MedikamenteWirkstoff
Cefpodoxim: Nebenwirkungen und Wirkung
Cefpodoxim ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine. Die Filmtabletten werden bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren gegen bakterielle Infektionen eingesetzt, etwa im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, an den Atemwegen, an den Harnwegen und an der Haut. Häufig sind Magen-Darm-Beschwerden, Appetitlosigkeit und Pilzinfektionen. Bei Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion, bei starkem oder anhaltendem Durchfall oder bei Blut oder Schleim im Stuhl brechen Sie die Einnahme ab und suchen unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Vermehrung nicht empfindlicher Mikroorganismen wie Hefepilzen (Candida), insbesondere bei längerem Gebrauch; äußert sich z. B. in Entzündungen der Mund- und Scheidenschleimhaut[1, 2]
- Häufig: Störungen in Form von Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall[1, 2]
- Häufig: Appetitlosigkeit[1, 2]
Wofür wird Cefpodoxim eingesetzt?
Cefpodoxim ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine. Es bekämpft bestimmte Infektionen im Körper, indem es die Krankheitserreger (Bakterien) zerstört [1, 2]. Die Filmtabletten werden bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet, um Infektionen zu behandeln, die durch Cefpodoxim-empfindliche Erreger verursacht werden und sich mit einem Antibiotikum zum Einnehmen behandeln lassen [1, 2].
Dazu gehören Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (Mandelentzündung, Rachenentzündung und Nasennebenhöhlenentzündung), Infektionen der Atemwege wie eine akute bakterielle Bronchitis, ein akuter Schub einer chronischen Bronchitis und eine bakterielle Lungenentzündung, akute unkomplizierte Infektionen der Harnwege (Nierenbeckenentzündung und Blasenentzündung der Frau), eine akute unkomplizierte gonorrhoische Harnröhrenentzündung des Mannes und Entzündung des Gebärmutterhalses der Frau (Tripper) sowie Infektionen der Haut und Weichteile [1, 2]. Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika sind zu berücksichtigen [2].
Jugendliche sollten erst ab einem Alter von 12 Jahren mit den Filmtabletten behandelt werden; für Kinder unter 12 Jahren und Säuglinge stehen flüssige Darreichungsformen in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung [1]. Eine Unterbrechung oder vorzeitige Beendigung der Behandlung gefährdet den Behandlungserfolg oder kann zu Rückfällen führen, deren Behandlung dann erschwert sein kann [1]. Mehr dazu im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Wie wirkt Cefpodoxim?
In den Tabletten steckt Cefpodoximproxetil, eine Vorstufe (Prodrug) des eigentlichen Wirkstoffs. Sie wird im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und in der Darmschleimhaut rasch zu Cefpodoxim umgewandelt [2]. Cefpodoxim gehört zu den Betalaktam-Antibiotika, genauer zu den Cephalosporinen zum Einnehmen (Oralcephalosporine). Es hemmt in der Wachstumsphase der Bakterien den Aufbau ihrer Zellwand, indem es bestimmte Proteine blockiert, die die Bakterien dafür brauchen (Penicillin-bindende Proteine). Daraus ergibt sich eine bakterizide, also Bakterien abtötende Wirkung [2]. Für die Wirksamkeit kommt es laut Fachinformation im Wesentlichen darauf an, wie lange der Wirkstoffspiegel über der Konzentration liegt, die den Erreger hemmt [2].
Bakterien können gegen Cefpodoxim widerstandsfähig (resistent) sein, zum Beispiel wenn sie bestimmte Enzyme (Betalaktamasen) bilden, die den Wirkstoff spalten. Mit anderen Cephalosporinen und mit Penicillinen besteht laut Fachinformation eine teilweise oder vollständige Kreuzresistenz: Eine Widerstandsfähigkeit der Erreger kann ganz oder teilweise auch diese Antibiotika betreffen [2].
Nimmt man Cefpodoxim zu einer Mahlzeit ein, wird mehr Wirkstoff aufgenommen; auf nüchternen Magen gelangen ca. 40 bis 50 % ins Blut. Die höchste Konzentration im Blut ist nach 2 bis 3 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 2,4 Stunden, bei Menschen über 70 Jahren im Mittel 3,6 Stunden. 80 % werden unverändert über die Nieren ausgeschieden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeitsklasse angeben; beide nennen dieselben Klassen. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Packungsbeilage können Überempfindlichkeit und allergische Reaktionen, zum Beispiel ein Hautausschlag, schon nach der ersten Einnahme auftreten. Schwere allergische Sofortreaktionen mit Schwellungen von Gesicht, Gefäßen und Kehlkopf und Atemnot können sich sehr selten bis hin zum lebensbedrohlichen Schock entwickeln [1]. Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse, DRESS und AGEP können laut Fachinformation lebensbedrohlich oder tödlich sein; sie wurden mit unbekannter Häufigkeit berichtet [2]. In der Nebenwirkungsliste von Packungsbeilage und Fachinformation stehen Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade bis zum lebensbedrohlichen Schock, das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse unter "selten", DRESS und AGEP unter "nicht bekannt" [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Arzneimittelallergie und Schwere Hautreaktionen.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenVermehrung nicht empfindlicher Mikroorganismen wie Hefepilzen (Candida), insbesondere bei längerem Gebrauch; äußert sich z. B. in Entzündungen der Mund- und Scheidenschleimhaut[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Magen und DarmStörungen in Form von Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Durchfall[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeitErbrechenBlähungenDurchfall
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HautAllergische Reaktionen wie Hautrötung, Hautausschlag, Nesselsucht, kleinfleckige Blutungen (Purpura) und Juckreiz; laut Fachinformation Hautveränderungen mit und ohne Juckreiz (Erythem, Exanthem, Urtikaria, Purpura)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtJuckreiz
- Blut und LymphsystemErhöhte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytose); die Veränderung bildet sich nach Beendigung der Therapie meist von selbst zurück[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemMissempfindungen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Leber und GalleAnstieg von Leberenzymen (Transaminasen, alkalische Phosphatase) und/oder Bilirubin als Zeichen einer (z. B. cholestatischen) Leberzellschädigung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Allgemeine BeschwerdenSchwächezustände wie Kraftlosigkeit (Asthenie), Ermüdung und Unwohlsein (Malaise)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade, z. B. Hautreaktionen, Schwellung von Gesicht, Zunge und/oder Kehlkopf (Angioödem), Atemnot und Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus) bis zum lebensbedrohlichen Schock[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagAtemnot
- HautBlasenbildende Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse; laut Fachinformation auch Lyell-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Magen und DarmDickdarmentzündung (pseudomembranöse Enterokolitis) mit schweren und/oder anhaltenden, blutigen Durchfällen während oder nach der Therapie[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Magen und DarmAkute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Leber und GalleAkute Leberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Nieren und HarnwegeAkutes Nierenversagen (Niereninsuffizienz)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Nieren und HarnwegeAnstieg harnpflichtiger Substanzen (Kreatinin und Harnstoff) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Blut und LymphsystemVeränderungen des roten Blutbildes (erniedrigte Hämoglobinwerte [Anämie] und hämolytische Anämie), des weißen Blutbildes (Leukopenie, Leukozytose, Neutropenie, Eosinophilie, Agranulozytose, Lymphozytose) und der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautAusgedehnter Ausschlag, hohe Körpertemperatur und vergrößerte Lymphknoten (DRESS-Syndrom oder Arzneimittel-Überempfindlichkeitssyndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- HautRoter, schuppiger, ausgedehnter Ausschlag mit Beulen unter der Haut und Bläschen, begleitet von Fieber; die Symptome treten üblicherweise zu Beginn der Behandlung auf (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei schweren allergischen Sofortreaktionen muss Cefpodoxim sofort abgesetzt und eine ärztliche oder notärztliche Behandlung begonnen werden [1]. Laut Fachinformation sind Behandelte über die Anzeichen schwerer Hautreaktionen zu informieren und engmaschig auf Hautreaktionen zu überwachen [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Magen-Darm-Beschwerden: Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und Durchfall gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Nehmen Sie die Filmtabletten zu einer Mahlzeit ein; laut Packungsbeilage wird der Wirkstoff dann am besten vom Körper aufgenommen [1]. Bei Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall ist die Einnahme nicht angebracht, weil eine ausreichende Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt dann nicht gewährleistet ist; sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2].
Durchfall: Bei starkem oder anhaltendem Durchfall oder wenn Ihr Stuhl Blut oder Schleim enthält, beenden Sie die Einnahme sofort, denn das kann eine lebensbedrohliche Dickdarmentzündung sein. Nehmen Sie keine Arzneimittel, die die Darmbewegung anhalten oder verlangsamen, und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation wird eine solche Dickdarmentzündung (pseudomembranöse Enterokolitis) meist durch das Bakterium Clostridioides difficile ausgelöst [2]. Erbrechen und Durchfall können auch noch mehrere Wochen nach Behandlungsende auftreten [1]. Hintergründe stehen auf der Seite Durchfall durch Medikamente.
Pilzinfektionen: Insbesondere bei längerem Gebrauch können sich nicht empfindliche Mikroorganismen wie Hefepilze (Candida) vermehren; das äußert sich zum Beispiel in Entzündungen der Mund- und Scheidenschleimhaut und sollte entsprechend behandelt werden [1]. Achten Sie auf Zeichen wie Rötung und weißliche Beläge der Schleimhäute und wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Mittel gegen Magensäure (mineralische Antazida und H2-Rezeptorenblocker) vermindern die Aufnahme von Cefpodoxim; sie sollen deshalb im Abstand von 2 bis 3 Stunden vor oder nach Cefpodoxim eingenommen werden [1, 2]. Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, etwa Erythromycin oder Tetracycline, sollten möglichst nicht mit Cefpodoxim kombiniert werden, weil seine Wirkung vermindert sein kann [1, 2]. Erbrechen und Durchfall können die Wirkung anderer Arzneimittel beeinträchtigen, zum Beispiel der "Pille"; mehr dazu im Ratgeber Pille und Antibiotika [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Magensäure wie mineralische Antazida (z. B. Aluminiumhydroxid, Natriumbikarbonat) und H2-Rezeptorenblocker (z. B. Ranitidin) | Weniger Cefpodoxim wird aufgenommen; laut Fachinformation sinkt die Bioverfügbarkeit bei nüchternen Probanden um ca. 30 %[1, 2] | Im Abstand von 2 bis 3 Stunden vor oder nach Cefpodoxim einnehmen |
| Antibiotika, die das Bakterienwachstum hemmen (bakteriostatisch), z. B. Chloramphenicol, Erythromycin, Sulfonamide oder Tetracycline | Die Wirkung von Cefpodoxim kann vermindert werden[1, 2] | Möglichst nicht kombinieren |
| Stark wirkende Entwässerungsmittel (Saluretika, z. B. Furosemid) oder möglicherweise nierenschädigende Arzneimittel (z. B. Aminoglykosid-Antibiotika) | Bei hochdosierter Behandlung mit Cephalosporinen ist eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion nicht auszuschließen; mit Cefpodoxim in der empfohlenen Dosierung laut klinischer Erfahrung unwahrscheinlich[1, 2] | Hochdosierte Behandlungen mit Cephalosporinen sollten mit Vorsicht durchgeführt werden |
| Hormonelle Verhütungsmittel ("Pille") | Bei Erbrechen und Durchfall kann ihre empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigt werden[1, 2] | Bei Bedarf Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Cefpodoxim nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einer Allergie gegen Cefpodoxim oder gegen andere Cephalosporine dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen. Dasselbe gilt, wenn bei Ihnen bei einer früheren Behandlung mit Penicillinen und anderen Betalaktam-Antibiotika schwere Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind [1]. Die Fachinformation nennt außerdem vorbekannte Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp und eine Anaphylaxie gegen Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika [2]. Hatten Sie ausgeprägte Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma, ist besondere Vorsicht erforderlich [1]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Cefpodoxim, gegen andere Cephalosporine oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bei einer früheren Behandlung mit Penicillinen und anderen Betalaktam-Antibiotika; laut Fachinformation auch vorbekannte Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp oder Anaphylaxie gegen Penicilline oder andere Betalaktam-Antibiotika[1, 2]
- Nach einer schweren Hautreaktion wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxischer epidermaler Nekrolyse, DRESS oder AGEP oder nach einem Erythema multiforme unter Cefpodoxim darf es zu keinem Zeitpunkt erneut angewendet werden[2]
Besondere Vorsicht bei
- Ausgeprägte Allergien (z. B. Heuschnupfen) oder Asthma in der Vorgeschichte: laut Fachinformation erhöhtes Risiko für schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 40 ml/min) oder Hämodialyse: Die Ärztin oder der Arzt muss bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen und die Zeitabstände zwischen den Einnahmen verlängern[1, 2]
- Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall: Die Einnahme ist nicht angebracht, da eine ausreichende Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt nicht gewährleistet ist[1, 2]
- Kinder: Jugendliche sollten erst ab 12 Jahren mit den Filmtabletten behandelt werden; für Kinder unter 12 Jahren und Säuglinge stehen flüssige Darreichungsformen in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung[1]
- Längerfristige oder wiederholte Einnahme: Neu- oder Zweitinfektion mit unempfindlichen (resistenten) Keimen oder Sprosspilzen möglich; auf Zeichen wie Pilzbefall der Schleimhäute mit Rötung und weißlichen Belägen achten[1, 2]
- Erbrechen und Durchfall, die selbst mehrere Wochen nach Behandlungsende auftreten können, können die Wirksamkeit von Cefpodoxim und anderer Arzneimittel beeinträchtigen, z. B. die empfängnisverhütende Wirkung der "Pille"[1, 2]
- Laboruntersuchungen: Der Coombs-Test und nicht-enzymatische Methoden zur Bestimmung von Zucker im Harn können falsch-positiv ausfallen[1, 2]
- Enthält Lactose: Bei einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. In der Schwangerschaft sollte Cefpodoxim laut Packungsbeilage insbesondere in den ersten 3 Monaten nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden [1]. Embryotox ordnet Cefpodoxim als Medikament der Wahl ein, hält aber ebenfalls eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig [3]. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Für die Anwendung bei Schwangeren liegen keine hinreichenden Daten vor; durchgeführte Untersuchungen, laut Fachinformation Tierstudien, ergaben keinen Hinweis darauf, dass Cefpodoxim Fehlbildungen oder andere Schäden beim ungeborenen Kind bewirkt. Wegen der fehlenden Erfahrungen sollte Cefpodoxim insbesondere in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden.[1, 2]
Embryotox ordnet Cefpodoxim als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Der Erfahrungsumfang ist laut Embryotox für Cefpodoxim gering, für die Cephalosporine insgesamt hoch; nach langer Marktpräsenz haben sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungs- oder Fehlgeburtsrisiko ergeben. Bei entsprechendem Erregerspektrum kann Cefpodoxim laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Cefpodoxim geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Beim gestillten Säugling kann es deshalb zu Durchfällen und zu einer Besiedlung des Darms mit Sprosspilzen kommen, sodass das Stillen eventuell unterbrochen werden muss; auch die Möglichkeit, beim Kind eine Überempfindlichkeit hervorzurufen, ist zu berücksichtigen. In der Stillzeit sollte Cefpodoxim nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden.[1, 2]
Laut Embryotox liegen zum Stillen unter Cefpodoxim keine publizierten Erfahrungen vor; für die Cephalosporine insgesamt haben sich bislang keine Hinweise auf Risiken für gestillte Kinder ergeben. Gelegentlich kann eine Antibiotika-Therapie der Mutter beim gestillten Kind zum Beispiel zu vorübergehendem Durchfall oder Soor führen. Bei entsprechendem Erregerspektrum kann Cefpodoxim laut Embryotox in der Stillzeit eingesetzt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Nach bisherigen Erfahrungen hat Cefpodoxim im Allgemeinen keinen Einfluss auf Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Selten können aber Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall oder Schwindelzustände beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen zu Risiken führen.[1, 2]
Einnahme
Die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) zu einer Mahlzeit einnehmen, weil der Wirkstoff dann am besten vom Körper aufgenommen wird. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Im Abstand von etwa 12 Stunden, jeweils morgens und abends, einnehmen; eine Ausnahme bilden Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion.[1, 2]
Einnahme vergessen: Sie können die Dosis nachholen, solange der reguläre Einnahmetermin um nicht mehr als ca. 6 Stunden überschritten ist; ansonsten die Behandlung mit der verordneten Dosis zu den üblichen Zeiten fortsetzen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab: Eine Unterbrechung oder vorzeitige Beendigung gefährdet den Behandlungserfolg oder kann zu Rückfällen führen, deren Behandlung dann erschwert sein kann.[1]
Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen muss die Behandlung sofort abgebrochen werden, und Notfallmaßnahmen müssen unverzüglich eingeleitet werden. Bei Verdacht auf eine pseudomembranöse Enterokolitis muss Cefpodoxim unverzüglich abgesetzt werden; Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht angewendet werden.[2]
Überdosierung
Erkenntnisse über signifikante Überdosierungen beim Menschen liegen nicht vor. In wenigen Fällen wurden Überdosierungen bis zur Tagesdosis von 1.000 mg Cefpodoxim berichtet; die beobachteten Nebenwirkungen waren dieselben wie bei der empfohlenen Dosierung. Nehmen Sie bei einer Überdosierung Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf. Cefpodoxim lässt sich durch Dialyse entfernen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 200 mg nennt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren eine übliche Dosis je Anwendungsgebiet, Angaben für eine eingeschränkte Nierenfunktion und die übliche Behandlungsdauer; die Fachinformation ergänzt Angaben zu Leberfunktionsstörungen und älteren Menschen [1, 2]. Für die flüssigen Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen. Die Übersicht gibt die Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung; welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Cefpodoxim immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, zu einer Mahlzeit. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Cefpodoxim sollte im Abstand von etwa 12 Stunden eingenommen werden, jeweils morgens und abends; eine Ausnahme bilden Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, können Sie sie nachholen, solange der reguläre Termin um nicht mehr als ca. 6 Stunden überschritten ist; sonst setzen Sie die Behandlung zu den üblichen Zeiten fort und nehmen nicht die doppelte Menge [1].
Brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab, sondern befolgen Sie die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes, um Rückfälle zu vermeiden [1]. Infektionen mit der Bakterienart Streptococcus pyogenes sind laut Packungsbeilage für eine Mindestdauer zu behandeln, um Spätkomplikationen wie rheumatischem Fieber oder einer schweren Nierenerkrankung (Glomerulonephritis) vorzubeugen; die Angabe steht in der Übersicht oben [1, 2]. Bei einer Überdosierung nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Cefpodoxim
Cefpodoxim gibt es als Filmtabletten mit 100 oder 200 mg [2]; für Kinder unter 12 Jahren und Säuglinge stehen flüssige Darreichungsformen zur Verfügung [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Cefpodoxim-ratiopharm Filmtabletten [1, 2]. Für den Saft gelten eine eigene Packungsbeilage und eigene Dosierungsangaben.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Cefpodoxim STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 100 oder 200 mg |
| Cefpodoxim-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 100 oder 200 mg (200 mg: Grundlage dieser Seite), Pulver für einen Saft (40 mg/5 ml) |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cefpodoxim-ratiopharm 200 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Cefpodoxim-ratiopharm 100 mg/200 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Cefpodoxim. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Was für ein Antibiotikum ist Cefpodoxim?
Cefpodoxim ist ein Cephalosporin zum Einnehmen und gehört damit zu den Betalaktam-Antibiotika. In den Tabletten steckt die Vorstufe Cefpodoximproxetil, die im Körper zu Cefpodoxim umgewandelt wird. Es hemmt den Aufbau der Bakterienzellwand und tötet Bakterien ab.
Darf ich Cefpodoxim nehmen, wenn ich gegen Penicillin allergisch bin?
Nicht, wenn bei Ihnen bei einer früheren Behandlung mit Penicillinen und anderen Betalaktam-Antibiotika schwere Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind. Die Fachinformation nennt außerdem Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp und eine Anaphylaxie gegen Penicilline als Gegenanzeige. Bei einer Allergie gegen andere Cephalosporine dürfen Sie Cefpodoxim ebenfalls nicht einnehmen. Laut Packungsbeilage ist besondere Vorsicht erforderlich, wenn Sie früher an ausgeprägten Allergien wie Heuschnupfen oder an Asthma litten. Besprechen Sie jede frühere Allergie, auch gegen Penicilline, vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Nebenwirkungen hat Cefpodoxim?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Appetitlosigkeit und eine Vermehrung von Hefepilzen, etwa mit Entzündungen der Mund- oder Scheidenschleimhaut. Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100, treten allergische Hautreaktionen, Kopfschmerzen, Missempfindungen, Schwindel, Ohrgeräusche, erhöhte Leberwerte und Schwächezustände auf. Selten, bei bis zu 1 von 1.000, sind unter anderem Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade, blasenbildende Hautreaktionen und eine Dickdarmentzündung (pseudomembranöse Enterokolitis).
Soll ich Cefpodoxim vor oder nach dem Essen einnehmen?
Nehmen Sie Cefpodoxim zu einer Mahlzeit ein; laut Packungsbeilage wird der Wirkstoff dann am besten vom Körper aufgenommen. Schlucken Sie die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit. Mittel gegen Magensäure wie Antazida oder H2-Rezeptorenblocker verringern die Aufnahme und sollten 2 bis 3 Stunden vor oder nach Cefpodoxim eingenommen werden.
Wirkt die Pille, wenn ich Cefpodoxim nehme?
Cefpodoxim kann zu Erbrechen und Durchfall führen, selbst mehrere Wochen nach Behandlungsende. Dann kann laut Packungsbeilage die empfängnisverhütende Wirkung der "Pille" beeinträchtigt sein. Fragen Sie bei Bedarf Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; mehr dazu im Ratgeber Pille und Antibiotika.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Cefpodoxim nehme?
Packungsbeilage und Fachinformation von Cefpodoxim-ratiopharm enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während Ihrer Infektion und Behandlung infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Darf ich Cefpodoxim in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte Cefpodoxim wegen fehlender Erfahrungen insbesondere in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden. In der Stillzeit gilt das ebenfalls, weil der Wirkstoff in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht; beim gestillten Säugling sind Durchfall und eine Besiedlung des Darms mit Sprosspilzen möglich. Das Beratungszentrum Embryotox ordnet Cefpodoxim als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig; bei entsprechendem Erregerspektrum kann es laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingesetzt werden.
Wie hoch ist die Dosis von Cefpodoxim und wie lange nehme ich es ein?
Dosis und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richten sich nach der Art der Infektion und der Nierenfunktion. Die Angaben der Packungsbeilage und der Fachinformation finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation". Brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab, um Rückfälle zu vermeiden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
-
Medikamente Cotrimoxazol (Sulfamethoxazol/Trimethoprim) (Cotrimoxazol)Cotrimoxazol ist ein Antibiotikum aus Sulfamethoxazol und Trimethoprim.
-
Impfungen HPV-Impfung: Nebenwirkungen und ReaktionenWelche Nebenwirkungen die Fachinformationen der HPV-Impfstoffe Cervarix und Gardasil 9 nennen.