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Blähungen

Blähungen entstehen zum Beispiel, wenn Darmbakterien Milchzucker oder andere schlecht verdauliche Kohlenhydrate vergären; dabei bilden sich Gase im Darm. Zur symptomatischen Behandlung gasbedingter Beschwerden wie Blähungen zugelassen sind Entschäumer wie Simeticon; ihre Wirksamkeit ist laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) aber nicht sicher belegt. Deutlicher Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe können laut gesund.bund.de auf eine andere Darmerkrankung hinweisen; bei Blut im Stuhl ist in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung erforderlich.

Mann Anfang vierzig mit hellbraunem Haar in einem dunkelroten Hemd schneidet in einer hellen Küche Gemüse für eine Mahlzeit
Bild: KI-generiert

Blähungen entstehen zum Beispiel, wenn Darmbakterien schlecht verdauliche Kohlenhydrate wie Milchzucker vergären; dabei bilden sich im Darm vermehrt Gase [2, 4]. Bei Menschen mit Reizdarm und Blähgefühl treten laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) vielfach schon bei geringen Gasmengen Beschwerden auf [1]. Zur symptomatischen Behandlung gasbedingter Beschwerden zugelassen sind Entschäumer wie Simeticon [5]; ihre Wirksamkeit ist laut dieser Leitlinie nicht sicher belegt [1]. Deutlicher Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe können laut gesund.bund.de auf eine andere Darmerkrankung hinweisen; bei Blut im Stuhl ist in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung erforderlich [3].

Was sind Blähungen?

Gasbedingte Beschwerden können sich laut Packungsbeilage eines Entschäumers in Druck- und Völlegefühl, einem frühen Sättigungsgefühl, Aufstoßen, Darmkollern und Blähungen äußern; sie können auch Ausdruck funktioneller Störungen im Magen-Darm-Bereich sein [5]. Die S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) fasst Blähungen, einen aufgetriebenen Bauch (abdominelle Distension) und Flatulenz zu einem Beschwerdebild zusammen; sie unterscheidet dabei Blähbeschwerden mit und ohne messbar dickeren Bauch [1]. Diese Leitlinie hat den Stand 06/2021; laut DGVS wird sie derzeit aktualisiert [1]. Ihre Gültigkeit ist abgelaufen.

Dem Gefühl von Blähungen können laut Leitlinie verschiedene Vorgänge zugrunde liegen. Bei Gesunden kann Luft im Darm unabhängig vom übrigen Darminhalt weiterbefördert werden; erst große Gasmengen führen zu Blähgefühl und einem aufgetriebenen Bauch [1]. Bei Menschen mit Reizdarm und Blähgefühl treten Beschwerden dagegen vielfach schon bei geringen Gasmengen auf. Bei einem Teil von ihnen scheint Gas im Dünndarm schlechter weitertransportiert zu werden; sie berichten meist über einen Bauch, der im Laufe des Tages dicker wird. Bei anderen ist der Gastransport normal, als Ursache wird eine Überempfindlichkeit des Darms gegenüber Dehnung angenommen [1].

Ursachen

Gärung im Darm: Nimmt ein Mensch mit Laktoseintoleranz mehr Milchzucker auf, als sein Darm spalten kann, zersetzen Darmbakterien den Rest im Dickdarm. Dabei entstehen laut gesund.bund.de vermehrt Gase wie Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff sowie andere Abbauprodukte; sie verursachen die typischen Beschwerden [4]. Dazu gehören ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, starke Blähungen und Durchfall; sie treten frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen auf und sind nach etwa eineinhalb bis zwei Stunden am stärksten [4]. Mehr dazu: Laktoseintoleranz. Ähnlich können vergärbare Kohlenhydrate wirken, die als FODMAPs bezeichnet werden. Sie stecken laut IQWiG in vielen Lebensmitteln, zum Beispiel als Fruchtzucker, Milchzucker, Stärke oder als Zuckeralkohole in Süßstoffen; durch ihre Gärung bildet sich mehr Luft im Darm, was zu Blähungen führen kann [2].

Ballaststoffe: Ballaststoffe haben laut S2k-Leitlinie Chronische Obstipation oft unangenehme Begleitbeschwerden wie Blähungen und Bauchkrämpfe, sowohl unlösliche wie Kleie als auch lösliche wie Flohsamenschalen [6].

Erkrankungen: Blähungen und Völlegefühl sind laut gesund.bund.de mögliche Anzeichen eines Reizdarmsyndroms [3]. Leichte Bauchschmerzen und Blähungen kommen laut S2k-Leitlinie Chronische Obstipation auch als Begleitbeschwerden einer chronischen Verstopfung vor [6]; das Gefühl eines aufgeblähten Bauches zählt laut gesund.bund.de zu ihren Anzeichen [7]. Auch eine Laktoseintoleranz oder eine Zöliakie kommt laut gesund.bund.de als Grund solcher Beschwerden infrage [3]. Die S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom nennt außerdem eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker und eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms als Störungen, die sich mit ähnlichen Beschwerden zeigen und möglicherweise ursächlich behandelt werden können [1].

Medikamente: Bei Reizdarm zählt die S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) Medikamente zu den individuellen Auslösern, die mit einer Verstärkung der Beschwerden einhergehen können; solche Auslöser sollten danach erkannt und in der Behandlung berücksichtigt werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Welche Wirkstoffe Blähungen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Blähungen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Diagnose

Ärztinnen und Ärzte fragen laut gesund.bund.de zuerst nach den Beschwerden, nach bekannten Unverträglichkeiten oder Erkrankungen und nach den Lebensumständen, etwa danach, ob die Beschwerden bei Stress häufiger auftreten; Bluttests und weitere Untersuchungen können andere Ursachen ausschließen [3]. Bei Verdacht auf eine Laktoseintoleranz ist der Atemtest das Standardverfahren in Deutschland; für die Diagnose müssen während des Tests aber typische Beschwerden auftreten [4].

Behandlung ohne Medikamente

Bei einem Reizdarm können Betroffene laut gesund.bund.de testen, ob bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken, und dann darauf verzichten. Bei manchen verringern sich die Beschwerden, wenn sie die Mahlzeiten in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilen [3]. Ein Ernährungstagebuch über einige Wochen kann laut IQWiG helfen, Muster zu erkennen und mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, ob der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel sinnvoll ist [2].

FODMAP-arme Ernährung: Bei einer FODMAP-Diät wird auf Lebensmittel mit vergärbaren Kohlenhydraten verzichtet. Studien weisen laut IQWiG darauf hin, dass sie bei manchen Menschen die Beschwerden eines Reizdarms verbessern könnte; es besteht aber das Risiko einer Mangelernährung, und eine so strenge Diät ist im Alltag schwer einzuhalten [2].

Laktoseintoleranz: Die Beschwerden lassen sich laut gesund.bund.de am besten verringern, wenn man Milchzucker nur in begrenzter Menge und Milch nur zusammen mit anderen Lebensmitteln zu sich nimmt [4]. Für Präparate mit künstlich hergestelltem Enzym Laktase (Nahrungsergänzungsmittel) gibt es laut gesund.bund.de keine aussagekräftigen Studien, die eine Linderung der typischen Beschwerden zeigen [4].

Ballaststoffe und Bewegung: Treten bei Verstopfung unter Ballaststoffen unangenehme Begleitbeschwerden auf, sollte die Ballaststoffmenge laut S2k-Leitlinie Chronische Obstipation versuchsweise verringert werden (Empfehlung) [6]. Zu den Maßnahmen, die laut IQWiG in Studien zumindest einigen Menschen mit Reizdarm oder kurzfristig geholfen haben, zählt sportliche Aktivität wie Radfahren oder Yoga [2].

Behandlung mit Medikamenten

Frau Mitte dreißig mit dunkelbraunem Haar in einem senfgelben Pullover spricht in einer hellen Praxis mit einer Ärztin mit grauem Kurzhaarschnitt
Bild: KI-generiert

Nur wenige Studien befassen sich laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) gezielt mit der Behandlung von Blähungen; meist werden sie nur nebenbei mit erfasst [1]. Die einzige speziell für Blähungen im Handel befindliche Behandlung sind danach Entschäumer, deren Wirksamkeit nicht sicher belegt ist [1]. Für entschäumende Mittel wie Simeticon oder Dimeticon kann die Leitlinie zur Behandlung von Blähungen bei Reizdarm keine Empfehlung abgeben (Empfehlungsgrad 0), weil es dazu keine Studien in ausreichender Qualität gibt [1]. Blähungen können laut dieser Leitlinie aber auf andere Ansätze ansprechen, etwa auf eine Ernährungsumstellung, psychotherapeutische Verfahren, manche pflanzlichen Mittel oder bei Verstopfung begleitend auf deren Behandlung [1].

Simeticon bei Blähungen sowie Pfefferminzöl und Probiotika bei Reizdarm
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
EntschäumerSimeticon [5]Lässt die im Nahrungsbrei und im Schleim des Verdauungstrakts eingebetteten Gasblasen zerfallen; die frei werdenden Gase werden von der Darmwand aufgenommen oder durch die Darmtätigkeit entfernt [5]. Für Entschäumer bei Blähungen kann die S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021) keine Empfehlung abgeben [1]Nicht bekannt: allergische Reaktionen wie Quaddeln, Ausschlag, Hautrötung und Jucken, berichtet für simeticonhaltige Arzneimittel [5]
Pflanzliches Mittel: PfefferminzölMagensaftresistente Kapseln, wie sie in den Studien eingesetzt wurden [2]Soll laut IQWiG die Darmmuskulatur entspannen und den Darm beruhigen [2]Stehen bei Arzneimitteln in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats; keine Wirkstoffseite auf dieser Website
ProbiotikaAusgewählte Bakterienstämme; welche Bakterienart am nützlichsten ist, muss laut IQWiG noch weiter erforscht werden [2]Bei manchen Menschen mit Reizdarm ist die Darmflora verändert; deshalb wird laut IQWiG angenommen, dass Probiotika helfen könnten [2]Stehen bei Arzneimitteln in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats; keine Wirkstoffseite auf dieser Website

"Nicht bekannt" heißt laut Packungsbeilage, dass sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen lässt [5]. Für Pfefferminzöl und Probiotika gibt es auf dieser Website keine eigene Wirkstoffseite. Das IQWiG beschreibt Pfefferminzöl und Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel [2].

Simeticon in der Selbstbehandlung

Simeticon wirkt laut Packungsbeilage rein physikalisch und ist chemisch und biologisch unwirksam [5]. Es ist zur symptomatischen Behandlung gasbedingter Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen (Meteorismus) und Völlegefühl zugelassen und wird auch zur Vorbereitung von Untersuchungen im Bauchraum wie Röntgen und Ultraschall angewendet [5]. Laut Packungsbeilage von Espumisan Kautabletten sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt, die Kautabletten können falls erforderlich über längere Zeit eingenommen werden [5]. Bei neu auftretenden und/oder länger anhaltenden Bauchbeschwerden sollten Sie aber eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, damit eine behandlungsbedürftige Erkrankung erkannt werden kann [5]. Was die Packungsbeilage zur Menge sagt, steht auf der Wirkstoffseite unter Dosierung.

Kinder: Für Kinder unter 6 Jahren und Säuglinge sind Espumisan Kautabletten laut Packungsbeilage nicht geeignet; für sie gibt es andere Darreichungsformen [5]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Schwangerschaft und Stillzeit: Gegen die Einnahme von Espumisan Kautabletten in Schwangerschaft und Stillzeit bestehen laut Packungsbeilage keine Bedenken [5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Wenn Blähungen andere Beschwerden begleiten

Menschen mit Reizdarm, die vor allem mit Krämpfen zu tun haben, setzen laut IQWiG oft krampflösende Mittel (Spasmolytika) ein; sie sollen die Darmmuskulatur entspannen und dadurch Schmerzen lindern [2]. Begleiten Blähungen eine Verstopfung, können sie laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom auch auf deren Behandlung ansprechen [1]. Mehr dazu auf den Seiten Reizdarm und Verstopfung.

Nebenwirkungen der Medikamente

Simeticon: Für Arzneimittel mit Simeticon wurden laut Packungsbeilage allergische Reaktionen berichtet, darunter Quaddeln, Ausschlag, Hautrötung, Jucken, allergische Hautentzündung und andere Hautreaktionen; die Häufigkeit ist nicht bekannt [5]. Espumisan Kautabletten enthalten Pfefferminz-Aroma, das bei entsprechend sensibilisierten Menschen Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen kann [5]. Sie enthalten außerdem Milchzucker und Sorbitol; bei einer bekannten Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern oder einer angeborenen Fructose-Unverträglichkeit (HFI) sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [5]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie und Hilfsstoffe wie Laktose und Gluten.

Pfefferminzöl und Probiotika: Pfefferminzkapseln lösten in Studien laut IQWiG leichte Nebenwirkungen wie Sodbrennen oder Aufstoßen aus [2]. Bei Probiotika sind laut IQWiG leichte Nebenwirkungen wie Blähungen möglich [2].

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Blähungen

Viele Menschen mit Reizdarm finden laut gesund.bund.de im Laufe der Zeit heraus, was ihre Darmbeschwerden verringert und was sie verstärkt [3]. Menschen mit schwerem Reizdarmsyndrom schämen sich zum Teil wegen ihrer Blähungen; vom Umfeld werden solche Belastungen manchmal nicht ernst genommen, die meisten finden aber Möglichkeiten, ohne allzu große Einschränkungen damit zu leben [3]. Ob Entspannungstechniken und Methoden zur Stressbewältigung helfen, ist laut IQWiG nicht ausreichend untersucht; einige Studien liefern Hinweise, dass eine Kombination aus Entspannungstherapie und Stressbewältigung helfen könnte [2]. Für Beobachtungen über mehrere Wochen eignet sich das Nebenwirkungs-Tagebuch, für den Überblick über alle Mittel der Medikationsplan.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Kommt es zu deutlichem Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe, kann es sich laut gesund.bund.de eher um andere Darmerkrankungen handeln, zum Beispiel um entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn oder eine Divertikulitis [3]. Bei Blut im Stuhl ist in jedem Fall eine Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt erforderlich [3]. Gallensteine können plötzliche starke Bauchschmerzen auslösen [3].

Verstopfung zusammen mit Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber kann laut Packungsbeilage eines Abführmittels ein Anzeichen eines Darmverschlusses oder einer akuten Entzündung im Bauchraum sein; dann dürfen Sie laut dieser Packungsbeilage weder das Abführmittel noch andere Arzneimittel einnehmen und sollten unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [8]. Akute Bauchschmerzen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind; akute und anhaltende stärkste Schmerzzustände sind ein Fall für den Notruf 112 [9].

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie, Version 2.0 (AWMF-Register-Nr. 021-016), digitale Fassung mit Empfehlungen und Hintergrundtexten; Gültigkeit abgelaufen, laut DGVS in Überarbeitung. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Stand 06/2021. abgerufen am 17.10.2026
  2. Was hilft bei Reizdarm und was nicht?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.02.2023. abgerufen am 17.10.2026
  3. Behörde Reizdarmsyndrom. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 28.08.2024. abgerufen am 17.10.2026
  4. Behörde Laktoseintoleranz. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 23.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Espumisan Kautabletten 42,33 mg. BERLIN-CHEMIE AG. Stand 12/2024. abgerufen am 17.10.2026
  6. Leitlinie S2k-Leitlinie Chronische Obstipation, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 021-019), digitale Fassung, Empfehlungen 5.3 und 7.3 mit Hintergrundtexten. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Stand 04/2022. abgerufen am 17.10.2026
  7. Behörde Verstopfung bei Erwachsenen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 02.10.2023. abgerufen am 17.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Laxoberal Abführ-Tropfen 7,5 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 17.10.2026
  9. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Blähungen?

Zur symptomatischen Behandlung gasbedingter Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl ist der Entschäumer Simeticon zugelassen; er lässt laut Packungsbeilage Gasblasen im Nahrungsbrei zerfallen. Laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) ist die Wirksamkeit der Entschäumer aber nicht sicher belegt. Bei einem Reizdarm können Betroffene laut gesund.bund.de testen, ob bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken, und dann darauf verzichten; bei manchen verringern sich die Beschwerden, wenn sie die Mahlzeiten in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilen. Halten die Beschwerden an, lassen Sie die Ursache ärztlich abklären.

Woher kommen Blähungen?

Gase entstehen zum Beispiel, wenn Darmbakterien schlecht verdauliche Kohlenhydrate vergären, etwa Milchzucker bei einer Laktoseintoleranz oder vergärbare Kohlenhydrate, die als FODMAPs bezeichnet werden. Auch Ballaststoffe haben laut S2k-Leitlinie Chronische Obstipation oft Begleitbeschwerden wie Blähungen und Bauchkrämpfe. Bei Menschen mit Reizdarm und Blähgefühl treten laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) vielfach schon bei geringen Gasmengen Beschwerden auf. Blähungen können außerdem eine Verstopfung begleiten.

Hilft Simeticon gegen Blähungen?

Simeticon ist laut Packungsbeilage zur symptomatischen Behandlung gasbedingter Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl zugelassen. Es wirkt rein physikalisch: Gasblasen im Nahrungsbrei und im Schleim des Verdauungstrakts zerfallen, die Gase können von der Darmwand aufgenommen oder durch die Darmtätigkeit entfernt werden. Laut S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) gibt es aber keine Studien in ausreichender Qualität zu Entschäumern bei Blähungen bei Reizdarm; deshalb kann sie dafür keine Empfehlung abgeben. Allergische Hautreaktionen wurden berichtet, ihre Häufigkeit ist nicht bekannt.

Welche Lebensmittel verursachen Blähungen?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei einer Laktoseintoleranz lösen Milch und Milchprodukte laut gesund.bund.de Beschwerden wie einen aufgeblähten Bauch und starke Blähungen aus. Vergärbare Kohlenhydrate (FODMAPs) stecken laut IQWiG in vielen Lebensmitteln, zum Beispiel als Fruchtzucker, Milchzucker oder als Zuckeralkohole in Süßstoffen; durch ihre Gärung bildet sich mehr Luft im Darm. Ein Ernährungstagebuch über einige Wochen kann laut IQWiG helfen, Muster zu erkennen.

Hilft Pfefferminzöl gegen Blähungen?

Pfefferminzöl soll laut IQWiG die Darmmuskulatur entspannen; Studien zeigen, dass manche Menschen mit Reizdarm zumindest kurzfristig davon profitieren. In den Studien wurde es in magensaftresistenten Kapseln eingenommen; ob Lösungen oder Tropfen helfen, ist unklar. Die Kapseln können leichte Nebenwirkungen wie Sodbrennen oder Aufstoßen auslösen.

Sind Blähungen ein Zeichen für einen Reizdarm?

Blähungen und Völlegefühl sind laut gesund.bund.de mögliche Anzeichen eines Reizdarmsyndroms. Ärztinnen und Ärzte sprechen davon unter anderem, wenn Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen länger als 3 Monate dauern, sich der Stuhlgang verändert und keine Hinweise auf eine andere Erkrankung vorliegen. Auch eine Laktoseintoleranz oder eine Zöliakie kann solche Beschwerden verursachen. Mehr dazu auf der Seite Reizdarm.

Können Medikamente Blähungen verursachen?

Ja. Bei Reizdarm zählt die S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Stand 06/2021, Gültigkeit abgelaufen) Medikamente zu den individuellen Auslösern, die mit einer Verstärkung der Beschwerden einhergehen können. Welche Wirkstoffe Blähungen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Blähungen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wann sollte ich mit Blähungen zum Arzt?

Bei neu auftretenden oder länger anhaltenden Bauchbeschwerden sollten Sie laut Packungsbeilage von Espumisan eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, damit die Ursache erkannt werden kann. Deutlicher Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe sprechen laut gesund.bund.de eher für eine andere Darmerkrankung; bei Blut im Stuhl ist in jedem Fall eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Akute Bauchschmerzen sind laut KBV ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, stärkste anhaltende Schmerzen ein Fall für den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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