MedikamenteDetailfrage
Fosfomycin in der Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, gibt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Fosfomycin laut Packungsbeilage nur dann, wenn es dringend notwendig ist; laut Fachinformation sollte es in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig notwendig ist. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "hoch" an und hält die einmalige Einnahme von Fosfomycin-Trometamol bei unkomplizierten Harnwegsinfekten in der Schwangerschaft für möglich. Nach einer einmaligen Einnahme ergeben sich laut Embryotox keine Konsequenzen; ob Fosfomycin für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wenn Sie schwanger sind, gibt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Fosfomycin laut Packungsbeilage nur dann, wenn es dringend notwendig ist [1, 5]. Laut Fachinformation sollte Fosfomycin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig notwendig ist; zum ersten Schwangerschaftsdrittel liegen danach nur begrenzte Daten vor, die bisher kein Sicherheitssignal für Fehlbildungen liefern [2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an. Nach seiner Empfehlung ist die einmalige Einnahme von Fosfomycin-Trometamol bei unkomplizierten Harnwegsinfekten in der Schwangerschaft möglich [3].
Haben Sie Fosfomycin einmal eingenommen und sind schwanger, ergeben sich daraus laut Embryotox keine Konsequenzen [3]. Wie Fosfomycin wirkt und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Zum Einnehmen gibt es Fosfomycin als verschreibungspflichtiges Granulat in einem Beutel, das in Wasser aufgelöst wird. Es ist zur Behandlung der akuten, unkomplizierten Blasenentzündung (Zystitis) bei Frauen und weiblichen Jugendlichen zugelassen; die Fachinformation sieht dafür eine Einmalgabe vor [1, 2]. Die Packungsbeilage von Monuril weist darauf hin, dass das Mittel nur einmal eingenommen werden muss [5]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Fosfuro; die Packungsbeilage von Monuril hat zu Schwangerschaft und Stillzeit denselben Wortlaut [1, 2, 5].
Packungsbeilage: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Wenn Sie schwanger sind, wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Fosfomycin nur dann geben, wenn es dringend notwendig ist [1, 5].
Fachinformation: Über die Sicherheit der Behandlung im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) liegen nur begrenzte Daten zu 152 Schwangerschaften vor. Diese Daten liefern bisher kein Sicherheitssignal für Fehlbildungen (Teratogenität). Fosfomycin passiert den Mutterkuchen (Plazenta). Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität). Fosfomycin sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig notwendig ist [2].
Infusion im Krankenhaus: Fosfomycin gibt es außerdem als Zubereitung für die Vene. Nach einem Bescheid des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 29. Juni 2020 soll sie nur noch zur Behandlung schwerer Infektionen angewendet werden, wenn andere Antibiotikabehandlungen als nicht geeignet angesehen werden [4]. Zur Anwendung in die Vene in der Schwangerschaft liegen laut Embryotox keine systematischen Studien vor [3].
| Quelle | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| Packungsbeilage | Vorher Rat einholen; die Ärztin oder der Arzt gibt Fosfomycin nur, wenn es dringend notwendig ist [1, 5] | Stillende Mütter können eine einzelne Dosis einnehmen [1, 5] |
| Fachinformation | Begrenzte Daten zu 152 Schwangerschaften im ersten Drittel ohne Sicherheitssignal für Fehlbildungen; nur anwenden, wenn eindeutig notwendig [2] | Geringe Mengen in der Muttermilch; Einzeldosis möglich, wenn eindeutig notwendig [2] |
| Embryotox | Erfahrungsumfang hoch; Ampelfarbe grau; einmalige Einnahme bei unkomplizierten Harnwegsinfekten möglich [3] | Nach einmaliger Einnahme uneingeschränkt stillen [3] |
Einschätzung von Embryotox
Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Laut Embryotox wird Fosfomycin häufig als einmalige Einnahme zur Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfekte eingesetzt, bei schweren Infektionen auch über mehrere Tage in die Vene. Es geht über die Plazenta zum ungeborenen Kind über [3].
Erfahrungsumfang: Für die Schwangerschaft gibt Embryotox ihn mit "hoch" an [3]. Das bedeutet umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften; die Angabe bezieht sich auf Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel angewendet wurde [13].
Erstes Schwangerschaftsdrittel: Die Erfahrungen nach dem Einnehmen beruhen laut Embryotox auf zwei Kohortenstudien, die keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko liefern. Eine Auswertung von Verschreibungsdaten beobachtete bei über 2.400 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel kein vermehrtes Auftreten von Fehlbildungen. Die zweite Veröffentlichung mit rund 150 Schwangerschaften zeigte weder ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen noch für Fehlgeburten im Vergleich zu Schwangeren ohne Fosfomycin. Da Fosfomycin meist als Einmaldosis gegeben wird, sind laut Embryotox für die abschließende Beurteilung seltener Risiken jedoch höhere Fallzahlen nötig [3].
Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Bisherige Daten sprechen laut Embryotox gegen ein Risiko, das ungeborene Kind zu schädigen (fetotoxisches Risiko). Viele Untersuchungen richteten sich allerdings auf die Wirksamkeit der einmaligen Einnahme in der Schwangerschaft und nicht auf das Risiko für das ungeborene Kind [3].
Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Die einmalige Einnahme von Fosfomycin-Trometamol bei unkomplizierten Harnwegsinfekten ist in der Schwangerschaft möglich. Die Anwendung in die Vene sollte laut Embryotox nur nach Prüfung besser geeigneter Alternativen erfolgen [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft: Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine nach einer einmaligen Einnahme. Nach einer mehrtägigen Behandlung über die Vene im ersten Drittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden, um eine unauffällige Entwicklung des Kindes zu bestätigen [3].
Ampel: Für die Schwangerschaft kennzeichnet Embryotox Fosfomycin mit der Ampelfarbe "grau" und beschreibt es als Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt [3]. Bei grau gekennzeichneten Mitteln haben laut Erläuterung von Embryotox mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Risiko für Embryo oder Fötus erkennen lassen; der Erfahrungsumfang kann aber noch unzureichend sein, oder Studienergebnisse können sich widersprechen. Vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich. Die Ampel ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text [12].
Andere Mittel: Unter "Besser geeignete Alternativen" nennt Embryotox in Abhängigkeit von den Erregern gegebenenfalls Pivmecillinam, Penicilline sowie Cephalosporine [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Blasenentzündung in der Schwangerschaft
Schwangere Frauen bekommen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) häufiger Blasenentzündungen [15]. Mehr zur Erkrankung: Blasenentzündung.
Stillzeit

Packungsbeilage: Stillende Mütter können eine einzelne Dosis des Arzneimittels einnehmen. Vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1, 5].
Fachinformation: Fosfomycin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Wenn es eindeutig notwendig ist, kann eine Einzeldosis Fosfomycin zum Einnehmen während der Stillzeit angewendet werden [2].
Embryotox: Die Angaben zum Übergang in die Muttermilch beruhen auf Messungen bei zwei Müttern, die Fosfomycin nicht zum Einnehmen, sondern als Spritze oder Infusion erhielten. Die Konzentrationen in Vormilch (Kolostrum) und Muttermilch lagen bei rund zehn Prozent der Werte im Blut der Mutter; genauere Angaben, etwa zum Zeitpunkt der Messungen, fehlen in der Veröffentlichung. Veröffentlichte Erfahrungen zu Auswirkungen auf gestillte Kinder gibt es nicht [3].
Wegen der Daten, die für eine geringe Aufnahme über die Muttermilch sprechen, und weil Fosfomycin überwiegend einmalig angewendet wird, erscheinen Risiken laut Embryotox unwahrscheinlich. Gelegentlich wirkt sich eine Antibiotika-Behandlung der Mutter auf die Bakterienbesiedlung (Mikrobiom) des gestillten Kindes aus und kann zum Beispiel zu vorübergehendem Durchfall oder Soor führen [3].
Empfehlung von Embryotox: Nach einer einmaligen Einnahme darf uneingeschränkt gestillt werden. Bei einer längerfristigen Anwendung in die Vene sollte im Einzelfall nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung über das Stillen entschieden werden [3].
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst und bittet sie, sich an Kinderärztin oder Kinderarzt, Gynäkologin oder Gynäkologen, Hebamme, Stillberaterin oder Apotheke zu wenden [14]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit
Zur Fruchtbarkeit (Fertilität) liegen laut Fachinformation keine Daten beim Menschen vor. Bei männlichen und weiblichen Ratten beeinträchtigte Fosfomycin zum Einnehmen die Fruchtbarkeit nicht [2].
Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1].
Was Sie tun können
Schwanger und Fosfomycin verordnet: Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, bevor Sie Fosfomycin einnehmen [1]. Haben Sie Bedenken gegen die verordnete Behandlung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie darauf verzichten. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Schon eingenommen: Haben Sie Fosfomycin eingenommen, bevor Sie von der Schwangerschaft wussten, ergeben sich laut Embryotox nach einer einmaligen Einnahme keine Konsequenzen [3]. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wann Sie Fosfomycin eingenommen haben.
Nach der Einnahme: Laut Packungsbeilage von Monuril sollten Sie während der Behandlung nur die üblichen 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, weil übermäßiges Trinken das Antibiotikum im Harn stark verdünnen oder zu schnell ausspülen kann. Spüren Sie nach drei Tagen keine ausreichende Linderung oder werden die Beschwerden schlimmer, suchen Sie erneut Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [5]. Wie Sie das Granulat einnehmen, steht auf der Seite Fosfomycin.
Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer aktuellen und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [14].
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Handelt es sich bei mir um eine unkomplizierte Blasenentzündung?
- Warum ist in meiner Schwangerschaft ein Antibiotikum nötig, und warum Fosfomycin?
- Wird mein Urin vor oder nach der Behandlung untersucht?
- Was mache ich, wenn die Beschwerden nicht besser werden oder wiederkommen?
- Ich stille: Muss ich etwas beachten?
Beschwerden notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, wann Sie Fosfomycin eingenommen haben und wann Beschwerden auftreten. Das hilft in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [14]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem BfArM melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Eigene Warnzeichen für Schwangere oder Stillende nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion oder einer Entzündung des Dickdarms sollten Sie die Einnahme laut Packungsbeilage einstellen und sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren; Arzneimittel gegen Durchfall, die den Stuhlgang hemmen, nehmen Sie dann nicht [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Die einzelnen Zeichen zeigt die Übersicht unten.
Kommen zu einer Blasenentzündung Schmerzen in der Nierengegend (Flankenschmerzen), Fieber, Übelkeit und Erbrechen hinzu, sollte laut IQWiG rasch eine Arztpraxis oder eine Klinik aufgesucht werden. Diese Beschwerden können darauf hindeuten, dass sich das Nierenbecken entzündet hat [15]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fosfuro 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 02/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Fosfuro 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fosfomycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Risikoinformation Fosfomycin: Empfehlungen zur Anwendungseinschränkung (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 29.06.2020). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 26.04.2022. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Monuril 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. Zambon GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Akute Blasenentzündung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 08.02.2023. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Darf man Fosfomycin in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage gibt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Fosfomycin in der Schwangerschaft nur, wenn es dringend notwendig ist; laut Fachinformation sollte es nur angewendet werden, wenn dies eindeutig notwendig ist. Das Beratungszentrum Embryotox schreibt, dass die einmalige Einnahme von Fosfomycin-Trometamol bei unkomplizierten Harnwegsinfekten in der Schwangerschaft möglich ist. Ob Fosfomycin für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Ist Fosfomycin im 1. Trimester ein Risiko, zum Beispiel für eine Fehlgeburt?
Laut Fachinformation liegen zum ersten Schwangerschaftsdrittel nur begrenzte Daten zu 152 Schwangerschaften vor; sie liefern bisher kein Sicherheitssignal für Fehlbildungen. Embryotox nennt zwei Kohortenstudien: Bei über 2.400 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel wurde kein vermehrtes Auftreten von Fehlbildungen beobachtet, und in einer Studie mit rund 150 Schwangerschaften zeigte sich weder ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen noch für Fehlgeburten. Weil Fosfomycin meist nur einmal gegeben wird, sind laut Embryotox für die abschließende Beurteilung seltener Risiken höhere Fallzahlen nötig.
Was gilt im 2. und 3. Trimester?
Bisherige Daten sprechen laut Embryotox gegen ein Risiko, das ungeborene Kind zu schädigen. Viele Untersuchungen richteten sich allerdings auf die Wirksamkeit der einmaligen Einnahme in der Schwangerschaft und nicht auf das Risiko für das ungeborene Kind. Ob Fosfomycin für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Was sagt Embryotox zu Fosfomycin?
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft mit "hoch" an und kennzeichnet Fosfomycin grau als Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt. Die einmalige Einnahme von Fosfomycin-Trometamol bei unkomplizierten Harnwegsinfekten ist danach in der Schwangerschaft möglich. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox je nach Erregern gegebenenfalls Pivmecillinam, Penicilline und Cephalosporine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Nebenwirkungen kann Fosfomycin in der Schwangerschaft haben?
Eigene Nebenwirkungen für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen und eine Infektion der weiblichen Geschlechtsorgane mit Entzündung, Reizung oder Juckreiz (Vulvovaginitis). Laut Fachinformation klingen die Magen-Darm-Beschwerden nach einer Einzeldosis normalerweise von selbst ab. Alle Nebenwirkungen und Warnzeichen stehen auf der Seite Fosfomycin.
Ich habe Fosfomycin genommen und wusste nicht, dass ich schwanger bin. Was nun?
Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine nach einer einmaligen Einnahme. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dass Sie schwanger sind und wann Sie Fosfomycin eingenommen haben. Embryotox berät außerdem kostenlos; die Anfrage können Sie über einen Online-Fragebogen für eine aktuelle Schwangerschaft schicken.
Darf ich nach der Einnahme von Fosfomycin stillen?
Stillende Mütter können laut Packungsbeilage eine einzelne Dosis einnehmen. Laut Fachinformation geht Fosfomycin in geringen Mengen in die Muttermilch über; wenn es eindeutig notwendig ist, kann eine Einzeldosis in der Stillzeit angewendet werden. Embryotox schreibt, dass nach einer einmaligen Einnahme uneingeschränkt gestillt werden darf; beim gestillten Kind sind gelegentlich vorübergehender Durchfall oder Soor möglich.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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