KrankheitenKrankheit

Kopfläuse

Kopfläuse sind kleine Insekten, die im Kopfhaar leben und Blut aus der Kopfhaut saugen; ihre Stiche können jucken, Krankheiten übertragen sie aber nicht. Behandelt wird laut IQWiG nur, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier gefunden werden, mit Mitteln mit Insektengift wie Permethrin oder mit Mitteln mit Silikonöl (Dimeticon); die meisten Mittel werden nach 7 bis 10 Tagen ein zweites Mal angewendet. Das RKI empfiehlt, die Behandlung mit nassem Auskämmen mit einem Läusekamm zu kombinieren. Manche Mittel werden für sehr kleine Kinder und Schwangere nicht empfohlen; dann ist laut IQWiG ärztlicher Rat sinnvoll.

Frau Ende dreißig mit langem rotbraunem Haar kämmt in einem hellen Badezimmer ihr nasses Haar mit einem feinen Metallkamm
Bild: KI-generiert

Kopfläuse sind lästig, übertragen in unseren Breiten aber keine Krankheitserreger [1]. Um sie loszuwerden und ihre Weiterverbreitung zu verhindern, ist eine gezielte Behandlung nötig [4]. Gegen Kopfläuse wirken laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Mittel mit Insektengift und Mittel mit Silikonöl (Dimeticon) [2]. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, ein wirksames Kopflausmittel mit dem nassen Auskämmen mit einem Läusekamm zu kombinieren und die Behandlung am Tag 8, 9 oder 10 zu wiederholen [1].

Was sind Kopfläuse?

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein Insekt, das im Kopfhaar des Menschen lebt. Ausgewachsene Läuse sind etwa 2,1 bis 3,3 mm groß und halten sich mit ihren drei Beinpaaren gut an den Haaren fest [1]. Sie können nicht springen [1, 2]. Mehrmals täglich saugen sie Blut und bringen dabei Speichel in die Stichstelle ein, der häufig Juckreiz auslöst. Krankheitserreger übertragen Kopfläuse in unseren Breiten nicht [1].

Die Weibchen kleben ihre etwa 0,8 mm langen Eier wasserunlöslich an die Haare, meist nah an der Kopfhaut; die sichtbaren Eihüllen heißen auch Nissen. Etwa 7 bis 8 Tage nach der Eiablage (6 bis 10 Tage) schlüpfen Larven, die nach etwa 9 bis 11 Tagen geschlechtsreif werden. Vom Ei bis zur ersten Eiablage dauert es etwa 17 bis 22 Tage [1]. Getrennt vom Kopf werden Läuse relativ schnell geschwächt und überleben bei Zimmertemperatur in der Regel nicht länger als 2 Tage, im Ausnahmefall 3 Tage [1].

Kopfläuse kommen vor allem bei Kindern zwischen 3 und 12 Jahren vor. Fachleute schätzen, dass etwa 1 bis 3 % der Kinder betroffen sind; genaue Zahlen gibt es für Deutschland nicht [2]. Meist treten sie in den ersten Monaten nach den Sommerferien auf [2]. Laut RKI können sie zu allen Jahreszeiten vorkommen [1].

Symptome

Kopfläuse machen sich nicht unbedingt sofort bemerkbar. Typisch sind laut IQWiG [2]:

  • ein Kitzeln auf der Kopfhaut oder das Gefühl, dass sich etwas im Haar bewegt,
  • Juckreiz an den Stichstellen, auch wund gekratzte Hautstellen,
  • Schlafstörungen durch den Juckreiz, weil Kopfläuse nachtaktiv sind.

Die Stiche können laut RKI zu hochroten, quaddelartigen Knötchen führen, das Kratzen zu oberflächlichen Hautverletzungen und Krusten. Kommen Bakterien hinzu, kann ein entzündeter Ausschlag (Ekzem) entstehen, bevorzugt hinter den Ohren, am Hinterkopf und im Nacken; auch Lymphknoten am Hinterkopf oder Hals können anschwellen [1]. Juckreiz kann auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein; mehr dazu unter Juckreiz durch Medikamente.

Ursachen und Ansteckung

Kopfläuse werden fast immer durch direkten Haarkontakt übertragen, etwa wenn Kinder miteinander spielen oder kuscheln [2]. Läuse verlassen den Kopf von Natur aus nicht gern. Vereinzelt ist eine Übertragung über Gegenstände nicht auszuschließen, die mit dem Haar in Berührung kommen und kurz nacheinander gemeinsam benutzt werden, zum Beispiel Kämme, Haarbürsten, Schals oder Mützen [1]. Haustiere übertragen keine Kopfläuse [1].

Mit fehlender Sauberkeit hat ein Kopflausbefall nichts zu tun: Läuse ernähren sich von Blut, und gewöhnliches Shampoo beseitigt sie nicht [1, 2]. Mädchen stecken sich etwas häufiger an als Jungen, vermutlich weil sie häufiger und länger die Köpfe zusammenstecken. Länge, Dichte oder Struktur der Haare haben keinen Einfluss auf das Ansteckungsrisiko; in langem, dichtem und lockigem Haar sind Läuse aber schwerer zu finden [2]. Die Verbreitung begünstigen laut RKI eine zu späte oder fehlende Information von Kontaktpersonen und fehlende oder unzureichend wirksame Behandlungen [1].

Kopfläuse finden

Zum Nachsehen eignet sich ein spezieller Läusekamm mit besonders engen Zinken; ein Arztbesuch ist dafür laut IQWiG nicht nötig [2]. Das RKI empfiehlt, das Haar mit Wasser und einer Haarpflegespülung anzufeuchten und Strähne für Strähne fest von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen durchzukämmen. Nach jedem Kämmen wird der Kamm geprüft, zum Beispiel mit einer Lupe oder durch Abstreifen auf Küchenpapier [1]. Gesichert ist der Befall, wenn lebende Läuse gefunden werden [1].

Eier finden sich besonders gut hinter den Ohren, an den Schläfen und im Nacken. Sie haften fest am Haar und lassen sich nicht abstreifen, anders als Schuppen oder Haarspray-Teilchen [1]. Weil das Haar etwa 1 cm im Monat wächst, sind Eihüllen, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, in der Regel leer [1]. Solche Nissen können noch Wochen nach dem Befall an den Haaren kleben [2].

Behandlung ohne Medikamente

Nasses Auskämmen: Das Auskämmen mit Haarpflegespülung und Läusekamm dient laut RKI der Diagnose und hat auch einen therapeutischen Wert. Wird es allein angewandt, sollte es möglichst häufig stattfinden, idealerweise täglich; es ist zeitaufwändig und erfordert Geduld [1]. Das IQWiG schreibt, dass Auskämmen als alleinige Behandlung nicht ausreicht; es ist aber wichtig, um den Erfolg einer Behandlung zu prüfen [2]. In der Schwangerschaft und Stillzeit, bei einer Überempfindlichkeit gegen viele chemische Stoffe (MCS-Syndrom) und bei einer Allergie gegen Chrysanthemen empfiehlt das RKI, Kopfläuse rein physikalisch durch nasses Auskämmen zu entfernen [1].

Was nicht hilft: Heißluft, etwa mit einem Föhn, tötet Läuse und Eier unzuverlässig ab und kann die Kopfhaut erheblich schädigen; das RKI rät grundsätzlich davon ab. Auch Sauna und Hausmittel wie Essigwasser sind ungeeignet [1]. Pflanzliche Mittel und Hausmittel wie Speiseöl oder Mayonnaise sind laut IQWiG nicht ausreichend untersucht, deshalb lässt sich über Wirksamkeit und Nebenwirkungen nichts sagen [3].

Im Haushalt: Reinigungsmaßnahmen sind laut RKI von untergeordneter Bedeutung und ergänzen nur das Untersuchen und Behandeln der Menschen im Umfeld. Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und Haargummis werden in heißer Seifenlösung gereinigt, Schlafanzüge, Bettwäsche, Handtücher und Leibwäsche gewechselt. Mützen, Schals und andere Gegenstände, auf die Läuse gelangt sein könnten, kommen für 3 Tage verpackt in eine Plastiktüte. Insektizid-Sprays sind nicht nötig [1]. Haustiere müssen nicht behandelt werden, und die Wohnung zu desinfizieren ist unnötig [2].

Behandlung mit Medikamenten

Behandelt wird laut IQWiG nur, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier gefunden werden; dann ist schnelles Handeln wichtig [2]. Eine optimale Behandlung kombiniert laut RKI geeignete chemische und physikalische Verfahren [1]. Kopflausmittel gibt es als Arzneimittel und als Medizinprodukte [1].

Mittel gegen Kopfläuse im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Mittel mit Insektengift (Insektizide: Pyrethroide und Pyrethrine)Permethrin als Lösung, zum Beispiel BiomoPedicul, apothekenpflichtig [6]; außerdem laut IQWiG Pyrethrum und Allethrin (beide ohne eigene Wirkstoffseite) [3]Permethrin wird rasch durch die äußere Hülle der Insekten aufgenommen und führt zu sensorischer Übererregbarkeit, Koordinationsstörungen und Erschöpfung bis zum Tod [6]BiomoPedicul, selten: Hautreizungen mit Rötung und Juckreiz, auch als Prickeln, Brennen oder Stechen; sehr selten: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen [5]
Mittel mit SilikonölDimeticon (ohne eigene Wirkstoffseite) in mehreren Präparaten mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt [3], zum Beispiel NYDA Läusespray, ein apothekenpflichtiges Medizinprodukt [12]Bedecken Läuse und Eier mit einer dicken Ölschicht und ersticken sie [3]; Dimeticon wirkt laut Embryotox ausschließlich physikalisch [8]Laut IQWiG können alle Mittel gegen Kopfläuse vorübergehend die Haut reizen oder Juckreiz auslösen, ohne Häufigkeitsangabe [3]. NYDA Läusespray: laut Gebrauchsanweisung in seltenen Fällen allergische Reaktionen auf einen Inhaltsstoff [12]

"Selten" bedeutet bis zu 1 von 1.000 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [5]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Mittel mit Insektengift

Insektizide werden seit Jahrzehnten gegen Kopfläuse eingesetzt. Durch den häufigen Einsatz sind Kopfläuse in einigen europäischen Ländern unempfindlich gegen die Wirkstoffe geworden; auch in Deutschland wurden genetische Veränderungen festgestellt, die sie gegenüber einigen Mitteln unempfindlicher machen [3]. Laut RKI erfordert das bei pyrethroidhaltigen Mitteln erhöhte Aufmerksamkeit und Kontrollen des Behandlungserfolgs an den Folgetagen [1]. Als wirksam gelten laut IQWiG die auf Rezept erhältlichen Mittel mit Allethrin, Permethrin und Pyrethrum; jedes wird anders angewendet, wie, steht im Beipackzettel [3].

Permethrin: Die Lösung BiomoPedicul mit Permethrin ist zur Behandlung von Kopflausbefall bei Erwachsenen und Kindern nach dem vollendeten 2. Lebensmonat zugelassen und apothekenpflichtig [6]. Behandelt werden sollte laut Packungsbeilage nur, wenn Läuseeier oder lebende Läuse festgestellt wurden. Nicht angewendet werden darf das Mittel bei einer Allergie gegen Permethrin, andere Produkte auf Pyrethrinbasis oder Chrysanthemen und bei Neugeborenen und Säuglingen unter 2 Monaten; Kinder bis 3 Jahre sollten nur unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht behandelt werden [5]. Werden 7 bis 10 Tage nach der Behandlung lebende Läuse gefunden, sollte sie wiederholt werden; finden sich nach 14 bis 20 Tagen noch lebende Läuse, sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt aufgesucht werden [5]. Diese Regel, der Vorsichtshinweis zur Schwangerschaft und Hinweise auf Therapieversagen und Resistenzen wurden nach einer Stellungnahme der Koordinierungsgruppe CMDh vom 29.05.2019, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht hat, in die Produktinformationen der Kopflausmittel mit Permethrin aufgenommen [9]. Wie viel Lösung die Packungsbeilage nennt, steht auf der Wirkstoffseite unter Dosierung.

Die Lösung enthält Alkohol: Sie kann an Augen, Schleimhäuten und offenen Wunden Reizungen verursachen und auf geschädigter Haut brennen, ist brennbar und muss von offenen Flammen ferngehalten werden. Sie kann Asthma oder Ekzeme verschlechtern und ist nicht für die Anwendung am ganzen Körper geeignet [5].

Mittel mit Silikonöl (Dimeticon)

Viele Eltern möchten laut IQWiG ohne Insektengift behandeln. Dazu gehören vor allem Produkte mit Dimeticon, einem Silikonöl, das auch in vielen Kosmetika steckt [3]. Gegen solche giftfreien Mittel können die Läuse laut IQWiG keine Abwehrmechanismen entwickeln [3]. In Deutschland gibt es mehrere Dimeticon-Präparate; die meisten sind auf Rezept erhältlich und gelten als wirksam. Sie unterscheiden sich im Wirkstoffgehalt und in der Einwirkzeit: Einige wirken über Nacht, andere nur zehn Minuten. Genaueres steht in der Gebrauchsanweisung [3]. Solche Präparate können Medizinprodukte sein: NYDA Läusespray etwa ist laut seiner Gebrauchsanweisung ein apothekenpflichtiges Medizinprodukt. Es ist danach für alle Altersgruppen geeignet und kann auch während Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen die Bestandteile darf es nicht angewendet werden; treten allergische Reaktionen auf, sollte es sofort abgesetzt werden. Weil einige Inhaltsstoffe entzündlich sind, darf es nicht in Anwesenheit eines offenen Feuers oder glühender Gegenstände angewendet werden, und während der Behandlung sollte nicht geraucht werden. Das Spray sollte nicht eingeatmet werden und nicht in Augen, Mund oder Nase gelangen [12].

Richtig anwenden und kontrollieren

Wichtig ist laut IQWiG, die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Präparats zu beachten, das Mittel gleichmäßig zu verteilen und die angegebene Einwirkzeit einzuhalten [3]. Ob ein Mittel in trockenes oder feuchtes Haar kommt und wie lange es einwirkt, unterscheidet sich je nach Präparat und steht in seiner Packungsbeilage oder Gebrauchsanweisung [5, 12]. Als Gründe, warum Läuse oder Eier eine Behandlung überleben, nennt das RKI zu kurze Einwirkzeiten, zu wenig Mittel, eine ungleichmäßige Verteilung, eine zu starke Verdünnung in zu nassem Haar und eine fehlende oder zu späte Wiederholung [1]. Läusemittel sollten nicht in Augen, Nase oder Mund gelangen; passiert es doch, spülen Sie sofort mit Wasser aus [3].

Als Mindestschema bei der Kombination beider Verfahren nennt das RKI [1]:

  • Tag 1: mit einem wirksamen Kopflausmittel behandeln, danach nass auskämmen.
  • Tag 5: nass auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen.
  • Tag 8, 9 oder 10: Wiederholungsbehandlung mit dem Kopflausmittel, danach nass auskämmen.
  • Tag 13 und Tag 17: Kontrolle durch nasses Auskämmen.

Weitere Kämmtermine, etwa am Tag nach jeder Behandlung und in den beiden Wochen danach, verbessern laut RKI die Wirksamkeit und die Erfolgskontrolle [1]. Bei manchen Kindern ist laut IQWiG eine weitere Behandlung nötig, dann kann auch ein anderes Mittel ausprobiert werden [3].

Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit

Bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr kann die Ärztin oder der Arzt die meisten Mittel verschreiben, die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten [4]. Manche Produkte werden für sehr kleine Kinder und für Schwangere nicht empfohlen; dann ist ärztlicher Rat sinnvoll [3]. Laut RKI sollte ohne eigene Erfahrung ganz besonders bei Kleinkindern ärztlicher Rat eingeholt werden [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Laut Packungsbeilage von BiomoPedicul sollten Sie das Mittel in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme nicht anwenden, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es; in der Stillzeit sollten Sie nach der Anwendung eine Stillpause von 3 Tagen einlegen [5]. Laut Embryotox ist Dimeticon in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl und darf während der gesamten Schwangerschaft lokal angewendet werden; unter einer lokalen Anwendung darf gestillt werden [8]. Permethrin ist laut Embryotox bei Läusebefall in allen Phasen der Schwangerschaft Mittel der 2. Wahl; als besser geeignete Alternative nennt Embryotox Dimeticon [7]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Mittel

Mann Anfang vierzig mit kurzen braunen Haaren reinigt in einem hellen Badezimmer Haarbürsten und Kämme in einem Waschbecken mit heißem Seifenwasser
Bild: KI-generiert

Alle Mittel: Laut IQWiG können alle Mittel gegen Kopfläuse vorübergehend die Haut reizen oder Juckreiz auslösen. Produkte mit Alkohol können auf der Haut brennen. Sprays können eingeatmet werden und möglicherweise allergische Reaktionen verursachen; besonders bei Kindern mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen ist es deshalb sinnvoll, ein flüssiges Präparat zu benutzen, das zum Beispiel mit dem Kamm aufgetragen wird [3].

Permethrin (BiomoPedicul): Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, treten laut Packungsbeilage Hautreizungen mit Rötung und Juckreiz auf, auch als Prickeln, Brennen oder Stechen; solche Beschwerden verursacht auch der Läusebefall selbst. Sehr selten sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Mit nicht bekannter Häufigkeit nennt sie Missempfindungen wie Kribbeln, Stechen oder Hautbrennen und Haarausfall [5]. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung von Wirkstoffen aus der Pyrethrin-Gruppe wurde über Atembeschwerden und allergische Hautreaktionen berichtet. Treten solche schweren Überempfindlichkeitsreaktionen auf, suchen Sie laut Packungsbeilage umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf und sollten das Mittel nicht mehr verwenden [5]. Mehr dazu unter Arzneimittelallergie.

Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem BfArM melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Kita, Schule und Kontaktpersonen

Wer verlaust ist, darf nach § 34 Infektionsschutzgesetz Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen nicht besuchen und dort keine Tätigkeit mit Kontakt zu den Betreuten ausüben, bis nach ärztlichem Urteil keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist [10]. Eltern müssen der Einrichtung einen beobachteten Kopflausbefall mitteilen, auch nach der Behandlung; die Leitung benachrichtigt das Gesundheitsamt [1, 10].

Nach einer korrekt durchgeführten Erstbehandlung mit einem zur Beseitigung des Kopflausbefalls geeigneten Mittel ist laut RKI eine unmittelbare Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten. Deshalb besteht laut RKI fachlicher Konsens, dass der Besuch von Schule oder Kita direkt nach dieser Behandlung auch ohne ärztliches Urteil gestattet werden kann; das Gesundheitsamt kann diese Ausnahme vom Besuchsverbot zulassen. Vorausgesetzt wird, dass die Behandlung an den Folgetagen vervollständigt wird [1]. In welcher Form der Nachweis erbracht wird, regeln laut RKI die zuständigen Behörden im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt; möglich ist zum Beispiel eine unterschriebene Bestätigung der Eltern, dass die Erstbehandlung korrekt durchgeführt wurde [1].

Kontaktpersonen: Familie, Kita-Gruppe oder Schulklasse sollen laut RKI ohne Zeitverzug, möglichst noch am Tag der Feststellung, informiert werden, damit sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Eine vorsorgliche Mitbehandlung empfiehlt das RKI nur bei sehr engen Kontaktpersonen im Haushalt. Bei Kontaktpersonen müssen laut RKI bis 14 Tage nach dem letzten Kontakt vorzugsweise tägliche Läusekontrollen erfolgen [1].

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Treten nach BiomoPedicul schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Atembeschwerden oder allergische Hautreaktionen auf, suchen Sie laut Packungsbeilage umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf und sollten das Mittel nicht mehr verwenden [5]. Wurde das Mittel versehentlich oder absichtlich eingenommen, sollte schnellstmöglich eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden [5]. Finden sich 14 bis 20 Tage nach einer Behandlung mit BiomoPedicul noch lebende Läuse, sollten Sie die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt aufsuchen, um andere Behandlungen zu prüfen [5]. Erste Anlaufstelle bei Fragen ist meist die Haus- oder Kinderarztpraxis [2].

Schwere Atemnot und Vergiftungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 [11].

Quellen

  1. Behörde RKI-Ratgeber Kopflausbefall, Abschnitte Erreger bis Gesetzliche Grundlagen. Robert Koch-Institut (RKI). Stand 02.01.2025. abgerufen am 18.10.2026
  2. Kopfläuse. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.08.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Was tun bei Kopfläusen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.08.2025. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Kopfläuse. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 23.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation BiomoPedicul 0,5 % Lösung (Permethrin). biomo pharma GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation BiomoPedicul 0,5 % Lösung (Permethrin). biomo pharma GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Embryotox Embryotox: Permethrin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Dimeticon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  9. Behörde Stellungnahme der Koordinierungsgruppe CMDh zum PSUR-Bewertungsverfahren Permethrin mit Änderungen der Produktinformation (Schwangerschaft, Therapieversagen und Resistenzentwicklung bei Kopfläusen). Koordinierungsgruppe CMDh bei der EMA; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 29.05.2019. abgerufen am 18.10.2026
  10. Behörde Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  11. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsanweisung NYDA Läusespray (Dimeticon), apothekenpflichtiges Medizinprodukt. G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. Stand 06/2019. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Kopfläuse?

Gegen Kopfläuse wirken laut IQWiG Mittel mit Insektengift wie Permethrin, Pyrethrum oder Allethrin und Mittel mit Silikonöl (Dimeticon), die die Läuse ersticken. Das RKI empfiehlt, ein wirksames Kopflausmittel mit dem nassen Auskämmen mit einem Läusekamm zu kombinieren. Laut IQWiG werden die meisten Mittel nach 7 bis 10 Tagen ein zweites Mal angewendet, weil die Eier eine Behandlung überleben können. Wie genau ein Mittel anzuwenden ist, steht in seiner Packungsbeilage oder Gebrauchsanweisung.

Muss die Behandlung gegen Kopfläuse wiederholt werden?

Ja, bei den meisten Mitteln. Laut RKI töten Kopflausmittel nicht zuverlässig alle Eier ab; deshalb muss am Tag 8, 9 oder 10 wiederholt werden, am besten am Tag 9 oder 10. Bis zum 7. oder 8. Tag können noch Larven schlüpfen, ab dem 11. Tag können junge Weibchen schon neue Eier legen. Für das Permethrin-Mittel BiomoPedicul sieht die Packungsbeilage eine Wiederholung vor, wenn 7 bis 10 Tage nach der Behandlung lebende Läuse gefunden werden.

Wann darf mein Kind nach Kopfläusen wieder in die Kita oder Schule?

Nach dem Infektionsschutzgesetz darf ein Kind mit Kopfläusen die Einrichtung erst wieder besuchen, wenn nach ärztlichem Urteil keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist. Laut RKI besteht fachlicher Konsens, dass der Besuch direkt nach einer korrekt durchgeführten Erstbehandlung mit einem geeigneten Mittel auch ohne ärztliches Urteil gestattet werden kann; das Gesundheitsamt kann diese Ausnahme zulassen. Vorausgesetzt wird, dass die Behandlung an den Folgetagen vervollständigt wird. Wie der Nachweis aussieht, etwa eine unterschriebene Bestätigung der Eltern, regeln die zuständigen Behörden im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt. Eltern müssen der Einrichtung einen Kopflausbefall auch nach der Behandlung mitteilen.

Bezahlt die Krankenkasse Mittel gegen Kopfläuse?

Für Kinder bis zum 12. Lebensjahr sind die meisten Mittel gegen Läuse laut IQWiG auf Rezept kostenfrei in der Apotheke erhältlich. Für das Rezept genügt meist ein Anruf in der Kinderarztpraxis. Welche Präparate die gesetzliche Krankenkasse bezahlt, erfahren Sie in der Kinderarztpraxis oder in der Apotheke.

Darf ich Läusemittel bei Babys und Kleinkindern anwenden?

Das hängt vom Mittel ab. BiomoPedicul mit Permethrin darf laut Packungsbeilage bei Neugeborenen und Säuglingen unter 2 Monaten nicht angewendet werden; Kinder bis 3 Jahre sollten damit nur unter engmaschiger ärztlicher Aufsicht behandelt werden. NYDA Läusespray mit Dimeticon ist laut seiner Gebrauchsanweisung für alle Altersgruppen geeignet. Manche Produkte werden laut IQWiG für sehr kleine Kinder nicht empfohlen, dann ist ärztlicher Rat sinnvoll. Laut RKI sollte ohne eigene Erfahrung besonders bei Kleinkindern ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was hilft gegen Kopfläuse in der Schwangerschaft und Stillzeit?

Laut Packungsbeilage des Permethrin-Mittels BiomoPedicul sollten Sie es in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme nur anwenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt, und nach der Anwendung 3 Tage nicht stillen. Laut Embryotox ist Dimeticon in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl; es darf während der gesamten Schwangerschaft lokal angewendet werden, und unter einer lokalen Anwendung darf gestillt werden. Permethrin ist laut Embryotox bei Läusen in allen Phasen der Schwangerschaft Mittel der 2. Wahl, als besser geeignete Alternative nennt Embryotox Dimeticon. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das RKI empfiehlt in Schwangerschaft und Stillzeit, Kopfläuse rein physikalisch durch nasses Auskämmen mit dem Läusekamm zu entfernen.

Helfen Hausmittel wie Essig, Öl oder Föhnen gegen Kopfläuse?

Laut IQWiG lässt sich über Hausmittel wie Essig, Speiseöl oder Mayonnaise nichts zu Wirksamkeit oder Nebenwirkungen sagen, weil sie nicht ausreichend untersucht sind. Heißluft, etwa mit einem Föhn, tötet Läuse und Eier unzuverlässig ab und kann die Kopfhaut schädigen; das RKI rät grundsätzlich davon ab. Auch ein Saunabesuch eignet sich nicht.

Muss ich die Wohnung reinigen, wenn mein Kind Kopfläuse hat?

Reinigungsmaßnahmen sind laut RKI von untergeordneter Bedeutung, weil Kopfläuse sich nur auf dem menschlichen Kopf ernähren und vermehren. Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und Haargummis reinigen Sie in heißer Seifenlösung, Schlafanzüge, Bettwäsche, Handtücher und Leibwäsche werden gewechselt. Mützen, Schals und ähnliche Gegenstände bewahren Sie 3 Tage in einer Plastiktüte auf. Insektizid-Sprays sind nicht nötig, Haustiere müssen nicht behandelt werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Krankheiten Warzen

    Warzen entstehen durch Viren und verschwinden oft von selbst.

  • Krankheiten Nesselsucht

    Nesselsucht zeigt sich mit juckenden Quaddeln, Schwellungen oder beidem.

  • Krankheiten Lippenherpes

    Lippenherpes klingt normalerweise nach 1 bis 2 Wochen von allein ab.

  • Werkzeuge Nebenwirkungs-Tagebuch

    Beschwerden mit Datum, Stärke und Medikamenten-Einnahme notieren, ausdrucken oder als Tabelle speichern.