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Metformin und Alkohol

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Einnahme von Metformin übermäßigen Alkoholkonsum meiden, weil er das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann, einer sehr seltenen, aber sehr schwerwiegenden Übersäuerung des Blutes; wer viel Alkohol trinkt, darf Metformin nicht einnehmen. Wie viel Alkohol übermäßig ist und ob Sie nach der Tablette warten sollten, sagen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, was in Ihrem Fall gilt, zum Beispiel wenn Sie zusätzlich Insulin, Sulfonylharnstoffe oder Glinide nehmen.

Mann Mitte fünfzig mit kurzem rotblondem Haar und gestreiftem Polohemd hält bei einem Gartenfest lachend ein Glas Mineralwasser mit Zitrone
Bild: KI-generiert

Laut Packungsbeilage von Metformin sollten Sie während der Einnahme übermäßigen Alkoholkonsum meiden, weil er das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann [1]. Eine Laktatazidose ist eine sehr seltene, aber sehr schwerwiegende Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure, die zum Koma führen kann [1]. Wer viel Alkohol trinkt, darf Metformin nicht einnehmen [1, 2]. Wie viel Alkohol "übermäßig" ist und ob es nach der Tablette eine Wartezeit gibt, sagen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].

Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation von Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [1, 2]. Wann Metformin unterbrochen wird, etwa vor einer Operation, steht auf der Seite Metformin absetzen.

Was die Packungsbeilage zu Alkohol sagt

Die Packungsbeilage erwähnt Alkohol in Abschnitt 2 an drei Stellen [1]:

  • Gegenanzeigen: Metformin darf nicht eingenommen werden, wenn Sie viel Alkohol trinken [1].
  • Risiko einer Laktatazidose: Neben einer eingeschränkten Nierenfunktion erhöhen laut Packungsbeilage auch ein schlecht eingestellter Diabetes, schwere Infektionen, längeres Fasten oder Alkoholkonsum, Flüssigkeitsmangel, Leberprobleme und Erkrankungen, bei denen ein Teil des Körpers nicht genug Sauerstoff erhält, das Risiko. Trifft einer dieser Punkte auf Sie zu, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über das weitere Vorgehen [1].
  • Einnahme zusammen mit Alkohol: Meiden Sie während der Einnahme übermäßigen Alkoholkonsum, da er das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann [1].

Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte ist genauer. Sie nennt eine akute Alkoholvergiftung und Alkoholismus als Gegenanzeigen (Abschnitt 4.3) und übermäßigen Alkoholkonsum als Risikofaktor für eine Laktatazidose (Abschnitt 4.4) [2]. In Abschnitt 4.5 führt sie Alkohol unter "Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen" und schreibt dazu, dass eine Alkoholvergiftung mit einem erhöhten Risiko für eine Laktatazidose verbunden ist, insbesondere im Zusammenhang mit Fasten, Mangelernährung oder einer Leberfunktionsstörung [2].

Eine Menge, ab der Alkoholkonsum "übermäßig" ist, nennen weder Packungsbeilage noch Fachinformation, ebenso wenig einen zeitlichen Abstand zur Tablette [1, 2]. Fachleute gehen laut dem Portal Kenn dein Limit des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) davon aus, dass es keinen ganz risikofreien Alkoholkonsum gibt; wer krank ist und Medikamente einnimmt, sollte Alkohol laut Portal ganz weglassen [12]. Grundsätzlich rät Kenn dein Limit, in der Packungsbeilage nachzulesen oder in Arztpraxis oder Apotheke zu fragen, ob Medikamente und Alkohol für Sie infrage kommen [11].

Warum Alkohol und Metformin sich beeinflussen können

Auf welchem Weg Alkohol das Risiko einer Laktatazidose erhöht, erklären Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Die Fachinformation beschreibt aber, wann eine Laktatazidose unter Metformin am häufigsten auftritt: bei einer akuten Verschlechterung der Nierenfunktion, bei Erkrankungen von Herz und Atmung (kardiorespiratorische Erkrankung) oder bei einer Blutvergiftung (Sepsis). Metformin wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Verschlechtert sich die Nierenfunktion akut, reichert es sich an, und das Risiko einer Laktatazidose steigt [2].

Als weitere Risikofaktoren nennt die Fachinformation übermäßigen Alkoholkonsum, eine Leberfunktionsstörung, einen schlecht eingestellten Diabetes, eine Ketose, langes Fasten, alle Erkrankungen mit Sauerstoffmangel (Hypoxie) und die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die selbst eine Laktatazidose verursachen können [2]. Ein starker Flüssigkeitsverlust, etwa durch lang andauernden oder starken Durchfall oder mehrmaliges Erbrechen hintereinander, könnte laut Packungsbeilage zu Nierenproblemen führen, wodurch die Gefahr einer Laktatazidose besteht [1]. Menschen, die alkoholabhängig sind, haben laut IQWiG ein höheres Risiko für eine Übersäuerung des Blutes und dürfen Metformin deshalb normalerweise nicht nehmen [19].

Welche Risiken die Quellen nennen

Frau Anfang sechzig mit grauem Kurzhaarschnitt in geblümter Bluse bereitet in einer hellen Küche einen Gemüseauflauf zu, neben ihr ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Laktatazidose

Eine Laktatazidose ist unter Metformin sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion [1, 2]. Laut IQWiG kann eine Übersäuerung des Blutes unter Metformin zu Atembeschwerden, Übelkeit oder einem Schock führen [19]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes bezeichnet die Laktatazidose als potenziell lebensbedrohliche Komplikation [20].

Die Anzeichen sind laut Packungsbeilage unspezifisch: Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen sowie eine verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen. Eine Laktatazidose ist ein medizinischer Notfall und muss im Krankenhaus behandelt werden [1].

Unterzuckerung

Metformin allein verursacht keine Unterzuckerung (Hypoglykämie), weil es die Ausschüttung von Insulin nicht anregt [1, 2]. Nehmen Sie es zusammen mit anderen Diabetesmitteln ein, die eine Unterzuckerung hervorrufen können, etwa Sulfonylharnstoffen, Insulin oder Gliniden, besteht dieses Risiko [1]. Laut IQWiG kann bei Menschen, die Insulin spritzen, zum Beispiel zu viel Alkohol dazu führen, dass die gespritzte Insulinmenge zu hoch ist und der Blutzucker deshalb zu stark absinkt [18]. Auch bei starkem Alkoholkonsum kann der Blutzucker laut IQWiG verringert sein [21].

Anzeichen einer Unterzuckerung sind laut Packungsbeilage Schwächegefühl, Benommenheit, vermehrtes Schwitzen, beschleunigter Herzschlag, Sehstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten; dann hilft es normalerweise, etwas zu essen oder zu trinken, das Zucker enthält [1]. Eine schwere Unterzuckerung kann laut IQWiG zu Bewusstlosigkeit führen und lebensgefährlich werden [18]. Mehr dazu: Medikamente, die den Blutzucker beeinflussen und Insuline.

Fahrtüchtigkeit

Metformin allein beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen laut Packungsbeilage nicht, weil es selbst keine Unterzuckerung auslöst. Nehmen Sie zusätzlich Mittel, die eine Unterzuckerung hervorrufen können, setzen Sie sich bei ersten Anzeichen einer Unterzuckerung nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Für Alkohol gilt laut Kenn dein Limit: Schon geringe Mengen wirken sich fatal auf die Fahrtüchtigkeit aus, deshalb gilt die Regel "kein Alkohol im Straßenverkehr" [15].

Leber

Bei Leberproblemen darf Metformin nicht eingenommen werden, und Leberprobleme erhöhen das Risiko einer Laktatazidose [1, 2]. Eine Alkoholvergiftung ist laut Fachinformation besonders im Zusammenhang mit einer Leberfunktionsstörung mit einem erhöhten Risiko verbunden [2]. Sehr selten kommt es unter Metformin zu auffälligen Leberwerten oder einer Leberentzündung (Hepatitis) [1, 2]. Über Alkohol schreibt Kenn dein Limit: Je mehr Alkohol man trinkt, desto höher ist das Risiko für verschiedene Lebererkrankungen. Wer dauerhaft zu viel Alkohol trinkt, riskiert eine Fettleber, die Betroffene nicht spüren, weil eine kranke Leber keine Schmerzen verursacht [13]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.

Magen und Darm

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust sind unter Metformin sehr häufig und treten meistens zu Beginn der Behandlung auf [1, 2]. Dass Alkohol diese Beschwerden verstärkt, steht in Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Haben Sie einen Zustand, der mit einem erheblichen Verlust an Körperflüssigkeit verbunden sein kann, etwa schweres Erbrechen, Durchfall oder Fieber, unterbrechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage für kurze Zeit und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über das weitere Vorgehen [1]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente.

Für wen die Hinweise besonders wichtig sind

  • Menschen, die viel Alkohol trinken: Sie dürfen Metformin laut Packungsbeilage nicht einnehmen [1]. Wer bei sich ein Alkoholproblem vermutet, kann sich laut Kenn dein Limit an eine Suchtberatungsstelle wenden, ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt suchen oder das Infotelefon des BIÖG anrufen [14]. Mehr dazu: Alkoholabhängigkeit.
  • Ältere Menschen: Alkohol wirkt im Alter laut Kenn dein Limit stärker, weil sich die gleiche Menge auf weniger Körperflüssigkeit verteilt, und der Körper baut ihn langsamer ab [14]. Bei älteren Menschen können unter Metformin auch häufigere Untersuchungen der Nierenfunktion nötig sein [1].
  • Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion: Beides erhöht das Risiko einer Laktatazidose. Bei einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion und bei Leberproblemen darf Metformin nicht eingenommen werden [1, 2]. Mehr dazu: Niereninsuffizienz.
  • Menschen, die fasten oder sich unzureichend ernähren: Längeres Fasten erhöht laut Packungsbeilage das Risiko einer Laktatazidose; eine Alkoholvergiftung ist laut Fachinformation insbesondere im Zusammenhang mit Fasten oder Mangelernährung mit einem erhöhten Risiko für eine Laktatazidose verbunden [1, 2].
  • Menschen, die zusätzlich Insulin, Sulfonylharnstoffe oder Glinide nehmen: Bei ihnen ist eine Unterzuckerung möglich [1]. Bei Menschen, die Insulin spritzen, kann laut IQWiG auch zu viel Alkohol dazu führen, dass der Blutzucker zu stark absinkt [18].

Was Sie tun können

Übermäßigen Alkoholkonsum meiden. Das ist der Rat der Packungsbeilage [1]. Wie viel Alkohol in Ihrem Fall vertretbar ist, legen Packungsbeilage und Fachinformation nicht fest; besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Älteren Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen und Alkohol trinken, rät Kenn dein Limit, in der Apotheke zu klären, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann, und die Hausärztin oder den Hausarzt zu fragen, ob im eigenen Fall eine Gefahr besteht [14]. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Metformin nicht eigenmächtig weglassen. Eine Einnahmepause wegen Alkohol sehen Packungsbeilage und Fachinformation nicht vor [1, 2]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Alkoholfreie Getränke. Getränke mit weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol dürfen laut Kenn dein Limit als "alkoholfrei" bezeichnet werden; alkoholfreies Bier enthält in den meisten Fällen Alkohol, nur eben weniger. Gar keinen Alkohol dürfen Lebensmittel mit der Angabe 0,0 Prozent enthalten [16]. Eine Alkoholmenge, die neben Metformin keine Rolle spielt, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].

Diese Fragen helfen, das Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke vorzubereiten:

  • Wie viel Alkohol ist für mich mit Metformin vertretbar, und wie oft?
  • Wie steht es um meine Nieren- und Leberwerte?
  • Kann es bei mir wegen Insulin oder anderer Diabetesmittel zu einer Unterzuckerung kommen, wenn ich Alkohol trinke?
  • Woran erkenne ich eine Laktatazidose, und was tue ich dann?
  • Was mache ich bei Erbrechen oder Durchfall, zum Beispiel nach einer Feier?
  • Vertragen sich meine anderen Medikamente mit Alkohol?

Nebenwirkungen melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Zeichen einer Laktatazidose. Bemerken Sie Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen, eine verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen, beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und wenden sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus, denn dieser Zustand kann zum Koma führen [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Schwere Unterzuckerung. Eine starke Unterzuckerung kann laut IQWiG zu Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. Kann dann keine Glukagon-Spritze gegeben werden, sollte sofort unter der Notfallnummer 112 ärztliche Hilfe gerufen werden [18].

Verdacht auf eine Alkoholvergiftung. Wichtige Hinweise sind laut Kenn dein Limit vor allem, dass eine alkoholisierte Person kaum noch ansprechbar ist oder das Bewusstsein verliert. Dann bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage, rufen den Notruf 112 und lassen sie nicht allein [17]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Weitere Warnzeichen laut Packungsbeilage zeigt die Übersicht [1]:

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Metformin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Medikamente und Alkohol: Keine gute Idee für die Gesundheit. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  5. Behörde FAQ zum Thema Alkohol. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  6. Behörde Alkohol und Leber. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  7. Behörde Alkohol im Alter. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  8. Behörde Alkohol am Steuer: Warum Alkohol im Straßenverkehr tabu ist. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  9. Behörde Alkohol in Lebensmitteln: Neun "alkoholfreie" Lebensmittel mit Alkohol. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  10. Behörde Wirkung von Alkohol: Was passiert bei wie viel Promille?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  11. Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 16.10.2026
  12. Welche Medikamente helfen bei Typ-2-Diabetes?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 16.10.2026
  13. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Langfassung Version 3.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-001), Kapitel 5.5.1.2. Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und AWMF. Stand 15.05.2023 (gültig bis 15.05.2028). abgerufen am 16.10.2026
  14. Nüchternblutzucker. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Metformin und Alkohol zusammen nehmen?

Die Packungsbeilage rät, während der Einnahme übermäßigen Alkoholkonsum zu meiden, weil er das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann; wer viel Alkohol trinkt, darf Metformin nicht einnehmen. Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte führt Alkohol in Abschnitt 4.5 unter "Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen" und nennt dazu das erhöhte Risiko einer Laktatazidose bei einer Alkoholvergiftung. Was das für Sie bedeutet, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie lange sollte ich zwischen Metformin und Alkohol warten?

Eine Wartezeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Packungsbeilage rät, während der Einnahme übermäßigen Alkoholkonsum zu meiden; die Fachinformation empfiehlt die gleichzeitige Anwendung mit Alkohol nicht. Ob und wann Sie in Ihrer Situation Alkohol trinken können, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Was ist eine Laktatazidose, und woran erkenne ich sie?

Eine Laktatazidose ist eine Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure. Unter Metformin ist sie sehr selten, aber ein medizinischer Notfall, der zum Koma führen kann. Anzeichen sind laut Packungsbeilage Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe, allgemeines Unwohlsein mit starker Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Atmen sowie eine verringerte Körpertemperatur und Herzklopfen. Dann beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und wenden sich unverzüglich an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus.

Kann Alkohol unter Metformin eine Unterzuckerung auslösen?

Metformin allein verursacht laut Packungsbeilage keine Unterzuckerung. Zusammen mit anderen Diabetesmitteln, die eine Unterzuckerung hervorrufen können, etwa Sulfonylharnstoffen, Insulin oder Gliniden, besteht dieses Risiko. Laut IQWiG kann bei Menschen, die Insulin spritzen, zu viel Alkohol dazu führen, dass der Blutzucker zu stark absinkt; auch bei starkem Alkoholkonsum kann der Blutzucker verringert sein. Anzeichen einer Unterzuckerung sind laut Packungsbeilage zum Beispiel Schwächegefühl, vermehrtes Schwitzen, beschleunigter Herzschlag und Sehstörungen.

Kann Alkohol mit Metformin Durchfall verursachen?

Dass Alkohol die Verdauungsbeschwerden unter Metformin verstärkt, steht in Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust sind unter Metformin sehr häufig, meistens zu Beginn der Behandlung. Bei schwerem Erbrechen oder Durchfall unterbrechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage für kurze Zeit und sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil ein Flüssigkeitsverlust das Risiko einer Laktatazidose erhöhen kann.

Darf ich zu Metformin alkoholfreies Bier trinken?

Alkoholfreies Bier enthält laut Kenn dein Limit in den meisten Fällen Alkohol, nur weniger als 0,5 Volumenprozent; gar keinen Alkohol dürfen Getränke mit der Angabe 0,0 Prozent enthalten. Eine Alkoholmenge, die neben Metformin keine Rolle spielt, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Soll ich Metformin weglassen, wenn ich Alkohol trinken möchte?

Eine Einnahmepause wegen Alkohol sehen Packungsbeilage und Fachinformation nicht vor; die Packungsbeilage rät, übermäßigen Alkoholkonsum zu meiden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Wann Metformin tatsächlich unterbrochen wird, etwa vor einer Operation, steht auf der Seite Metformin absetzen.

Wie viel Alkohol ist mit Metformin erlaubt?

Eine Grenze nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Sie sprechen von übermäßigem Alkoholkonsum und davon, dass Menschen, die viel Alkohol trinken, Metformin nicht einnehmen dürfen. Fachleute gehen laut Kenn dein Limit davon aus, dass es keinen ganz risikofreien Alkoholkonsum gibt. Wie viel in Ihrem Fall vertretbar ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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