MedikamenteDetailfrage
Folsäure in der Schwangerschaft
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, zusätzlich zu einer möglichst folatreichen Ernährung Folsäure in Tablettenform einzunehmen; die Einnahme sollte spätestens vier Wochen vor einer Schwangerschaft beginnen und bis zu zwölf Wochen nach ihrem Eintritt fortgesetzt werden. Für die apothekenpflichtigen Tabletten mit 5 mg Folsäure, ein Arzneimittel zur Behandlung eines Folsäuremangels, nennt die Packungsbeilage eine Obergrenze pro Tag für Schwangerschaft und Stillzeit; vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Welche Präparate und welche Dosierung für Sie sinnvoll sind, bespricht laut gesund.bund.de Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt mit Ihnen.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren im ersten Drittel der Schwangerschaft empfohlen, zusätzlich zu einer möglichst folatreichen Ernährung Folsäure einzunehmen. Die Einnahme sollte spätestens vier Wochen vor einer Schwangerschaft beginnen und bis zu zwölf Wochen nach eingetretener Schwangerschaft fortgesetzt werden [11]. Auch nach gesund.bund.de sollte fast jede Schwangere zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung Folsäure einnehmen, nach Möglichkeit schon vor der Schwangerschaft beginnend. Welche Präparate und welche Dosierung für Sie sinnvoll sind, bespricht Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt mit Ihnen [12].
Folsäure gibt es als Arzneimittel und als Nahrungsergänzungsmittel [2, 11]. Tabletten mit 5 mg Folsäure sind ein apothekenpflichtiges Arzneimittel zur Behandlung eines Folsäuremangels, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt [1, 2]. Nahrungsergänzungsmittel gehören dagegen laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu den Lebensmitteln [16]. Wie Folsäure wirkt und welche Nebenwirkungen die Packungsbeilage nennt, steht auf der Wirkstoffseite.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation von Folsäure-ratiopharm 5 mg Tabletten, beide mit dem Stand September 2016 [1, 2]. Die Packungsbeilage bezeichnet das Mittel als Vitaminpräparat. Angewendet wird es zur Behandlung von Folsäuremangelzuständen, die sich durch die Ernährung (diätetisch) nicht beheben lassen [1]. Die Tabletten sind apothekenpflichtig [2]. Andere Präparate haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Schwangerschaft: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Kontrollierte Studien an Schwangeren mit Tagesdosen bis 5 mg Folsäure haben keine Hinweise auf Schädigungen des ungeborenen Kindes ergeben; die Fachinformation spricht von Schädigungen des Embryos oder Fetus [1, 2]. Eine Folsäure-Ergänzung kann laut Packungsbeilage das Risiko von Neuralrohrdefekten vermindern, also von Fehlbildungen während der Entwicklung des Kindes im Mutterleib [1].
Obergrenze: Da die Sicherheit einer höheren Dosierung nicht gewährleistet ist, darf laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nicht mehr als 5 mg Folsäure pro Tag eingenommen werden [1]. Die Fachinformation bezeichnet eine höhere Dosierung in Schwangerschaft und Stillzeit als kontraindiziert, also als Gegenanzeige [2]. Für Schwangerschaft und Stillzeit nennt die Packungsbeilage eine eigene Dosierung, die gilt, falls ärztlich nicht anders verordnet; sie steht im Abschnitt Dosierung der Wirkstoffseite. Die Dauer der Behandlung hängt vom Ausmaß des Folsäuremangels ab und wird von der Ärztin oder dem Arzt bestimmt [1].
Andere Arzneimittel: Folsäure kann laut Packungsbeilage die Blutspiegel von Mitteln gegen Anfallsleiden (Antikonvulsiva wie Phenytoin, Phenobarbital oder Primidon) senken und dadurch unter Umständen die Krampfbereitschaft erhöhen. Bei hohen Dosen ist nicht auszuschließen, dass sich Folsäure und Hemmstoffe der Folsäure (Folsäureantagonisten) gegenseitig in ihrer Wirkung hemmen; dazu gehören bestimmte Mittel gegen bakterielle Infektionen oder Malaria wie Trimethoprim, Proguanil und Pyrimethamin sowie Methotrexat [1, 2]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen [1].
Die Übersicht stellt die Angaben der Packungsbeilage und der Stellen nebeneinander, die Empfehlungen zur Folsäure vor und in der Schwangerschaft geben:
| Quelle | Vor der Schwangerschaft | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|---|
| Packungsbeilage und Fachinformation, Tabletten mit 5 mg (Arzneimittel) | Vor der Einnahme ärztlichen Rat oder Rat der Apotheke einholen [1] | Eine Obergrenze pro Tag, die nicht überschritten werden darf; in kontrollierten Studien mit Tagesdosen bis zu dieser Grenze keine Hinweise auf Schädigungen [1, 2] | Dieselbe Obergrenze pro Tag wie in der Schwangerschaft [1, 2] |
| BfR | Folsäure in Tablettenform, Beginn spätestens vier Wochen vor einer Schwangerschaft [11] | Fortsetzen bis zu zwölf Wochen nach Eintritt der Schwangerschaft; der Bedarf an Folat steigt [11] | Der Bedarf an Folat steigt; bewusstere Lebensmittelauswahl [11] |
| gesund.bund.de | Nach Möglichkeit schon vor der Schwangerschaft beginnen [12] | Zusätzliche Einnahme für fast jede Schwangere; Präparat und Dosierung bespricht die Frauenärztin oder der Frauenarzt [12] | Nicht genannt |
| Netzwerk Gesund ins Leben | Ab Kinderwunsch, mindestens vier Wochen vor der Empfängnis [14, 15] | Bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche; bei spätem Beginn eine eigene Empfehlung [14, 15] | Nicht genannt |
Einschätzung von Embryotox
Das Beratungszentrum Embryotox der Charité äußert sich zu Folsäure auf den Seiten einzelner Erkrankungen und Arzneimittel [17, 18, 19, 20, 21, 22].
Diabetes mellitus: Für Frauen mit Diabetes und Kinderwunsch nennt Embryotox als Empfehlung unter anderem eine Folsäure-Ergänzung von drei Monaten vor der Empfängnis bis zum Abschluss der 12. Schwangerschaftswoche [21].
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Frauen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sollten sich laut Embryotox schon bei Kinderwunsch bei Spezialistinnen und Spezialisten über ihre Erkrankung in der Schwangerschaft informieren. Dazu gehört eine Folsäure-Ergänzung, die vor der Empfängnis begonnen werden sollte [22]. Entzündliche Darmerkrankungen erschweren laut IQWiG die Aufnahme von Folsäure aus dem Darm [13].
Mittel gegen Anfallsleiden: Carbamazepin ist laut Embryotox ein Folsäure-Antagonist. Ist die Behandlung zwingend notwendig, sollte laut Embryotox zuverlässig ab der Planung einer Schwangerschaft bis mindestens zur 12. Woche täglich Folsäure eingenommen werden [17]. Zu Valproinsäure schreibt Embryotox: Bei einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft darf Valproat nicht eingesetzt werden; die einzige Ausnahme sind Patientinnen mit Epilepsie, für die keine geeigneten therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen. Sie sollten ab der Planung der Schwangerschaft bis mindestens zum Ende des ersten Drittels täglich Folsäure einnehmen [18]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Welche Menge Folsäure Sie einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Bei Lamotrigin lässt sich laut Embryotox beim Erwachsenen keine nennenswerte gegen die Folsäure gerichtete Wirkung darstellen; eine Erhöhung der bei Kinderwunsch und Schwangerschaft empfohlenen Folsäure-Dosis erscheint deshalb nicht erforderlich [19]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Epilepsie.
Sulfasalazin: Der Wirkstoff kann laut Embryotox zu einer verminderten Aufnahme von Folsäure führen; deshalb sollte auf eine ausreichende Folsäure-Ergänzung geachtet werden [20].
Stillzeit
Packungsbeilage: Für die Stillzeit nennt die Packungsbeilage dieselbe Obergrenze pro Tag wie für die Schwangerschaft (Abschnitt Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen), weil die Sicherheit einer höheren Dosierung nicht gewährleistet ist. Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1].
Bedarf: In Schwangerschaft und Stillzeit steigt laut BfR der Bedarf an Folat, sodass in diesen Phasen höhere Aufnahmen durch eine bewusstere Lebensmittelauswahl notwendig sind. Folat steckt laut BfR beispielsweise in grünem Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornbrot und Eiern. Über die übliche Ernährung, ohne angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, kann Folat laut BfR nicht überdosiert werden [11].
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Embryotox bittet Stillende, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [23]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit

Warum der Zeitpunkt zählt: Laut BfR beginnt schon etwa drei Wochen nach der Empfängnis die Entwicklung des Zentralnervensystems: Es bildet sich das Neuralrohr, aus dem sich Rückenmark und Gehirn entwickeln. Für eine normale Entwicklung muss sich das Neuralrohr bis zum Ende der vierten Schwangerschaftswoche vollständig schließen. Geschieht das nicht oder nur unvollständig, spricht man von einem Neuralrohrdefekt, zum Beispiel einer Spina bifida, alltagssprachlich "offener Rücken" genannt [11]. Bei ungefähr einer bis zwei von 1.000 Schwangerschaften schließt sich das Neuralrohr laut BfR nicht oder unvollständig; in Deutschland kommen dadurch jährlich etwa 800 Kinder mit einem Neuralrohrdefekt zur Welt [11].
Gerade in den ersten Wochen, in denen Folsäure besonders wichtig ist, wissen viele Frauen noch nicht, dass sie schwanger sind; nur schätzungsweise die Hälfte aller Schwangerschaften ist laut BfR geplant. Deshalb wird allen Frauen, die sich ein Kind wünschen oder die nicht gezielt verhüten, empfohlen, Folsäure in Tablettenform einzunehmen [11]. Auch laut IQWiG wird Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren empfohlen, Folsäure-Präparate einzunehmen, unabhängig von ihren Folsäure-Werten im Blut; die Folsäure aus solchen Präparaten kann der Körper besonders gut aufnehmen [13].
Handlungsempfehlungen: Das Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung gibt bundesweite Handlungsempfehlungen heraus. Danach soll die Einnahme von Folsäure ab dem Kinderwunsch beginnen, mindestens aber vier Wochen vor der Empfängnis, und bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche fortgesetzt werden. Für Frauen, die nicht mindestens vier Wochen vor der Empfängnis begonnen haben, nennen die Handlungsempfehlungen bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche eine eigene Empfehlung [14, 15]; sprechen Sie dann mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Hat eine Frau bereits ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt geboren, ist das Risiko eines erneuten Neuralrohrdefekts bei Geschwisterkindern laut diesen Empfehlungen größer; eine ausreichende Folsäure-Dosierung in ärztlicher Absprache ist dann besonders wichtig [14].
Ernährung und angereicherte Lebensmittel: Frauen im gebärfähigen Alter sollten laut BfR auch durch eine gezielte Auswahl folatreicher Lebensmittel auf eine gute Versorgung achten. Lebensmittel, die mit Folsäure angereichert sind, etwa Frühstückszerealien, Milchprodukte, Erfrischungsgetränke oder Speisesalz, eignen sich laut BfR nicht für eine flächendeckende Verbesserung der Versorgung vor und in der Schwangerschaft, vor allem weil Verzehrhäufigkeit und Verzehrmenge in der Bevölkerung stark schwanken [11]. Folsäure-Tabletten ersetzen laut Netzwerk Gesund ins Leben die Zufuhr über Lebensmittel nicht, sondern ergänzen sie [15].
Zur Fruchtbarkeit macht die Fachinformation der Tabletten mit 5 mg keine eigenen Angaben [2]. Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [23]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Was Sie tun können
Bei Kinderwunsch: Sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über Folsäure. Welche Präparate Sie benötigen und welche Dosierung für Sie sinnvoll ist, bespricht sie oder er laut gesund.bund.de mit Ihnen [12].
Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel: Für Nahrungsergänzungsmittel gilt laut BVL das Lebensmittelrecht. Sie müssen beim BVL nur angezeigt werden; ein Vorabnachweis der Wirksamkeit oder Sicherheit gegenüber einer Behörde ist nicht erforderlich, für die Sicherheit ist der Hersteller verantwortlich. Für Arzneimittel gilt das Arzneimittelrecht [16]. Die Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation auf dieser Seite gelten für die Tabletten mit 5 mg, nicht für Nahrungsergänzungsmittel. Sind Sie unsicher, welches Produkt Sie verwenden, lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Mit verordneten Medikamenten: Nehmen Sie Mittel gegen Anfallsleiden, Methotrexat, Sulfasalazin oder andere Medikamente, zu denen Packungsbeilage oder Embryotox Hinweise zur Folsäure geben, besprechen Sie Folsäure und Ihre Behandlung vor einer geplanten Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 17, 20]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Schwanger geworden: Nehmen Sie Folsäure-Tabletten mit 5 mg ein und sind schwanger geworden, sagen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Packungsbeilage fragen Sie in der Schwangerschaft vor der Einnahme um Rat [1]. Haben Sie vor der Schwangerschaft keine Folsäure eingenommen, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt; für einen späten Beginn nennen die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben eine eigene Empfehlung [14].
Beratung durch Embryotox: Embryotox bietet Online-Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer aktuellen und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft an. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen der Fragebögen zu schicken. Embryotox berät zur Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht aber zu Nahrungsergänzungsmitteln [23].
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Soll ich jetzt mit Folsäure beginnen, und wie lange soll ich sie einnehmen?
- Welche Menge passt für mich, und brauche ich ein Arzneimittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel?
- Gibt es bei mir Gründe, den Folsäure-Wert im Blut zu bestimmen?
- Ich nehme weitere Medikamente: Beeinflussen sie die Folsäure, oder beeinflusst Folsäure sie?
- Nehme ich mit Kombinationspräparaten und angereicherten Lebensmitteln zu viel Folsäure auf?
- Was gilt nach der Geburt, wenn ich stille?
Einnahme notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie welches Folsäure-Präparat einnehmen und wann Beschwerden auftreten. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [23].
Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Sehr selten kann sich laut Packungsbeilage eine Unverträglichkeitsreaktion auf Folsäure als Luftnot (Bronchospasmus) oder Kreislaufkollaps (anaphylaktischer Schock) äußern [1]. Bei Luftnot oder Kreislaufkollaps wählen Sie den Notruf 112. Welche weiteren Beschwerden laut Packungsbeilage ärztlich abgeklärt werden sollten, zeigt der Kasten unten [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Folsäure-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2016. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Folsäure-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2016. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Schwanger werden? Aber nicht ohne Folsäure! (Flyer). Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Stand 2022. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Ernährung in der Schwangerschaft. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (geprüft durch den Deutschen Hebammenverband). Stand 01.12.2025. abgerufen am 16.10.2026
- Folsäure (Laborwerte). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025 (aktualisiert). abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Handlungsempfehlungen: Supplement Folsäure. Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Stand 06.07.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft: Wann und wie viel? (Nachgefragt). Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Stand 07.08.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Nahrungsergänzungsmittel vs. Arzneimittel. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Carbamazepin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Valproinsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Lamotrigin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Sulfasalazin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Diabetes mellitus. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Ab wann sollte ich bei Kinderwunsch Folsäure nehmen?
Laut BfR sollte die Einnahme von Folsäure spätestens vier Wochen vor einer Schwangerschaft beginnen und bis zu zwölf Wochen nach eingetretener Schwangerschaft fortgesetzt werden. Weil nur schätzungsweise die Hälfte aller Schwangerschaften geplant ist, wird laut BfR allen Frauen, die sich ein Kind wünschen oder nicht gezielt verhüten, Folsäure in Tablettenform empfohlen. Die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben nennen als Beginn den Kinderwunsch, mindestens aber vier Wochen vor der Empfängnis.
Wie viel Folsäure brauche ich in der Schwangerschaft?
Welche Präparate und welche Dosierung für Sie sinnvoll sind, bespricht laut gesund.bund.de Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt mit Ihnen. Für die Tabletten mit 5 mg Folsäure, ein Arzneimittel zur Behandlung eines Folsäuremangels, nennt die Packungsbeilage eine eigene Dosierung für Schwangerschaft und Stillzeit; sie steht auf der Seite Folsäure im Abschnitt zur Dosierung. Für Frauen, die nicht mindestens vier Wochen vor der Empfängnis mit Folsäure begonnen haben, nennen die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche eine eigene Empfehlung; sprechen Sie dann mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Darf ich Folsäure 5 mg in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage haben kontrollierte Studien an Schwangeren mit Tagesdosen bis 5 mg Folsäure keine Hinweise auf Schädigungen des ungeborenen Kindes ergeben. Weil die Sicherheit einer höheren Dosierung nicht gewährleistet ist, dürfen in der Schwangerschaft nicht mehr als 5 mg Folsäure pro Tag eingenommen werden. Angewendet werden die Tabletten zur Behandlung eines Folsäuremangels, der sich über die Ernährung nicht beheben lässt. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.
Brauche ich Folsäure auch im 2. und 3. Trimester?
Die Empfehlung des BfR für Folsäure in Tablettenform reicht bis zu zwölf Wochen nach eingetretener Schwangerschaft; die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben nennen das Ende der 12. Schwangerschaftswoche. Laut BfR steigt der Bedarf an Folat in Schwangerschaft und Stillzeit, sodass in diesen Phasen höhere Aufnahmen durch eine bewusstere Lebensmittelauswahl notwendig sind. Ob Sie nach dem ersten Drittel weiter ein Präparat brauchen, besprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Ist Folsäure aus der Drogerie ein Arzneimittel?
Folsäure wird auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Nahrungsergänzungsmittel gehören laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu den Lebensmitteln und dienen der Ergänzung der Ernährung. Sie müssen beim BVL nur angezeigt werden; ein Vorabnachweis von Wirksamkeit oder Sicherheit gegenüber einer Behörde ist nicht erforderlich, für die Sicherheit ist der Hersteller verantwortlich. Für Arzneimittel gilt dagegen das Arzneimittelrecht. Ob ein Präparat ein Arzneimittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel ist, kann Ihnen die Apotheke sagen.
Kann man Folsäure überdosieren?
Über die übliche Ernährung, ohne angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel, kann Folat laut BfR nicht überdosiert werden. Bei gelegentlicher höherer Dosierung der Tabletten sind laut Packungsbeilage keine Überdosierungserscheinungen zu erwarten; bei einem Anfallsleiden kann die Krampfbereitschaft jedoch zunehmen. Bei hohen Dosierungen länger als 4 Wochen nennt die Packungsbeilage Magen-Darm-Störungen, Schlafstörungen, Erregung und Depression; die Menge dazu steht auf der Seite Folsäure. Erhöhte Folsäure-Werte im Blut sind laut IQWiG häufig die Folge einer starken Überdosierung von Folsäure-Präparaten oder eines Messfehlers.
Darf ich Folsäure in der Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage der Tabletten mit 5 mg gilt in der Stillzeit dieselbe Obergrenze pro Tag wie in der Schwangerschaft, weil die Sicherheit höherer Dosen nicht gewährleistet ist; fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Der Bedarf an Folat steigt laut BfR auch in der Stillzeit, eine bewusstere Lebensmittelauswahl ist dann notwendig. Stillende berät Embryotox nicht selbst; wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt, Ihre Gynäkologin, Ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke.
Ich nehme Medikamente gegen Epilepsie. Was gilt für Folsäure?
Folsäure kann laut Packungsbeilage die Blutspiegel von Mitteln gegen Anfallsleiden wie Phenytoin, Phenobarbital oder Primidon senken und dadurch unter Umständen die Krampfbereitschaft erhöhen. Embryotox nennt auf den Seiten zu Carbamazepin und Valproinsäure eigene Hinweise zur täglichen Folsäure-Einnahme ab der Planung einer Schwangerschaft; bei Lamotrigin erscheint laut Embryotox eine Erhöhung der bei Kinderwunsch empfohlenen Folsäure-Dosis nicht erforderlich. Besprechen Sie Folsäure und Ihre Behandlung vor einer Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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