MedikamenteWirkstoff
Tamsulosin: Nebenwirkungen und Wirkung
Tamsulosin ist ein verschreibungspflichtiger Alpha-Blocker für Männer mit Beschwerden beim Wasserlassen durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, besonders beim Aufsetzen oder Aufstehen, und Störungen des Samenergusses. Bei Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen oder Juckreiz mit Hautausschlag brechen Sie die Einnahme ab und begeben sich umgehend in medizinische Behandlung.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Tamsulosin eingesetzt?
Tamsulosin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Alpha-Blocker und zählt zu den Prostata- und Blasenmitteln [1, 2]. Er wird bei Männern angewendet, die durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie) Beschwerden im unteren Harntrakt haben. Dazu gehören Schwierigkeiten beim Wasserlassen mit schwachem Strahl, Nachtröpfeln, Harndrang und häufiges Wasserlassen am Tag und in der Nacht [1]. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Prostatavergrößerung.
Vor Beginn der Behandlung führt die Ärztin oder der Arzt möglicherweise Untersuchungen durch, um zu prüfen, ob die Beschwerden eine andere Ursache haben [1]. Laut Fachinformation ist eine ärztliche Untersuchung vor Behandlungsbeginn erforderlich; eine Untersuchung der Prostata über den Enddarm (rektale Untersuchung) und, falls nötig, die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) sind vor der Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen durchzuführen [2]. Tamsulosin ist nur für Männer bestimmt: Bei Frauen sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf es nicht angewendet werden [1].
Wie wirkt Tamsulosin?
Prostata und Harnröhre enthalten glatte Muskeln; laut Fachinformation spielt ihr Zusammenziehen bei den Beschwerden eine wichtige Rolle [2]. Tamsulosin blockiert gezielt bestimmte Untertypen der Alpha-1-Rezeptoren (Alpha-1A und Alpha-1D). Dadurch ziehen sich die Muskeln von Prostata und Harnröhre weniger zusammen: Der Urin fließt leichter ab, das Wasserlassen wird erleichtert und der Harndrang nimmt ab [1, 2]. Laut Fachinformation verbessert Tamsulosin sowohl die Beschwerden beim Füllen als auch beim Entleeren der Blase, und diese Wirkung bleibt auch bei Langzeitanwendung erhalten [2].
Die Hartkapseln geben den Wirkstoff verzögert frei. Nach einer Einzeldosis, die nach einer Mahlzeit eingenommen wurde, ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 6 Stunden erreicht; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich am fünften Tag der regelmäßigen Einnahme ein. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt bei etwa 10 Stunden nach einer Mahlzeit und bei 13 Stunden unter regelmäßiger Einnahme. Abgebaut wird Tamsulosin in der Leber; Laborergebnisse deuten darauf hin, dass daran die Enzyme CYP3A4 und CYP2D6 beteiligt sind. Ausgeschieden wird es hauptsächlich mit dem Urin [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation von Tamsulosin-ratiopharm mit einer Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten sind Schwindel, vor allem beim Aufsetzen oder Aufstehen, und Störungen des Samenergusses [1]. Die Fachinformation beziffert den Schwindel in ihrer Tabelle mit 1,3 Prozent [2]. Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen, ein ungewöhnlich schneller Herzschlag und Atemnot wurden nach der Markteinführung weltweit gemeldet; weil diese Meldungen spontan erfolgten, lassen sich laut Packungsbeilage keine verlässlichen Aussagen über ihre Häufigkeit und die Rolle von Tamsulosin machen [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- HerzSchneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, laut Fachinformation beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- AtemwegeLaufende oder verstopfte Nase (Rhinitis)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmVerstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungDurchfallÜbelkeitErbrechen
- HautHautausschlag, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- HautRoter, juckender oder unebener Hautausschlag (Nesselsucht, Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreiz
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- NervensystemOhnmacht (Synkope)[1, 2]
- HautSchwellung von Händen oder Füßen und von Weichteilgewebe des Körpers, zum Beispiel von Rachen und Zunge, mit Atemnot und/oder Juckreiz und Hautausschlag (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenJuckreizHautausschlagAtemnot
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Geschlechtsorgane und BrustSchmerzhafte, lang anhaltende, ungewollte Erektion (Priapismus)[1, 2]
- HautSchwerer entzündlicher Ausschlag von Haut und Schleimhäuten als allergische Reaktion auf Arzneimittel oder andere Stoffe (Stevens-Johnson-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AtemwegeNasenbluten (Epistaxis)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- AugenVerschwommenes Sehen, Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- HautSchwere Hautausschläge (Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HerzSehr schnelles, unkoordiniertes Zusammenziehen des Herzmuskels (Vorhofflimmern), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) und ungewöhnlich schneller Herzschlag (Tachykardie), gemeldet nach der Markteinführung[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe), gemeldet nach der Markteinführung[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine allergische Reaktion mit Schwellungen (Angioödem) ist selten. Laut Fachinformation soll die Behandlung dann sofort abgebrochen, die betroffene Person bis zum Abklingen der Schwellung überwacht und Tamsulosin nicht mehr gegeben werden [2]. Eine schmerzhafte, lang anhaltende, ungewollte Erektion (Priapismus) ist eine sehr seltene Nebenwirkung [1]. Mehr zu allergischen Reaktionen auf Medikamente lesen Sie unter Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schwindel und niedriger Blutdruck: Wie andere Alpha-Blocker kann Tamsulosin in Einzelfällen den Blutdruck senken; in der Folge kann selten auch eine Ohnmacht auftreten [2]. Spüren Sie Schwindel oder Schwäche, sollten Sie sich sofort hinsetzen oder hinlegen, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Geht es Ihnen danach nicht besser, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2]. Nehmen Sie die Kapsel nach dem Frühstück oder der ersten Mahlzeit ein: Auf nüchternen Magen können Nebenwirkungen häufiger und stärker auftreten [1]. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Niedriger Blutdruck durch Medikamente.
Veränderter Samenerguss: Unter Tamsulosin kann der Samen in die Blase statt durch die Harnröhre abgegeben werden (retrograde Ejakulation), die Menge kann geringer sein oder der Samenerguss bleibt aus. Die Packungsbeilage bezeichnet diese Erscheinung als "harmlos" [1]. Belastet Sie die Veränderung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; setzen Sie Tamsulosin nicht eigenmächtig ab, denn die ursprünglichen Beschwerden können wiederkommen [1]. Weitere Informationen finden Sie unter Libido und Potenz.
Weitere Beschwerden: Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Alpha-Blocker wie Terazosin oder Doxazosin können zusammen mit Tamsulosin den Blutdruck unerwünscht senken. Diclofenac und Warfarin können dazu führen, dass Tamsulosin schneller ausgeschieden wird und kürzer wirkt; Ketoconazol gegen Pilzinfektionen kann dagegen die Ausscheidung von Tamsulosin herabsetzen [1]. Laut Fachinformation können starke CYP3A4-Hemmer die Menge an Tamsulosin im Körper erhöhen; Tamsulosin sollte mit starken und moderaten CYP3A4-Hemmern mit Vorsicht gegeben werden; bei Menschen, die Tamsulosin über CYP2D6 langsam abbauen (Poor Metabolizer), sollte es nicht zusammen mit starken CYP3A4-Hemmern gegeben werden [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Alpha-Blocker wie Terazosin oder Doxazosin (gegen Prostatavergrößerung oder Bluthochdruck) | Unerwünschte Blutdrucksenkung möglich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Diclofenac (entzündungshemmendes Schmerzmittel) und Warfarin (Blutverdünner) | Tamsulosin kann schneller ausgeschieden werden; seine Wirkung hält dann kürzer an[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ketoconazol (gegen Pilzinfektionen) und andere starke oder moderate CYP3A4-Hemmer | Tamsulosin kann langsamer ausgeschieden werden; mit Ketoconazol, einem starken CYP3A4-Hemmer, stieg die Menge im Blut (AUC) auf das 2,8-Fache und die Spitzenkonzentration auf das 2,2-Fache[1, 2] | Laut Fachinformation sollte Tamsulosin mit starken und moderaten CYP3A4-Hemmern mit Vorsicht gegeben werden; bei Menschen, die Tamsulosin über CYP2D6 langsam abbauen (Poor Metabolizer), sollte es nicht zusammen mit starken CYP3A4-Hemmern gegeben werden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Tamsulosin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Hatten Sie schon einmal Schwindel oder Ohnmachtsanfälle, weil der Blutdruck beim Aufstehen abgesackt ist, dürfen Sie Tamsulosin nicht einnehmen; das gilt auch bei einer schweren Leberfunktionsstörung [1, 2]. Bei einer schweren Nierenfunktionsstörung sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn die Anwendung ist bei diesen Menschen nicht untersucht [1, 2].
Bei einigen Menschen, die Tamsulosin einnehmen oder früher eingenommen haben, trat bei Operationen wegen Grauem Star oder Glaukom das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) auf: Die Pupille lässt sich schlechter erweitern, und die Regenbogenhaut wird schlaff. Das kann das Risiko für Komplikationen während und nach der Operation erhöhen [1, 2]. In einzelnen Berichten galt es als nützlich, Tamsulosin 1 bis 2 Wochen vor dem Eingriff abzusetzen; ein Vorteil ist laut Fachinformation aber nicht erwiesen, und IFIS trat auch bei Menschen auf, die Tamsulosin längere Zeit vorher abgesetzt hatten. Ist eine solche Operation geplant, sollte die Behandlung nicht begonnen werden [2]. Ob Sie die Einnahme verschieben oder unterbrechen sollen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Hintergründe bietet der Ratgeber Medikamente vor der OP [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Tamsulosin oder einen der sonstigen Bestandteile; sie kann sich als plötzliche Schwellung von Weichteilen wie Kehle oder Zunge oder von Händen oder Füßen, Atemnot und/oder Juckreiz und Hautausschlag äußern (Angioödem)[1, 2]
- Schwindel oder Ohnmachtsanfälle durch niedrigen Blutdruck beim plötzlichen Aufstehen in der Vorgeschichte (orthostatische Hypotonie)[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörung[1, 2]
- Frauen: Tamsulosin darf bei Frauen nicht angewendet werden[1]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Tamsulosin zeigt in dieser Altersgruppe keine Wirkung[1]
Besondere Vorsicht bei
- Schwere Nierenfunktionsstörung (laut Fachinformation Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min): Die Anwendung wurde bei diesen Menschen bisher nicht untersucht[1, 2]
- Geplante Augenoperation wegen Linsentrübung (Grauer Star, Katarakt) oder erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom): Unter Tamsulosin, auch nach früherer Einnahme, kann sich die Pupille schlechter erweitern und die Regenbogenhaut (Iris) während des Eingriffs schlaff werden (intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom, IFIS). Informieren Sie Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt vorher[1, 2]
- Laut Fachinformation sollte eine Behandlung mit Tamsulosin nicht begonnen werden, wenn eine Operation wegen Grauem Star oder Glaukom geplant ist[2]
- Vor Beginn der Behandlung: ärztliche Untersuchung, um andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden auszuschließen; laut Fachinformation vor der Behandlung und danach regelmäßig eine rektale Untersuchung der Prostata und, falls nötig, eine Bestimmung des PSA-Werts[1, 2]
- Schwindel oder Ohnmacht während der Behandlung: Wie bei anderen Alpha-Blockern kann der Blutdruck in Einzelfällen abfallen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Autofahren, Einnahme, Absetzen und Überdosierung sagen [1, 2]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Tamsulosin-ratiopharm keinen eigenen Hinweis. Zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen Packungsbeilage und Fachinformation nur, dass Tamsulosin bei Frauen nicht angewendet werden darf beziehungsweise für ihre Behandlung nicht vorgesehen ist [1, 2].
Schwangerschaft
Tamsulosin darf bei Frauen nicht angewendet werden; laut Fachinformation ist es für die Behandlung von Frauen nicht vorgesehen.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Tamsulosin sollte die Verkehrstüchtigkeit nicht beeinflussen, kann aber bei manchen Menschen Schwindel hervorrufen. Sind Sie davon betroffen, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Nach dem Frühstück oder der ersten Mahlzeit des Tages einnehmen; auf nüchternen Magen können Nebenwirkungen häufiger und stärker auftreten. Die Hartkapsel im Stehen oder Sitzen (nicht im Liegen) mit einem Glas Wasser im Ganzen schlucken, nicht zerkleinern oder zerkauen.[1, 2]
Einnahme vergessen: Sie können sie später am selben Tag nach einer Mahlzeit nachholen; haben Sie einen ganzen Tag versäumt, nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit, nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Wird die Behandlung vorzeitig beendet, können die ursprünglichen Beschwerden wiederkommen. Nehmen Sie Tamsulosin deshalb so lange ein, wie es verordnet wurde, auch wenn die Beschwerden abgeklungen sind, und sprechen Sie vor einem Abbruch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Überdosierung
Zu große Mengen können den Blutdruck unerwünscht senken und den Herzschlag beschleunigen, sodass man das Gefühl hat, ohnmächtig zu werden. Nehmen Sie dann sofort Kontakt mit einer Ärztin oder einem Arzt auf. Laut Fachinformation können sich Blutdruck und Herzfrequenz durch Hinlegen wieder normalisieren.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine einheitliche Tagesdosis; die Fachinformation ergänzt, was bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion gilt [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat die für Sie geeignete Dosis verschrieben und die Dauer der Behandlung bestimmt. Ändern Sie die Dosierung nicht, ohne vorher mit ihr oder ihm zu sprechen [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Tamsulosin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, und zwar nach dem Frühstück oder der ersten Mahlzeit des Tages. Schlucken Sie die Hartkapsel im Stehen oder Sitzen (nicht im Liegen) mit einem Glas Wasser im Ganzen; zerkleinern oder zerkauen Sie sie nicht [1]. Laut Fachinformation würde das die verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs beeinträchtigen [2]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Die Wirkung auf Blase und Wasserlassen bleibt bei langfristiger Behandlung erhalten. Beenden Sie die Einnahme vorzeitig, können die ursprünglichen Beschwerden zurückkehren; wenden Sie sich deshalb immer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie die Behandlung abbrechen [1]. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind nötig, um den Verlauf der Erkrankung zu beurteilen [1]. Nach einer zu großen Menge kann der Blutdruck unerwünscht sinken; was dann zu tun ist, steht in der Karte oben, Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1, 2].
Präparate mit Tamsulosin
Tamsulosin gibt es von mehreren Anbietern als Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Tamsulosin-ratiopharm 0,4 mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung [1, 2]. Für Präparate, die Tamsulosin zusammen mit einem weiteren Wirkstoff enthalten, etwa mit Dutasterid oder Solifenacin, gelten eigene Packungsbeilagen. Weitere Wirkstoffe gegen Prostatabeschwerden stellt die Seite Prostata-, Blasen- und Potenzmittel vor.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Tamsulosin AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung |
| Tamsulosin-CT | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung |
| Tamsulosin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung; Grundlage dieser Seite |
| Tamsulosin STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tamsulosin-ratiopharm 0,4 mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Tamsulosin-ratiopharm 0,4 mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Wofür nimmt man Tamsulosin?
Tamsulosin wird bei Männern mit Beschwerden im unteren Harntrakt eingesetzt, die durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata entstehen. Dazu gehören ein schwacher Harnstrahl, Nachtröpfeln, Harndrang und häufiges Wasserlassen am Tag und in der Nacht. Tamsulosin entspannt die glatten Muskeln von Prostata und Harnröhre, sodass der Urin leichter abfließt.
Warum soll ich Tamsulosin nach dem Frühstück einnehmen?
Die Packungsbeilage sieht die Einnahme nach dem Frühstück oder der ersten Mahlzeit des Tages vor und weist darauf hin, dass Nebenwirkungen auf nüchternen Magen häufiger und stärker auftreten können. Laut Fachinformation nimmt der Körper Tamsulosin gleichmäßig auf, wenn Sie es immer nach derselben Mahlzeit einnehmen. Schlucken Sie die Hartkapsel im Stehen oder Sitzen mit einem Glas Wasser im Ganzen.
Ist es normal, dass unter Tamsulosin kaum oder kein Samenerguss kommt?
Ejakulationsstörungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, können also bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Der Samen kann in die Harnblase abgegeben werden (retrograde Ejakulation), die Menge kann geringer sein oder der Samenerguss bleibt ganz aus. Die Packungsbeilage bezeichnet diese Erscheinung als "harmlos". Belastet Sie die Veränderung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was muss ich vor einer Operation am Grauen Star beachten?
Informieren Sie Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt, wenn Sie Tamsulosin einnehmen oder früher eingenommen haben. Bei der Operation kann sich die Pupille schlechter erweitern und die Regenbogenhaut schlaff werden (Floppy-Iris-Syndrom); das kann das Risiko für Komplikationen erhöhen. Mit diesem Wissen kann die Augenärztin oder der Augenarzt vorsorgen. Ob Sie die Einnahme vorher unterbrechen sollen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Macht Tamsulosin schwindelig oder senkt es den Blutdruck?
Schwindel, besonders beim Aufsetzen oder Aufstehen, ist eine häufige Nebenwirkung. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, tritt ein niedriger Blutdruck auf, selten kommt es zu einer Ohnmacht. Bei Schwindel sollten Sie sich sofort hinsetzen oder hinlegen, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Geht es Ihnen dann nicht besser, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich mit Tamsulosin Auto fahren?
Tamsulosin sollte die Verkehrstüchtigkeit laut Packungsbeilage nicht beeinflussen. Bei manchen Menschen ruft es aber Schwindel hervor. Wenn Sie davon betroffen sind, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.
Kann ich Tamsulosin einfach absetzen, wenn es mir besser geht?
Wird die Behandlung vorzeitig beendet, können die ursprünglichen Beschwerden wiederkommen. Die Packungsbeilage rät deshalb, Tamsulosin so lange einzunehmen, wie es verordnet wurde, auch wenn die Beschwerden abgeklungen sind. Die Wirkung bleibt auch bei langfristiger Behandlung erhalten. Sprechen Sie vor einem Abbruch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf eine Frau Tamsulosin einnehmen?
Nein. Laut Packungsbeilage darf Tamsulosin bei Frauen nicht angewendet werden; es ist für die Behandlung von Männern mit Prostatabeschwerden bestimmt. Auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen es nicht einnehmen, weil es bei ihnen keine Wirkung zeigt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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