MedikamenteDetailfrage
Candesartan absetzen
Wenn Sie Candesartan absetzen, kann Ihr Blutdruck laut Packungsbeilage erneut ansteigen; auf einen überschießenden Anstieg (Rebound) nach dem Ende der Behandlung gibt es laut Fachinformation keinen Hinweis. Ein Schema zum Ausschleichen nennen beide nicht. Bei Herzschwäche mit verringerter Pumpleistung soll die Behandlung laut Nationaler VersorgungsLeitlinie auch bei Besserung nicht verringert oder beendet werden, solange sie vertragen wird und keine Gegenanzeige besteht. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie die Einnahme von Candesartan abbrechen, kann Ihr Blutdruck laut Packungsbeilage erneut ansteigen. Deshalb sollen Sie die Einnahme nicht abbrechen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen [1]. Auf einen Rebound-Effekt, also einen überschießenden Blutdruckanstieg nach dem Ende der Behandlung, gibt es laut Fachinformation keinen Hinweis [2].
Candesartan wird gegen Bluthochdruck bei Erwachsenen und bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren eingesetzt. Erwachsene mit Herzschwäche und verringerter Pumpleistung erhalten es, wenn sie keine ACE-Hemmer anwenden können, oder in bestimmten Fällen zusätzlich zu einem ACE-Hemmer [1].
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Laut Packungsbeilage ist es wichtig, Candesartan jeden Tag einzunehmen, und zwar genau nach Absprache mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke [1]. Wie die Behandlung endet, beschreiben weder Packungsbeilage noch Fachinformation; Schritte oder Zeiträume für ein Ausschleichen nennen sie nicht [1, 2].
Wann die Einnahme beendet oder unterbrochen wird
- Allergische Reaktionen: Bei Atemnot mit oder ohne Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, bei einer Schwellung, die das Schlucken erschwert, und bei starkem Juckreiz mit pustelähnlichen Schwellungen nehmen Sie Candesartan laut Packungsbeilage nicht weiter ein und suchen umgehend ärztliche Hilfe auf [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
- Schwellung des Darms: Bemerken Sie nach der Einnahme Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet über die weitere Behandlung, und Sie beenden die Einnahme nicht eigenmächtig [1]. Wird eine solche Schwellung (intestinales Angioödem) festgestellt, sollte Candesartan laut Fachinformation abgesetzt und überwacht werden, bis die Beschwerden vollständig verschwunden sind. Bei den bisher berichteten Fällen klangen sie nach dem Absetzen ab [2].
- Schwangerschaft: Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit Sartanen laut Fachinformation unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine andere zu beginnen [2]. Laut Packungsbeilage empfiehlt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt in der Regel, Candesartan vor einer Schwangerschaft oder sobald Sie von ihr wissen abzusetzen, und schlägt Ihnen ein anderes Arzneimittel vor. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder schwanger werden könnten [1].
- Stillzeit: Candesartan wird stillenden Müttern laut Packungsbeilage nicht empfohlen; die Ärztin oder der Arzt kann eine andere Behandlung wählen, vor allem bei Neugeborenen und Frühgeborenen [1]. Versehentlich eingenommene einzelne Dosen erfordern laut Embryotox kein Abstillen; die Behandlung sollte aber auf in der Stillzeit besser untersuchte Blutdrucksenker wie Alpha-Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin umgestellt werden [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vor einer Operation
Ist eine Operation geplant, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Zahnarzt, dass Sie Candesartan einnehmen: Zusammen mit einigen Narkosemitteln könnte es einen übermäßigen Blutdruckabfall verursachen [1]. Laut Fachinformation kann der Blutdruck unter Narkose und bei Eingriffen sinken, sehr selten so stark, dass Flüssigkeit oder kreislaufstützende Mittel über die Vene gerechtfertigt sind. Eine feste Pause vor der Operation nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Candesartan nicht [1, 2].
Nach der gemeinsamen Empfehlung der Deutschen Gesellschaften für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), für Chirurgie (DGCH) und für Innere Medizin (DGIM) aus dem Jahr 2024 sollten Sartane und ACE-Hemmer am OP-Tag pausiert werden (Empfehlungsgrad B), bei Einnahme gegen Bluthochdruck am Morgen der Operation. Ist die linke Herzkammer schon vorher in ihrer Funktion eingeschränkt, sollten sie weitergegeben werden. Bei Operationen mit niedrigem Risiko, kurzer Dauer und geringen Flüssigkeitsverschiebungen kann es sinnvoll sein, die Behandlung unabhängig vom Anwendungsgebiet fortzuführen; das entscheidet das Behandlungsteam im Einzelfall [13]. Was für Sie gilt, besprechen Sie vor dem Eingriff mit dem Behandlungsteam [1, 13]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.
Bei niedrigem Blutdruck, Erbrechen oder Durchfall
Ein niedriger Blutdruck, der ein Ohnmachtsgefühl oder Schwindel hervorrufen kann, gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen und kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen [1]. Haben Sie niedrigen Blutdruck, müssen Sie erbrechen, haben Sie kürzlich heftig erbrochen oder Durchfall, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation kann ein niedriger Blutdruck bei Herzschwäche auftreten und bei Bluthochdruck, wenn dem Körper Flüssigkeit fehlt, etwa unter hoch dosierten Entwässerungsmitteln. Wie bei jedem Blutdrucksenker könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Durchblutungsstörungen des Herzens oder des Gehirns einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen [2].
Wie niedrig der Blutdruck sein darf, wird individuell vereinbart. Die NVL Hypertonie nennt als niedrigsten Zielwert 120/70 mmHg, und das nur im Ausnahmefall; negative Effekte nehmen dann zu [11]. Messen Sie niedrige Werte oder ist Ihnen schwindelig, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet, ob Dosis oder Behandlung geändert werden. Mehr dazu: Niedriger Blutdruck.
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Außer einem erneuten Blutdruckanstieg nennen Packungsbeilage und Fachinformation keine Beschwerden durch das Absetzen [1, 2]. Bei Bluthochdruck gibt es laut Fachinformation keinen Hinweis auf einen Rebound-Effekt nach Beendigung der Therapie [2].
Wie schnell der Blutdruck wieder steigt
Eine Dauer geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2]. Die Fachinformation nennt für Candesartan eine Halbwertszeit von etwa 9 Stunden. Einmal täglich eingenommen senkt es den Blutdruck gleichmäßig über 24 Stunden [2]. Ein erhöhter Blutdruck ist laut IQWiG meistens nicht zu spüren. Extrem hohe Werte lösen manchmal Schwindel und Sehstörungen aus, und das kann ein Notfall sein [15].
Kopfschmerzen und Schwindel
Kopfschmerzen und Schwindel oder Drehgefühl stehen in der Packungsbeilage als häufige Nebenwirkungen während der Einnahme, nicht als Folge des Absetzens [1]. Zu den aktuellen Beschwerden, die bei Bluthochdruck erfragt werden, zählt die NVL Hypertonie unter anderem Kopfschmerz, Schwindel und Sehverschlechterung [11]. Halten Sie solche Beschwerden zusammen mit Ihren Blutdruckwerten fest und besprechen Sie sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Kopfschmerzen und Schwindel.
Bei Herzschwäche
Laut NVL Chronische Herzinsuffizienz gibt es aus indirekten Daten Hinweise auf kurzfristige negative Folgen, wenn die Medikamente abgesetzt werden, die bei Herzschwäche die Prognose verbessern. Änderungen am Dosierungsschema und das Absetzen können laut Leitlinie mit einer schlechteren Prognose verbunden sein [12].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ein Schema, nach dem Candesartan schrittweise verringert wird, enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].
Bluthochdruck
Laut NVL Hypertonie sollen Patientinnen, Patienten und Behandelnde die Therapieziele gemeinsam vereinbaren und im Verlauf immer wieder überprüfen (starke Empfehlung). Als ideal gilt ein Blutdruck unter 140/90 mmHg; Alter, Lebenserwartung, Herz-Kreislauf-Risiko, Nebenwirkungen, die Zahl der Medikamente und Ihre Wünsche können ein anderes Ziel begründen [11]. Sartane gehören wie ACE-Hemmer zu den Mitteln der ersten Wahl [11].
Nach jeder Einstellung oder Anpassung der Behandlung sollte laut NVL nach 4 bis 6 Wochen kontrolliert werden, ob das Therapieziel erreicht ist. Bevorzugt wird dafür zu Hause gemessen, ab sieben Tage vor dem Kontrolltermin zweimal morgens und zweimal abends, mit einer Messung in der Praxis zur Bestätigung [11].
Wer ein blutdrucksenkendes Mittel wirklich nicht verträgt, kann es laut IQWiG gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt mit einem anderen Wirkstoff versuchen [14].
Herzschwäche
Bei Herzschwäche mit verringerter Pumpleistung zählen Sartane laut NVL Chronische Herzinsuffizienz zu den Medikamenten, die die Prognose verbessern; sie gelten als Mittel der zweiten Wahl, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden [12]. Haben sich Pumpleistung oder Beschwerden gebessert, sollen diese Medikamente weder reduziert noch abgesetzt werden, sofern keine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige besteht (starke Empfehlung). Zugleich soll regelmäßig geprüft werden, ob jedes Medikament noch nötig ist; fehlt die Indikation, soll es abgesetzt werden [12].
Die Beurteilung bei Herzschwäche sollte laut Fachinformation immer die Nierenfunktion einschließen, mit Kontrollen von Kreatinin und Kalium im Blut [2].
Kinderwunsch und Schwangerschaft
Bei Kinderwunsch sollte laut Fachinformation auf eine andere, für Schwangere geeignete Blutdruckbehandlung umgestellt werden, außer Sartane sind zwingend erforderlich; bei Mädchen und Frauen nach der ersten Regelblutung ist regelmäßig zu prüfen, ob eine Schwangerschaft möglich ist [2]. Die vereinbarte Blutdruckmedikation soll laut NVL Hypertonie trotz Kinderwunsch aber nicht ohne ärztliche Absprache abgesetzt oder herunterdosiert werden (starke Empfehlung) [11].
Laut Embryotox beginnt die hochkritische Zeit ab der 20. Schwangerschaftswoche; danach ist in etwa 30 Prozent der Schwangerschaften mit Einnahme mit einer Schädigung des Kindes (Fetopathie) zu rechnen. Nach dem Absetzen können sich die Zeichen zurückbilden, erkennbar daran, dass sich die Fruchtwassermenge normalisiert. Nach einer versehentlichen Einnahme in der Frühschwangerschaft sollte auf einen risikoärmeren Blutdrucksenker umgestellt werden; nach der 20. Woche muss die Behandlung umgehend beendet und umgestellt werden [3]. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, insbesondere im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin. Ist bei schwerer Herzschwäche in der Schwangerschaft ein Hemmstoff des Renin-Angiotensin-Systems unumgänglich, sollte laut Embryotox wegen des geringeren Risikos einer Fetopathie ein ACE-Hemmer gewählt werden [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Dosis ein, um eine vergessene Tablette nachzuholen, sondern nehmen Sie die nächste Dosis wie üblich [1].
Was Sie tun können
Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:
- Nehme ich Candesartan gegen Bluthochdruck, gegen Herzschwäche oder gegen beides?
- Welchen Blutdruck streben wir an, und wie oft soll ich messen, wenn sich etwas ändert?
- Ab welchen Werten oder bei welchen Beschwerden soll ich mich melden?
- Wird die Dosis verringert, beendet oder auf ein anderes Mittel umgestellt, und wann ist die nächste Kontrolle?
- Muss ich Candesartan vor meiner Operation weglassen, und ab wann nehme ich es wieder?
- Welche Blutwerte, etwa Kalium oder Kreatinin, sollen danach kontrolliert werden?
Haben Sie Candesartan schon selbst weggelassen oder nicht regelmäßig eingenommen, etwa wegen Nebenwirkungen, sollten Sie das laut IQWiG offen ansprechen; dann lässt sich gemeinsam überlegen, ob eine neue Dosis oder ein anderes Medikament infrage kommt [14].
Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte melden, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Wie das geht: Nebenwirkung melden. Allgemeines zum Thema steht im Ratgeber Medikamente absetzen, mehr zur Gruppe unter Sartane.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Stark erhöhter Blutdruck mit Beschwerden: Steigt der Blutdruck akut stark an, oft auf Werte über 180/110 mmHg, und kommen akute Beschwerden hinzu, etwa Atemnot in Ruhe oder der Verdacht auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt, spricht die NVL Hypertonie von einem hypertensiven Notfall; dann soll umgehend eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgen. Sind die Werte über 180/110 mmHg ohne akute Beschwerden, sollte nach etwa 30 Minuten Ruhe erneut gemessen werden [11].
Notruf 112: Schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden und Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter 112. Können Sie nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, sind aber nicht lebensbedrohlich erkrankt, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 [16]. Weitere Nummern: Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Candesartan-ratiopharm 8 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 16.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Candesartan-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Candesartan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009), Empfehlungen 4-1, 5-1, 5-2, 7-10, 7-11 bis 7-14, Tabellen 5, 8 und 13. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 1.0, 29.06.2023 (gültig bis 29.06.2028). abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006), Kapitel 6 Medikamentöse Therapie, Empfehlungen 6-25 und 6-26, Tabelle 16, Abschnitt zu Angiotensinrezeptorblockern. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 4.0, 12.12.2023 (Kapitel 6 gültig bis 12.12.2028). abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Präoperative Evaluation erwachsener Patientinnen und Patienten vor elektiven, nicht herz-thorax-chirurgischen Eingriffen. Gemeinsame Empfehlung der DGAI, DGCH und DGIM (Anästh Intensivmed 2024;65:240-270), Abschnitt C.1.4 und Empfehlung E48. Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin. Stand 05/2024. abgerufen am 16.10.2026
- Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 16.10.2026
- Bluthochdruck (Hypertonie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Candesartan einfach absetzen?
Laut Packungsbeilage kann Ihr Blutdruck erneut ansteigen, wenn Sie die Einnahme abbrechen; deshalb sollen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Bei Herzschwäche sollen Medikamente wie Candesartan laut Leitlinie auch bei Besserung weder reduziert noch abgesetzt werden, sofern keine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige besteht. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Candesartan absetzen oder ausschleichen?
Packungsbeilage und Fachinformation enthalten kein Schema zum Ausschleichen. Laut Fachinformation gibt es bei Bluthochdruck keinen Hinweis auf einen Rebound-Effekt nach Beendigung der Therapie. Ob Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis schrittweise verringert, Candesartan beendet oder ein anderes Mittel wählt, hängt vom Anwendungsgebiet, Ihren Blutdruckwerten und Ihren anderen Medikamenten ab.
Gibt es einen Rebound-Effekt nach dem Absetzen von Candesartan?
Laut Fachinformation gibt es bei Bluthochdruck keinen Hinweis auf einen Rebound-Effekt nach Beendigung der Therapie, also keinen überschießenden Blutdruckanstieg. Die Packungsbeilage weist aber darauf hin, dass der Blutdruck nach dem Abbrechen erneut ansteigen kann.
Wie lange dauert es, bis Candesartan nach dem Absetzen nicht mehr wirkt?
Eine solche Dauer geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Die Fachinformation nennt für Candesartan eine Halbwertszeit von etwa 9 Stunden und beschreibt, dass eine Dosis einmal täglich den Blutdruck gleichmäßig über 24 Stunden senkt. Wie schnell und wie stark Ihr Blutdruck nach dem Absetzen steigt, geben sie nicht an; nach einer Änderung der Behandlung sollte er laut Leitlinie nach 4 bis 6 Wochen kontrolliert werden.
Sollte ich Candesartan bei niedrigem Blutdruck absetzen?
Nicht auf eigene Faust. Ein niedriger Blutdruck mit Schwindel oder Ohnmachtsgefühl gehört laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen; bei niedrigem Blutdruck sollen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Notieren Sie Ihre Werte und Beschwerden; ob die Dosis angepasst oder die Behandlung geändert wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Fühlen Sie sich schwindelig, führen Sie kein Fahrzeug.
Welche Symptome können nach dem Absetzen von Candesartan auftreten?
Absetzerscheinungen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht; genannt wird nur, dass der Blutdruck erneut ansteigen kann. Ein erhöhter Blutdruck ist laut IQWiG meistens nicht zu spüren, nur extrem hohe Werte lösen manchmal Schwindel oder Sehstörungen aus. Bei einer Herzschwäche können Änderungen am Dosierungsschema und das Absetzen der Medikamente laut Leitlinie mit einer schlechteren Prognose verbunden sein.
Bekomme ich Kopfschmerzen, wenn ich Candesartan absetze?
Als Absetzfolge sind Kopfschmerzen in Packungsbeilage und Fachinformation nicht beschrieben; sie stehen dort als häufige Nebenwirkung während der Einnahme. Treten nach dem Absetzen Kopfschmerzen auf, messen Sie, wenn möglich, Ihren Blutdruck und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein akuter starker Blutdruckanstieg mit Beschwerden wie Atemnot in Ruhe oder Zeichen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts ist laut Leitlinie ein Notfall.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
Medikamente Metformin absetzenVor größeren Operationen und Röntgen mit jodhaltigem Kontrastmittel muss Metformin unterbrochen werden.
-
-
Krankheiten LungenembolieBei einer Lungenembolie verstopft ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß in der Lunge.