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Zolpidem absetzen

Hören Sie laut Packungsbeilage nicht plötzlich mit Zolpidem auf: Sie nehmen es, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt, dass Sie aufhören sollen, und die Ärztin oder der Arzt verringert die Dosis über einen gewissen Zeitraum. Bei abruptem Absetzen kann die Schlaflosigkeit in verstärkter Form zurückkehren; hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch von Entzugserscheinungen begleitet, laut Packungsbeilage zum Beispiel von Angst, Unruhe oder Halluzinationen, in seltenen Fällen auch von Krampfanfällen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Anfang sechzig mit kurzem aschblondem Haar und senfgelber Strickjacke gießt am späten Nachmittag Kräuter auf einem sonnigen Balkon
Bild: KI-generiert

Hören Sie laut Packungsbeilage nicht plötzlich mit der Einnahme von Zolpidem auf, sondern sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie die Einnahme beenden möchten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verringert dann die Dosis und setzt die Tabletten über einen gewissen Zeitraum ab [1]. Da das Risiko für Entzugs- und Rebound-Erscheinungen nach plötzlichem Beenden höher ist, wird laut Fachinformation empfohlen, die Dosis schrittweise zu reduzieren [2].

Zolpidem ist ein Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepin-ähnlichen Arzneimittel. Es wird zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen angewendet, und zwar nur bei Schlafstörungen, die schwerwiegend sind, extrem beeinträchtigen oder zu einer massiven Belastung werden [1]. Wie es wirkt, welche Nebenwirkungen es hat und wie es eingenommen wird, steht auf der Seite Zolpidem.

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Zolpidem ist für die Kurzzeitbehandlung bestimmt [1]. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein, kann wenige Tage bis zu 2 Wochen dauern und sollte einschließlich der schrittweisen Absetzphase 4 Wochen nicht überschreiten [1, 2]. In bestimmten Situationen kann eine längere Einnahme erforderlich sein. Dann sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wann und wie Sie die Behandlung beenden [1]. Eine Verlängerung über diesen Zeitraum hinaus sollte laut Fachinformation nicht ohne erneute Beurteilung erfolgen, weil das Risiko von Missbrauch und Abhängigkeit mit der Dauer der Behandlung zunimmt [2]. Die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Einen Zeitplan mit einzelnen Schritten enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Die Absetzphase sollte laut Fachinformation auf den einzelnen Menschen abgestimmt sein [2]. Sinnvoll ist laut Fachinformation, Behandelte schon zu Beginn über die begrenzte Dauer der Behandlung zu informieren. Wichtig ist auch, dass sie um die Möglichkeit von Rebound-Erscheinungen wissen, um die Angst vor Beschwerden beim Absetzen möglichst gering zu halten [2].

Nachlassende Wirkung: Nach wiederholter Einnahme über mehrere Wochen kann die schlaffördernde Wirkung nachlassen (Toleranz). Wirken die Tabletten nicht mehr so gut wie zu Beginn, sollten Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [1, 2].

Wann die Behandlung sofort endet

Unter Zolpidem wurde über Schlafwandeln und andere Handlungen im Schlaf berichtet, bei denen die Betroffenen nicht vollständig wach waren, zum Beispiel Autofahren, Zubereiten und Essen von Mahlzeiten, Telefonieren oder Sex, ohne sich später daran zu erinnern [1]. Erleben Sie so etwas, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil dieses Verhalten Sie und andere einem ernsthaften Verletzungsrisiko aussetzen kann. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, die Behandlung abzubrechen [1]. Die Fachinformation sieht vor, das Absetzen dann dringend zu erwägen [2]. Wer so etwas nach Zolpidem schon einmal erlebt hat, darf es nicht mehr einnehmen [1, 2].

Während der Behandlung können außerdem sogenannte paradoxe Reaktionen auftreten: Unruhe, innere Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, Schlafwandeln, unangemessenes Verhalten, verstärkte Schlafstörungen und andere Verhaltensstörungen. Bei älteren Menschen sind sie wahrscheinlicher. Kommt es dazu, sollten Sie die Einnahme laut Packungsbeilage beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [1]. Auch laut Fachinformation sollte die Behandlung in solchen Fällen beendet werden [2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Rebound-Schlaflosigkeit

Bei abruptem Absetzen kann die Schlaflosigkeit laut Packungsbeilage in verstärkter Form wieder auftreten. Sie kann von Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Unruhe begleitet sein [1]. Die Fachinformation nennt das Rebound-Schlaflosigkeit: Beim Beenden der Behandlung kann es vorübergehend zu Absetzerscheinungen kommen, bei denen die Beschwerden, die zur Behandlung geführt haben, verstärkt zurückkehren können [2]. Mehr dazu: Schlafstörungen als Nebenwirkung und Unruhe und Angst.

Laut Fachinformation gibt es außerdem Hinweise, dass es bei kurz wirksamen Benzodiazepinen und Benzodiazepin-ähnlichen Stoffen schon innerhalb des Abstands zwischen zwei Einnahmen zu Entzugserscheinungen kommen kann, insbesondere bei hoher Dosierung [2].

Entzugserscheinungen bei körperlicher Abhängigkeit

Unter Zolpidem kann sich eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. Das Risiko steigt mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist größer bei Menschen mit einer seelischen Erkrankung oder mit Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch in der Vorgeschichte [1]. Hat sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, wird ein plötzlicher Abbruch der Behandlung von Entzugserscheinungen begleitet [1, 2]. Wenn Sie die Einnahme plötzlich beenden, sind laut Packungsbeilage unter anderem diese Wirkungen möglich [1]:

  • Angst, Unruhe, Reizbarkeit oder Verwirrtheit (mehr dazu: Vergesslichkeit und Verwirrtheit)
  • Kopfschmerzen
  • schnellerer oder unregelmäßiger Herzschlag (mehr dazu: Herzrasen)
  • Albträume und Halluzinationen, also das Sehen oder Hören von Dingen, die nicht real sind
  • eine stärkere Empfindlichkeit für Licht, Geräusche und Berührungen als normal
  • das Gefühl, vom eigenen Körper entfernt zu sein oder sich wie eine "Marionette" zu fühlen
  • Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen
  • schmerzende Muskeln (mehr dazu: Muskelschmerzen) und Magenprobleme
  • Schlafprobleme, die schlimmer zurückkehren als zuvor

In seltenen Fällen können laut Packungsbeilage auch Krampfanfälle auftreten [1]. Für schwere Fälle nennt die Fachinformation Realitätsverlust, Persönlichkeitsstörungen, eine Überempfindlichkeit für Geräusche (Hyperakusis), Taubheits- und Kribbelgefühl in Armen und Beinen, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und körperlichem Kontakt, Halluzinationen, ein Delirium oder epileptische Anfälle [2]. Tritt eine der Wirkungen aus der Packungsbeilage auf, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Mehr dazu: Krampfanfälle und Abhängigkeit und Entzug.

Körperliche oder psychische Abhängigkeit, bei der nach plötzlichem Beenden Entzugserscheinungen möglich sind, führt die Packungsbeilage als sehr seltene Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten [1]. Eine Häufigkeit für die Rebound-Schlaflosigkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht, und auch nicht, wie lange Absetz- und Entzugserscheinungen anhalten [1, 2].

Rebound oder eine andere Ursache?

Ob die Schlafstörung nach dem Absetzen als Rebound zurückkehrt oder eine andere Ursache hat, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Schon vor der Behandlung sollte laut Packungsbeilage die Ursache der Schlafstörungen abgeklärt werden, und zugrunde liegende Krankheiten sollten behandelt werden. Bleibt die Behandlung nach 7 bis 14 Tagen ohne Erfolg, kann das ein Hinweis auf eine psychische oder körperliche Krankheit sein, die untersucht werden sollte [1]. Da Schlaflosigkeit ein Anzeichen einer Depression sein kann, ist laut Fachinformation eine erneute ärztliche Beurteilung vorgesehen, wenn sie weiter besteht. Bereits bestehende Depressionen können während der Anwendung von Zolpidem zutage treten [2]. Mehr zu den Krankheitsbildern: Schlafstörungen und Depression.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Ende fünfzig mit kurzem grauem Haar im blau-weiß gestreiften Pullover spricht in einer hellen Praxis mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Zolpidem gehört laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zu den Z-Substanzen [13]. Für Benzodiazepine und Z-Substanzen verweist der Leitfaden "Schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit von Medikamenten" auf die "5-K-Regel" der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Eine ihrer fünf Regeln lautet: kein abruptes Absetzen. Herausgeber des Leitfadens ist die Bundesärztekammer zusammen mit der AkdÄ; der Vorstand der Bundesärztekammer hat ihn am 02.05.2022 beschlossen [11].

Nach dem Leitfaden bestimmt die Ärztin oder der Arzt Präparat, Dosis, Dauer und Uhrzeit der Einnahme und auch, wann die Medikation endet. Wurde ein solches Mittel im Krankenhaus begonnen, sollte die Klinik es rechtzeitig vor der Entlassung absetzen oder im Entlassbrief ausdrücklich auf das geplante Ende hinweisen [11].

Laut IQWiG ist es bei Z-Substanzen sinnvoll, schon vor der Behandlung zu besprechen, wie es danach weitergehen soll [13]. Um eine längere Einnahme zu beenden, ist die Arztpraxis laut IQWiG die erste Anlaufstelle. Gewöhnlich wird ein Plan für das Absetzen erstellt, der sich an Art und Dosierung des Mittels, der Dauer der Einnahme und den persönlichen Umständen orientiert. Ab wann mit dem Ausschleichen begonnen wird und wie langsam die Dosis sinkt, bespricht man laut IQWiG am besten mit der Ärztin oder dem Arzt; ein Medikamentenplan kann dabei helfen. Auch psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung kann helfen [12].

Wenn eine Abhängigkeit besteht

Bei einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen oder Z-Substanzen kann laut Bundesärztekammer bei den meisten Betroffenen ambulant ausgeschlichen werden: langsam und schrittweise, begleitet von suchttherapeutischer Unterstützung und einer anderen Behandlung der Beschwerden, die zur Einnahme geführt haben [11]. Davon rät der Leitfaden ab und sieht einen Grund für eine Entzugsbehandlung im Krankenhaus [11],

  • wenn früher epileptische Anfälle oder Delirien aufgetreten sind oder ein erhöhtes Risiko für diese Entzugskomplikationen besteht,
  • wenn das ambulante Ausschleichen nicht zuverlässig gelingt oder schon gescheitert ist,
  • wenn keine ausreichend verlässlichen Absprachen möglich sind oder kein ausreichendes Vertrauen besteht, dass die besprochene Verringerung der Dosis und das Ende der Einnahme auch umgesetzt werden.

Bei älteren Menschen können die Folgen einer längeren Einnahme laut IQWiG besonders schwer wiegen. Z-Substanzen können zum Beispiel die Denkleistung verringern oder das Sturzrisiko erhöhen, weil sich die Muskulatur übermäßig entspannt; ein behutsames Absetzen ist dann besonders wichtig [12]. Stürze nennt auch die Packungsbeilage von Zolpidem, hauptsächlich bei älteren Menschen und wenn Zolpidem nicht wie vorgeschrieben eingenommen wurde; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt [1]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

Schwangerschaft

Planen Frauen eine Schwangerschaft oder vermuten sie eine, sollten sie laut Fachinformation darauf hingewiesen werden, wegen eines Abbruchs der Behandlung ihre Ärztin oder ihren Arzt zu konsultieren [2]. In der Schwangerschaft sollte Zolpidem laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden, insbesondere nicht in den ersten drei Monaten. Wird es im späten Stadium der Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann das Kind eine körperliche Abhängigkeit entwickeln und ein gewisses Risiko für Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Zittern haben; das Neugeborene sollte dann nach der Geburt engmaschig überwacht werden [1]. Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, sollte die Notwendigkeit von Zolpidem kritisch geprüft werden; gegebenenfalls ist eine kurzzeitige Anwendung in der Schwangerschaft akzeptabel. Insbesondere in den Wochen vor der Entbindung oder wenn ein Schlafmittel längerfristig nötig ist, sollten laut Embryotox jedoch besser geeignete Mittel ohne Abhängigkeitspotenzial bevorzugt werden [3]. Welche Mittel Embryotox je nach Grunderkrankung nennt, steht auf der Seite Zolpidem. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Dosis ein. Können Sie noch 8 Stunden schlafen, können Sie die Tablette einnehmen; sonst nehmen Sie sie erst am nächsten Tag vor dem Schlafengehen [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen (weitere Vorschläge: Fragen fürs Arztgespräch):

  • Wie lange soll ich Zolpidem insgesamt nehmen, und wann beginnt die Absetzphase?
  • Wie verringern wir die Dosis, und wann sprechen wir uns in dieser Zeit wieder?
  • Woran erkenne ich eine Rebound-Schlaflosigkeit, und bei welchen Beschwerden soll ich mich sofort melden?
  • Was ist die Ursache meiner Schlafstörung, und wie wird sie behandelt?
  • Welche Hilfe ohne Schlafmittel kommt für mich infrage?
  • Spielen meine anderen Medikamente oder frühere Krampfanfälle beim Absetzen eine Rolle?

Notieren Sie während des Absetzens im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert, wie Sie schlafen und welche Beschwerden auftreten.

Wenn Sie befürchten, abhängig zu sein: Wer das Gefühl hat, den Konsum nicht mehr im Griff zu haben, kann sich laut IQWiG auch an eine Suchtberatungsstelle wenden [12]. Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen können laut gesund.bund.de helfen, einen schädlichen Konsum oder eine Abhängigkeit zu erkennen. Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über das Online-Portal der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) [14].

Übrige Tabletten: Zolpidem wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es laut Packungsbeilage nicht an andere weiter, es kann ihnen schaden. Entsorgen Sie Reste nicht über Toilette oder Waschbecken, sondern fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie sie zu entsorgen sind [1]. Mehr dazu: Medikamente entsorgen.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen, Beruhigungs- und Schlafmittel und Zopiclon absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Krampfanfall: Nach einem plötzlichen Ende der Einnahme können laut Packungsbeilage in seltenen Fällen Krampfanfälle auftreten; die Fachinformation nennt epileptische Anfälle unter den Beschwerden schwerer Fälle [1, 2]. Akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [15].

Halluzinationen und Delirium: Sehen oder hören Sie nach dem plötzlichen Beenden Dinge, die nicht real sind, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Ein Delirium zählt die Fachinformation zu den Entzugserscheinungen schwerer Fälle [2]. Die Packungsbeilage beschreibt ein Delirium als plötzliche und schwerwiegende Veränderung des Geisteszustands, durch die eine Person verwirrt oder desorientiert erscheint [1]. Bemerken Sie Anzeichen dafür, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [15]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [15].

Die folgenden Warnzeichen nennt die Packungsbeilage für die gesamte Behandlung, jeweils mit dem, was Sie dann tun sollen [1].

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Zolpidem. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Zolpidem. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag "Betäubungsmittel, soweit sie Zubereitungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Betäubungsmittelgesetzes sind". Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  6. Leitfaden "Schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit von Medikamenten", Abschnitt Benzodiazepine und Benzodiazepinanaloga (Z-Substanzen). Bundesärztekammer in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 02.05.2022 (Beschluss des Vorstands der Bundesärztekammer). abgerufen am 16.10.2026
  7. Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 16.10.2026
  8. Schlafstörung: Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 16.10.2026
  9. Behörde Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit (geprüft durch die DGPPN). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 16.10.2026
  10. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Zolpidem einfach absetzen?

Nicht ohne Rücksprache. Laut Packungsbeilage nehmen Sie Zolpidem so lange ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt, dass Sie aufhören sollen. Möchten Sie die Einnahme beenden, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, statt plötzlich aufzuhören. Weil das Risiko von Entzugs- und Rebound-Erscheinungen nach einem plötzlichen Ende höher ist, wird laut Fachinformation empfohlen, die Dosis schrittweise zu reduzieren. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Gibt es einen Plan zum Absetzen von Zolpidem?

Ein Schema mit einzelnen Schritten enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation sollte die Absetzphase auf den einzelnen Menschen abgestimmt sein. Laut IQWiG wird für das Beenden einer längeren Einnahme gewöhnlich ein Plan erstellt, der sich an Art und Dosierung des Mittels, der Dauer der Einnahme und den persönlichen Umständen orientiert. Wie die Dosis bei Ihnen verringert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Wie lange dauert es, Zolpidem abzusetzen?

Eine eigene Dauer für das Ausschleichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die gesamte Behandlung sollte so kurz wie möglich sein: wenige Tage bis zu 2 Wochen und einschließlich der schrittweisen Absetzphase nicht länger als 4 Wochen. In bestimmten Situationen kann eine längere Einnahme erforderlich sein; dann sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wann und wie die Behandlung endet.

Welche Symptome kann das Absetzen von Zolpidem machen?

Nach einem plötzlichen Ende können die Schlafprobleme laut Packungsbeilage schlimmer zurückkehren als zuvor. Als Entzugseffekt nennt sie unter anderem Angst, Unruhe, Reizbarkeit oder Verwirrtheit, Kopfschmerzen, schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag, Albträume, Halluzinationen, Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Berührung, das Gefühl, vom eigenen Körper entfernt zu sein, Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen, schmerzende Muskeln und Magenprobleme, in seltenen Fällen auch Krampfanfälle. Für schwere Fälle nennt die Fachinformation zusätzlich zum Beispiel Realitätsverlust, Persönlichkeitsstörungen und ein Delirium.

Wie lange halten Absetzerscheinungen bei Zolpidem an?

Eine Dauer geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Die Fachinformation beschreibt die Absetzerscheinungen, bei denen die ursprünglichen Beschwerden verstärkt zurückkehren, als vorübergehend. Hält die Schlaflosigkeit an, ist laut Fachinformation eine erneute ärztliche Beurteilung vorgesehen, weil Schlaflosigkeit ein Anzeichen einer Depression sein kann. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Zolpidem abhängig?

Eine körperliche und psychische Abhängigkeit kann sich entwickeln. Laut Packungsbeilage steigt das Risiko mit der Dosis und der Dauer der Behandlung und ist größer bei einer seelischen Erkrankung oder bei Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch in der Vorgeschichte. Unter den Nebenwirkungen führt die Packungsbeilage Abhängigkeit als sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten. Nach wiederholter Einnahme über mehrere Wochen kann außerdem die schlaffördernde Wirkung nachlassen.

Was tun, wenn ich nach dem Absetzen wieder nicht schlafen kann?

Eine verstärkt zurückkehrende Schlaflosigkeit ist nach einem abrupten Ende laut Packungsbeilage möglich. Laut Fachinformation ist es wichtig, dass Behandelte um solche Rebound-Erscheinungen wissen, um die Angst vor Beschwerden beim Absetzen möglichst gering zu halten. Hält die Schlaflosigkeit an oder kommen andere Beschwerden hinzu, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Treten Entzugserscheinungen auf, suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Wann wird Zolpidem sofort beendet?

Bei Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfällen, Albträumen, Halluzinationen, unangemessenem Verhalten oder verstärkten Schlafstörungen während der Behandlung sollten Sie die Einnahme laut Packungsbeilage beenden und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren. Nach Schlafwandeln oder anderen Handlungen im Schlaf informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die oder der Ihnen empfehlen kann, die Behandlung abzubrechen. Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Schluck- oder Atembeschwerden oder einer Schwellung von Lippen, Gesicht, Rachen oder Zunge beenden Sie die Einnahme laut Packungsbeilage und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf oder gehen in ein Krankenhaus. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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