MedikamenteDetailfrage
Metformin absetzen
Absetzerscheinungen und ein Ausschleichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Metformin nicht. Vor einer Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel und bei einer größeren Operation muss die Einnahme unterbrochen werden, bei starkem Flüssigkeitsverlust laut Packungsbeilage für kurze Zeit; wann Metformin endet und wieder beginnt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Metformin nicht, ebenso wenig ein Ausschleichen [1, 2]. Sie beschreiben aber Situationen, in denen die Einnahme unterbrochen oder beendet wird: vor einer Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel, bei einer größeren Operation, bei starkem Flüssigkeitsverlust und bei bestimmten Nebenwirkungen. Wann Metformin endet und wann es wieder beginnt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [1, 2].
Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes empfiehlt, regelmäßig zu prüfen, ob sich die Behandlung verringern oder die Strategie ändern lässt [11]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [1, 2]. Was bei Alkohol gilt, steht auf der Seite Metformin und Alkohol.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Laut Packungsbeilage nehmen Sie Metformin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Einen eigenen Absatz dazu, was beim Abbrechen der Einnahme zu beachten ist, enthält sie nicht [1]. Haben Sie nach einiger Zeit den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Vor einer Röntgen- oder anderen bildgebenden Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel und vor einem größeren operativen Eingriff fragen Sie laut Packungsbeilage unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat: Sie müssen die Einnahme über einen bestimmten Zeitraum vor und nach der Untersuchung bzw. der Operation absetzen. Ob Sie in dieser Zeit eine andere Behandlung brauchen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [1].
Vor einer Untersuchung mit Kontrastmittel
Wird Ihnen ein jodhaltiges Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt, etwa bei einer Röntgenaufnahme oder einer Computertomografie, unterbrechen Sie Metformin vor bzw. zum Zeitpunkt der Injektion [1]. Der Grund: Solche Kontrastmittel können laut Fachinformation die Nieren schädigen (kontrastmittelinduzierte Nephropathie). Das kann dazu führen, dass sich Metformin im Körper anreichert und das Risiko einer Laktatazidose steigt [2]. Wieder aufgenommen werden darf die Behandlung laut Fachinformation frühestens 48 Stunden danach und nur, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabil erwiesen hat [2]. Mehr dazu: Kontrastmittel.
Bei einer Operation
Ist eine größere Operation geplant, unterbrechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage während des Eingriffs und für einige Zeit danach [1]. Die Fachinformation nennt Operationen unter Vollnarkose (Allgemeinanästhesie), Spinal- oder Epiduralanästhesie. Die Behandlung darf danach nicht früher als 48 Stunden nach der Operation oder nach Wiederaufnahme der Ernährung über den Mund wieder beginnen, und nur, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und stabil ist [2]. Mehr dazu: Narkose.
Bei Flüssigkeitsverlust und akuten Erkrankungen
Haben Sie einen Zustand, der mit einem erheblichen Verlust an Körperflüssigkeit verbunden sein kann, unterbrechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage für kurze Zeit. Beispiele sind schweres Erbrechen, Durchfall, Fieber, Hitzebelastung oder wenn Sie weniger trinken als sonst. Sprechen Sie wegen weiterer Anweisungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Packungsbeilage könnte ein solcher Flüssigkeitsverlust zu Nierenproblemen führen, wodurch die Gefahr einer Laktatazidose besteht [1]. Laut Fachinformation sollte Metformin auch allgemein in Situationen, die die Nierenfunktion verändern, vorübergehend abgesetzt werden [2].
Die NVL zählt Flüssigkeitsmangel, Krankheitstage ("sick days") und eine Verschlechterung der Nierenfunktion zu den Situationen, in denen die Gefahr einer Laktatazidose erhöht ist. Bei einigen akuten Erkrankungen ist laut NVL ein Pausieren oder eine zeitweise oder dauerhafte Umstellung der Therapie wichtig, zum Beispiel ein Pausieren von Metformin bei akuter Verschlechterung der Nierenfunktion [11].
Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung oder Erkrankung endet
- Zeichen einer Laktatazidose: Beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus [1]. Die Zeichen stehen unten im Abschnitt "Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen".
- Andauernde Verdauungsbeschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust sind sehr häufig und treten meistens zu Beginn der Behandlung auf. Halten sie an, nehmen Sie Metformin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
- Zeichen einer Leberentzündung: Auffällige Leberwerte oder eine Leberentzündung (Hepatitis) sind sehr selten. Eine Hepatitis kann Müdigkeit, Appetitverlust und Gewichtsabnahme mit oder ohne Gelbfärbung von Haut oder Augenweiß verursachen. Bekommen Sie solche Beschwerden, nehmen Sie Metformin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.
- Neue Beschwerden des Nervensystems: Bemerken Sie nach Beginn der Behandlung einen Krampfanfall, nachlassende geistige Fähigkeiten, Bewegungsstörungen, Zeichen einer Nervenschädigung wie Schmerzen oder Taubheitsgefühl, Migräne oder Hörverlust, wenden Sie sich laut Packungsbeilage unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Deuten solche Zeichen auf eine vererbte Erkrankung der Mitochondrien hin (MELAS-Syndrom oder MIDD, ein mütterlicherseits vererbter Diabetes mit Hörverlust), ist die Behandlung laut Fachinformation unverzüglich abzusetzen und sofort eine Untersuchung einzuleiten [2].
- Nachlassende Nierenfunktion: Bei einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion darf Metformin nicht angewendet werden, laut Fachinformation ab einer GFR unter 30 ml/min [1, 2]. Die Nierenfunktion wird vor Beginn der Behandlung und danach regelmäßig bestimmt, mindestens einmal im Jahr [1, 2]. Mehr dazu: Niereninsuffizienz.
- Niedriger Vitamin-B12-Spiegel: Verminderte Vitamin-B12-Spiegel im Blut sind unter Metformin häufig; das Risiko steigt mit höherer Dosis, längerer Behandlungsdauer und bei Risikofaktoren für einen Mangel [1, 2]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung mit Metformin fortgesetzt werden, solange sie vertragen wird und keine Gegenanzeige besteht; ein Vitamin-B12-Mangel sollte im Einklang mit den aktuellen Leitlinien behandelt werden [2]. Mehr dazu: Vitamin-B12-Mangel.
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind, vermuten, schwanger zu sein, oder eine Schwangerschaft planen, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, falls Ihre Behandlung oder die Überwachung Ihres Blutzuckers geändert werden muss [1]. Laut Embryotox sollten Frauen mit Typ-2-Diabetes, die Medikamente brauchen, möglichst schon bei der Planung einer Schwangerschaft auf Humaninsulin oder gut untersuchte Insulinanaloga umgestellt werden; bei hoher Insulinresistenz kann Metformin eine Alternative sein, und eine schon vor der Schwangerschaft begonnene Behandlung darf fortgesetzt werden [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nimmt der werdende Vater Metformin, muss die Behandlung laut Embryotox weder bei Kinderwunsch noch wegen einer Schwangerschaft geändert werden [3]. In der Stillzeit empfiehlt die Packungsbeilage Metformin nicht; laut Embryotox darf unter Metformin dagegen uneingeschränkt gestillt werden [1, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Absetzerscheinungen, also Beschwerden, die durch das Beenden selbst entstehen, nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Metformin nicht [1, 2]. Auffällige Leberwerte oder eine Leberentzündung unter Metformin beschreibt die Fachinformation als sehr seltene Einzelfälle, die nach dem Absetzen zurückgingen [2].
Der Blutzucker
Was nach dem Absetzen mit dem Blutzucker geschieht, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Während der Behandlung kontrolliert die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage regelmäßig den Blutzucker und passt die Dosis daran an [1]. Allgemein beschreibt das IQWiG eine Überzuckerung (Hyperglykämie) als Folge eines unzureichend behandelten Diabetes. Sie macht sich laut IQWiG nicht immer gleich bemerkbar und kann jahrelang bestehen, ohne dass körperliche Beschwerden auftreten [12].
Ein stark erhöhter Blutzucker kann laut IQWiG starken Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Übelkeit und Schwindel verursachen; ist er sehr stark erhöht, sind Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit (diabetisches Koma) möglich [12]. Ein dauerhaft hoher Blutzucker kann laut IQWiG Gefäß- und Nervenschäden verursachen und so zu Erkrankungen der Augennetzhaut, der Nieren und der Füße führen; auch das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte kann erhöht sein [13]. Mehr dazu: Typ-2-Diabetes und Medikamente, die den Blutzucker beeinflussen.
Wenn Magen-Darm-Beschwerden der Grund sind
Verdauungsbeschwerden betreffen mehr als 1 von 10 Behandelten und verschwinden laut Fachinformation in den meisten Fällen von selbst [1, 2]. Laut IQWiG treten Unwohlsein und Durchfall vor allem auf, wenn Metformin auf nüchternen Magen eingenommen wird [13]. Was Packungsbeilage und Fachinformation dagegen nennen, etwa die Einnahme mit oder direkt nach einer Mahlzeit, steht auf der Seite Metformin [1, 2]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente.
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ein Schema zum Ausschleichen enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Die NVL Typ-2-Diabetes gibt eine starke Empfehlung, die auf einem Konsens der Fachleute beruht: Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes soll regelmäßig geprüft werden, ob die Behandlung verringert (Therapie-Deeskalation) oder die Therapiestrategie verändert werden kann [11]. Das gilt laut NVL insbesondere:
- wenn die negativen Auswirkungen der Behandlung auf Sicherheit und Lebensqualität überwiegen,
- wenn die persönliche Situation dafür spricht, dass Gesichtspunkte der Prognose eine geringere Rolle spielen als die aktuelle Lebensqualität,
- wenn das persönliche Therapieziel unterschritten wird,
- bei mehreren Erkrankungen und vielen Medikamenten zugleich (Multimorbidität und Polymedikation),
- bei akuten Erkrankungen [11].
Die Leitliniengruppe sieht laut NVL das Risiko, dass eine einmal begonnene Therapie möglicherweise nicht verringert oder angepasst wird, auch wenn sich die Situation ändert, etwa durch neue Erkrankungen [11]. Welcher Blutzuckerwert angestrebt wird, vereinbaren Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Maßstab ist der Langzeitwert HbA1c; er zeigt, wie hoch der Blutzucker in den letzten 8 bis 12 Wochen war [15]. Im Verlauf soll die Ärztin oder der Arzt laut NVL-Patientenblatt immer wieder mit Ihnen prüfen, ob der vereinbarte Zielwert noch passt. Vertragen Sie die Behandlung nicht gut, sind Sie dadurch stark belastet oder nehmen Sie schon sehr viele Medikamente ein, spricht das laut Patientenblatt für einen höheren Zielwert [15].
Ob überhaupt Diabetesmittel nötig sind und welche, hängt laut IQWiG vom Behandlungsziel, vom Alter, vom allgemeinen Gesundheitszustand, von anderen Erkrankungen und Medikamenten ab und davon, wie gut ein Mittel bei einer Person wirkt und wie sie es verträgt [13]. Wer Gewicht abnimmt und sich mehr bewegt, kann laut IQWiG den Blutzuckerspiegel senken; manchen Menschen gelingt es, ihren Diabetes allein mit solchen Veränderungen in den Griff zu bekommen [14].
Weicht die tatsächliche Behandlung von der Vereinbarung ab, beschreibt die NVL das ausdrücklich ohne Schuldzuweisung. Es geht darum, behebbare Gründe zu finden oder die gemeinsamen Ziele auf ihre Alltagstauglichkeit zu prüfen [11]. Sprechen Sie offen an, wenn Sie Metformin anders einnehmen oder nicht mehr nehmen möchten.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Menge ein, sondern die nächste Dosis zur vorgesehenen Zeit. Die Tabletten nehmen Sie mit oder nach einer Mahlzeit ein [1].
Was Sie tun können
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:
- Welcher HbA1c-Wert ist mein Ziel, und brauche ich dafür Metformin noch?
- Kommt für mich eine Verringerung oder Änderung der Behandlung infrage, und wie wird mein Blutzucker danach kontrolliert?
- Was tue ich bei Durchfall, Erbrechen oder Fieber, und wann unterbreche ich Metformin dann?
- Wann nehme ich vor einer Operation oder einer Untersuchung mit Kontrastmittel die letzte Tablette, und wann beginne ich wieder?
- Brauche ich während einer Unterbrechung eine andere Behandlung?
- Wie steht es um meine Nierenfunktion und meinen Vitamin-B12-Spiegel?
- Ich plane eine Schwangerschaft: Muss meine Behandlung geändert werden?
- Nehme ich weitere Diabetesmittel, Kortison oder andere Mittel, die bei einer Änderung zu beachten sind?
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Zeichen einer Laktatazidose. Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen sowie eine verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen nennt die Packungsbeilage als Zeichen einer Laktatazidose, einer Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure. Beenden Sie dann die Einnahme und wenden Sie sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus, denn dieser Zustand kann zum Koma führen [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Eine Laktatazidose ist ein medizinischer Notfall und muss im Krankenhaus behandelt werden [1].
Sehr hoher Blutzucker. Bei Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit sollte laut IQWiG der Rettungsdienst unter der Nummer 112 gerufen werden [12]. Treten Beschwerden wie starker Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit längere Zeit oder immer wieder auf, ist es laut IQWiG wichtig, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen [12]. Unkontrollierter Diabetes, etwa mit sehr hohem Blutzucker oder einer Ketoazidose, ist laut Packungsbeilage eine Gegenanzeige für Metformin. Bei einer Ketoazidose häufen sich sogenannte Ketonkörper im Blut an, die zu einem diabetischen Präkoma führen können; zu den Zeichen gehören laut Packungsbeilage Magenschmerzen, eine schnelle und tiefe Atmung, Schläfrigkeit und ein ungewöhnlicher fruchtiger Geruch des Atems [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Weitere Warnzeichen laut Packungsbeilage zeigt die Übersicht [1]:
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Metformin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Langfassung Version 3.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-001), Kapitel 2.6, 5.2 (Empfehlung 5-2) und 5.5.1.2. Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand 15.05.2023 (gültig bis 15.05.2028). abgerufen am 16.10.2026
- Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 16.10.2026
- Welche Medikamente helfen bei Typ-2-Diabetes?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 16.10.2026
- Diabetes Typ 2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Patientenblatt "Typ-2-Diabetes: Wie soll der Blutzucker eingestellt sein?" zur NVL Typ-2-Diabetes. Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand 2023. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Metformin einfach absetzen?
Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Metformin nicht. Metformin senkt bei Typ-2-Diabetes aber den Blutzucker; ob Sie es noch brauchen und wie Ihr Blutzucker danach kontrolliert wird, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie soll regelmäßig geprüft werden, ob sich die Behandlung verringern oder ändern lässt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Muss man Metformin ausschleichen?
Ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Fachinformation beschreibt nur für den Beginn, dass eine allmähliche Erhöhung der Dosis die Verträglichkeit für Magen und Darm verbessert. Ob und wie die Behandlung verringert oder beendet wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Wann muss ich Metformin vor einer Operation absetzen?
Bei einer größeren Operation unterbrechen Sie Metformin laut Packungsbeilage während des Eingriffs und für einige Zeit danach. Laut Fachinformation gilt das für Operationen unter Vollnarkose, Spinal- oder Epiduralanästhesie. Wann Sie die letzte Tablette nehmen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wieder begonnen wird laut Fachinformation frühestens 48 Stunden nach der Operation oder nach Wiederaufnahme der Ernährung über den Mund, und erst, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und stabil ist.
Muss Metformin vor einem CT mit Kontrastmittel abgesetzt werden?
Wird Ihnen ein jodhaltiges Kontrastmittel in die Blutbahn gespritzt, etwa bei einer Computertomografie, unterbrechen Sie Metformin laut Packungsbeilage vor bzw. zum Zeitpunkt der Injektion. Solche Kontrastmittel können laut Fachinformation die Nieren schädigen; das kann dazu führen, dass sich Metformin anreichert und das Risiko einer Laktatazidose steigt. Ob Sie in der Zwischenzeit eine andere Behandlung brauchen und wann Sie wieder beginnen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, laut Fachinformation frühestens 48 Stunden danach und erst, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und stabil ist.
Was passiert, wenn man Metformin absetzt?
Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht, und was danach mit dem Blutzucker geschieht, beschreiben sie ebenfalls nicht. Allgemein ist eine Überzuckerung laut IQWiG die Folge eines unzureichend behandelten Diabetes. Sie kann laut IQWiG jahrelang ohne Beschwerden bestehen; ein stark erhöhter Blutzucker kann aber starken Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Übelkeit und Schwindel verursachen. Während der Behandlung kontrolliert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage regelmäßig Ihren Blutzucker; was eine Änderung der Behandlung für Sie bedeutet, besprechen Sie mit ihr oder ihm.
Darf ich Metformin bei Durchfall weglassen?
Bei einem Zustand mit starkem Flüssigkeitsverlust, etwa durch schweres Erbrechen, Durchfall, Fieber, Hitze oder wenn Sie weniger trinken als sonst, unterbrechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage für kurze Zeit und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über das weitere Vorgehen. Halten Verdauungsbeschwerden an, nehmen Sie Metformin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und sprechen ebenfalls mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Verdauungsbeschwerden zu Beginn der Behandlung verschwinden laut Fachinformation in den meisten Fällen von selbst.
Soll ich Metformin weglassen, wenn ich Alkohol trinke?
Eine Einnahmepause wegen Alkohol sehen Packungsbeilage und Fachinformation nicht vor. Die Packungsbeilage rät, während der Einnahme übermäßigen Alkoholkonsum zu meiden, weil er das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann; wer viel Alkohol trinkt, darf Metformin nicht einnehmen. Die Fachinformation führt Alkohol unter "Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen". Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Metformin und Alkohol.
Nimmt man nach dem Absetzen von Metformin zu?
Ob sich das Körpergewicht nach dem Absetzen verändert, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Unter der Einnahme von Metformin wurde laut Packungsbeilage ein stabiles Körpergewicht oder eine mäßige Gewichtsabnahme beobachtet. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was eine Änderung der Behandlung für Ihren Blutzucker und Ihr Gewicht bedeuten kann.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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