.10.2025. abgerufen am 18.10.2026
  2. Was tun bei Aphthen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.10.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Wunde Stellen im Mund: was kann man selbst tun?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 08.07.2026. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Aphthen: Symptome, Ursachen, Behandlung. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 03.02.2023. abgerufen am 18.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Kamistad Gel (20 mg Lidocainhydrochlorid/185 mg Auszug aus Kamillenblüten pro 1 g Gel zur Anwendung in der Mundhöhle; apothekenpflichtig). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Volon A Haftsalbe 1 mg/g (Triamcinolonacetonid). Dermapharm AG. Stand 10/2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Lidocain sowie Triamcinolon und Triamcinolonacetonid. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand aktuelle Fassung. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation metex 7,5 mg/10 mg Tabletten (Methotrexat). medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Behörde Risikoinformation: Chlorhexidin, anaphylaktische Reaktionen. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.09.2013. abgerufen am 18.10.2026
  11. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Aphthen?

In der Regel heilen Aphthen laut IQWiG ohne Behandlung von selbst ab. Gegen die Schmerzen können Gele, Cremes oder Mundspülungen helfen; örtlich wirkende Betäubungsmittel wie Lidocain oder Benzocain dämpfen die Schmerzwahrnehmung. Während der akuten Entzündung hilft es, harte, knusprige, sehr saure, scharfe oder salzige Speisen zu meiden. Lidocain-Gel zum Auftragen auf die Mundschleimhaut ist nicht verschreibungspflichtig; Hinweise zur Anwendung stehen in der Packungsbeilage Ihres Präparats.

Wie lange dauert eine Aphthe?

Laut IQWiG entsteht innerhalb von 1 bis 3 Tagen das typische, weißlich belegte Grübchen. Nach ein paar weiteren Tagen klingen die Schmerzen ab, und nach ungefähr einer Woche ist die Aphthe wieder vollständig verschwunden. Große Major-Aphthen können stärker und länger schmerzen; bis sie abgeheilt sind, kann es bis zu vier Wochen dauern, und oft bleibt eine Narbe zurück.

Sind Aphthen ansteckend?

Nein. Aphthen sind laut IQWiG kleine, nicht ansteckende Entzündungsherde in der Schleimhaut. Wie es zu ihnen kommt, ist nicht bekannt. Vermutet wird eine familiäre Veranlagung im Zusammenspiel mit Faktoren wie Stress, geschwächter Abwehr oder hormonellen Schwankungen; als Auslöser gelten außerdem Mangelerscheinungen wie Eisen- oder Vitamin-B-Mangel und Verletzungen der Mundschleimhaut.

Wann muss ich mit Aphthen zum Arzt?

Laut IQWiG ist eine ärztliche oder zahnärztliche Untersuchung sinnvoll, wenn eine Stelle nicht innerhalb von zwei Wochen abheilt oder die Entzündungen sehr ausgeprägt sind. Wichtig ist eine Behandlung vor allem bei sehr vielen oder großen Stellen, die nicht von allein abheilen, oder bei zusätzlichen Beschwerden wie Mundgeruch oder geschwollenen Lymphknoten. Dabei wird auch geprüft, ob eine andere Erkrankung hinter den Entzündungen steckt, zum Beispiel eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung oder Morbus Behçet.

Hilft Kortison gegen Aphthen?

Reicht die örtliche Behandlung mit Betäubungsmitteln, Schmerzmitteln oder keimtötenden Mitteln nicht aus, können laut IQWiG kortisonhaltige Salben aufgetragen werden. Die Haftsalbe mit Triamcinolon ist verschreibungspflichtig und laut Packungsbeilage für Erwachsene zur zeitlich begrenzten Behandlung bestimmt, zum Beispiel bei Major-Aphthen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, in der Schwangerschaft und bei Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen im Mund- und Rachenbereich darf sie nicht angewendet werden. Kortisontabletten kommen laut IQWiG nur bei seltenen, schweren Verläufen infrage.

Was darf ich bei Aphthen essen?

Laut IQWiG schonen Suppen und weichgekochtes oder püriertes Essen die Schleimhaut; Gekochtes lässt man am besten ausreichend abkühlen oder isst kalte Speisen. Meiden Sie in der akuten Phase knusprige oder harte Lebensmittel wie Brötchen oder Knäckebrot. Sehr saure, scharfe oder salzige Speisen, kohlensäurehaltige Getränke oder Alkohol können unangenehm sein. Wichtig ist trotzdem, nicht zu einseitig oder zu wenig zu essen.

Können Medikamente Aphthen auslösen?

Entzündungen und Geschwüre im Mund stehen in den Packungsbeilagen mancher Medikamente als Nebenwirkung. Bei Methotrexat nennt die Packungsbeilage von metex Tabletten Geschwüre im Mund- und Rachenraum als sehr häufige Nebenwirkung; dann informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Unter Metamizol können schmerzhafte wunde Stellen im Mund laut Packungsbeilage ein Zeichen einer Agranulozytose sein, einer starken Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen; dann dürfen Sie Metamizol nicht mehr einnehmen und müssen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

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