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Esomeprazol absetzen

Zum Beenden einer verordneten Behandlung mit Esomeprazol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angaben; wie lange Sie die Kapseln einnehmen, sagt Ihnen laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Rezeptfreie Tabletten gegen Sodbrennen nehmen Sie laut Packungsbeilage bis zu 14 Tage ein und beenden die Einnahme, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind. Absetzerscheinungen nennen die Produktinformationen nicht; laut Leitlinie der DGVS kann das abrupte Absetzen eines Protonenpumpenhemmers bei gesunden Probanden zu vermehrter Säurebildung mit Magenbeschwerden führen, bei Refluxkranken ist die Bedeutung unklar. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Mitte fünfzig mit schulterlangem rotblondem Haar und senfgelbem Pullover spricht in einer hellen Praxis ruhig mit einem Arzt mit grauem Bart
Bild: KI-generiert

Wie lange Sie Esomeprazol einnehmen, hängt vom Anwendungsgebiet ab und davon, ob es verordnet ist. Bei verordneten Kapseln sagt Ihnen laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie viele Kapseln Sie wie lange einnehmen [1]. Wie eine solche Behandlung beendet wird, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation von Esomeprazol nicht [1, 2]. Rezeptfreie Tabletten gegen Sodbrennen nehmen Sie laut Packungsbeilage bis zu 14 Tage ein und beenden die Einnahme, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind [4].

Beschwerden durch das Absetzen nennen die Produktinformationen nicht [1, 2, 4]. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zur Refluxkrankheit beschreibt für Protonenpumpenhemmer allgemein: Bei gesunden Probanden kann ein abruptes Absetzen zu vermehrter Säurebildung mit Magenbeschwerden führen (Säurerebound). Ob das bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist bisher unklar [11].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Verordnetes Esomeprazol

Die verschreibungspflichtigen Kapseln nehmen Sie laut Packungsbeilage immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Wie lange, hängt von der Art der Erkrankung ab, vom Alter und davon, wie gut Ihre Leber arbeitet [1]. Zur Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation je Anwendungsgebiet Folgendes [1, 2]:

  • Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure (Refluxösophagitis): 4 Wochen. Ist die Speiseröhre noch nicht verheilt, verordnet die Ärztin oder der Arzt möglicherweise 4 weitere Wochen. Nach dem Abheilen kann eine Langzeitbehandlung folgen, die einem Rückfall vorbeugen soll [1, 2].
  • Refluxbeschwerden ohne Entzündung der Speiseröhre: Reicht eine Behandlung über 4 Wochen nicht aus, sind laut Fachinformation weitere Untersuchungen nötig [2]. Ist die Erkrankung unter Kontrolle, sagt Ihnen die Ärztin oder der Arzt möglicherweise, dass Sie Esomeprazol nur noch nach Bedarf einnehmen sollen; die Packungsbeilage nennt das für Erwachsene [1].
  • Geschwüre durch das Bakterium Helicobacter pylori: eine Woche, zusammen mit Antibiotika [1]. Danach ist bei unkomplizierten Zwölffingerdarmgeschwüren laut Fachinformation für die Heilung des Geschwürs und das Verschwinden der Beschwerden keine weitere alleinige Behandlung mit Säurehemmern erforderlich [2].
  • Magengeschwüre durch Schmerz- und Rheumamittel aus der Gruppe der NSAR: 4 bis 8 Wochen [1]. Zur Vorbeugung von Geschwüren ist Esomeprazol laut Fachinformation bei Risikopatienten angezeigt, die eine dauerhafte Behandlung mit NSAR brauchen [2]. Wie lange diese Vorbeugung dauert, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
  • Nach einer Blutung aus einem Magengeschwür: 4 Wochen Kapseln, nachdem erneuten Blutungen mit Esomeprazol über die Vene vorgebeugt wurde [1].
  • Zollinger-Ellison-Syndrom (zu viel Magensäure durch eine Geschwulst in der Bauchspeicheldrüse): Wie lange Sie Esomeprazol einnehmen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Laut Fachinformation sollte die Behandlung so lange fortgesetzt werden, wie sie klinisch erforderlich ist [1, 2].

Die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Nehmen Sie Esomeprazol über lange Zeit ein, besonders länger als ein Jahr, führt sie oder er laut Packungsbeilage Kontrolluntersuchungen durch [1]. Wurde Ihnen die Einnahme nach Bedarf verordnet, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn die Beschwerden anhalten oder sich verändern [1, 2].

Rezeptfreies Esomeprazol

Ohne Rezept ist Esomeprazol nur zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen erhältlich, für eine Anwendungsdauer von höchstens 14 Tagen [5]. Ein solches Präparat ist Nexium Control, bestimmt für die Kurzzeitbehandlung bei Erwachsenen [4]. Zur sofortigen Linderung ist es laut Packungsbeilage nicht bestimmt: Es kann nötig sein, die Tabletten an 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen einzunehmen, bevor die Beschwerden nachlassen. Die Behandlung dauert bis zu 14 Tage. Sind Sie vollständig beschwerdefrei, beenden Sie die Einnahme [4].

Werden die Refluxbeschwerden schlimmer oder bessern sie sich nach 14 aufeinanderfolgenden Tagen nicht, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Das gilt auch, wenn die Beschwerden sogar nach der Behandlung durchgehend bestehen oder über lange Zeit regelmäßig wiederkehren [4]. Zur vorbeugenden Langzeitbehandlung sollten Sie das rezeptfreie Präparat laut Fachinformation nicht einnehmen [4]. Sind Sie seit 4 oder mehr Wochen fortlaufend wegen Reflux oder Sodbrennen in Behandlung, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, denn das kann ein Anzeichen für eine ernstere Erkrankung sein [4].

Wann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung beendet oder unterbricht

In diesen Situationen sehen Packungsbeilage und Fachinformation vor, die Behandlung zu beenden, zu unterbrechen oder vorher Rücksprache zu halten [1, 2, 4]. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt:

  • Hautausschlag an sonnenbeschienenen Stellen: Tritt ein Hautausschlag auf, vor allem an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, da Sie die Behandlung eventuell abbrechen sollten; erwähnen Sie dabei auch Gelenkschmerzen [1]. Hintergrund ist laut Fachinformation eine Hautreaktion unter Protonenpumpenhemmern, der subakute kutane Lupus erythematodes. Ist sie unter einem Protonenpumpenhemmer aufgetreten, kann das Risiko dafür auch unter anderen Protonenpumpenhemmern steigen [2].
  • Hoch dosiertes Methotrexat: Nehmen Sie Methotrexat in hoher Dosis, etwa in einer Krebsbehandlung, setzt die Ärztin oder der Arzt Esomeprazol möglicherweise vorübergehend ab [1, 2].
  • Bluttest auf Chromogranin A: Unter Säurehemmern steigt der Chromogranin-A-Wert im Blut, weil der Magen weniger sauer ist. Erhöhte Werte können Untersuchungen auf neuroendokrine Tumoren beeinflussen. Um das zu vermeiden, sollte Esomeprazol laut Fachinformation mindestens fünf Tage vor der Messung vorübergehend abgesetzt werden. Liegen Chromogranin A und Gastrin nach der ersten Messung nicht im Referenzbereich, werden die Messungen 14 Tage nach dem Absetzen wiederholt [2]. Ist ein solcher Bluttest geplant, sprechen Sie laut Packungsbeilage vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
  • Magenspiegelung oder Atemtest: Ist eine Magenspiegelung (Endoskopie) oder ein Harnstoff-Atemtest geplant, sprechen Sie laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [4]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor Untersuchungen.

Was sich am Ende der Behandlung ändern kann

Esomeprazol hemmt das Enzym CYP2C19, über das auch andere Arzneimittel abgebaut werden. Laut Fachinformation sollten mögliche Wechselwirkungen mit solchen Mitteln zu Beginn oder am Ende der Behandlung mit Esomeprazol berücksichtigt werden [2]. Dazu gehören unter anderem Diazepam, Citalopram, Imipramin, Clomipramin und Phenytoin, deren Spiegel im Blut unter Esomeprazol steigen kann [2]. Nehmen Sie Phenytoin gegen Epilepsie, muss Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage zu Beginn und am Ende der Esomeprazol-Einnahme Kontrolluntersuchungen durchführen. Bei Blutverdünnern wie Warfarin sind solche Kontrollen möglicherweise nötig [1]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Ein schwerer Magnesiummangel wurde bei Menschen berichtet, die mindestens 3 Monate, in den meisten Fällen ein Jahr lang Protonenpumpenhemmer eingenommen hatten. Bei den meisten Betroffenen besserte er sich laut Fachinformation nach Gabe von Magnesium und Absetzen des Mittels [2]. Mehr dazu: Nährstoffmangel durch Medikamente.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Packungsbeilagen und Fachinformationen von Esomeprazol beschreiben weder Absetzerscheinungen noch eine vermehrte Säurebildung nach dem Absetzen [1, 2, 4]. Die Leitlinie der DGVS nennt für Protonenpumpenhemmer zwei Dinge, die nach dem Ende einer Behandlung auftreten können: vermehrte Säurebildung und einen Rückfall der Refluxkrankheit [11].

Vermehrte Säurebildung (Säurerebound)

Placebokontrollierte Studien haben laut Leitlinie gezeigt, dass bei gesunden Probanden das abrupte Absetzen eines Protonenpumpenhemmers zu einem Säurerebound mit Magenbeschwerden (dyspeptischen Beschwerden) führen kann. Die Beschwerden können zum Teil Wochen anhalten. Sie betreffen offensichtlich nur Menschen, die nicht mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert sind. Das Risiko steigt mit der Dauer der vorangegangenen Behandlung. Ob ein Säurerebound auch bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist laut Leitlinie bisher unklar [11].

Rückkehr der Refluxbeschwerden

Manche Medikamente gegen Reflux lindern die Beschwerden laut IQWiG oft nur so lange, wie sie angewendet werden [12]. Eine Refluxkrankheit bleibt laut IQWiG meist dauerhaft bestehen und tritt in der Regel in Schüben auf: Beschwerdefreie Zeiten wechseln sich mit Zeiten stärkerer Beschwerden ab [13].

Laut Leitlinie erleiden die meisten Menschen mit Refluxösophagitis innerhalb der ersten 6 bis 12 Monate nach einer erfolgreichen Akutbehandlung einen Rückfall, der sich an Beschwerden oder bei einer Spiegelung zeigt. Bei schwerer Refluxösophagitis (Los-Angeles-Grad C oder D) hatten in placebokontrollierten Studien nahezu alle Betroffenen innerhalb weniger Wochen einen Rückfall [11]. Eine große Bevölkerungsstudie aus Norwegen zeigte laut Leitlinie, dass Refluxbeschwerden im langfristigen Verlauf bei einem beträchtlichen Teil der Betroffenen von selbst verschwinden; dazu kann besonders auch eine Gewichtsabnahme beitragen [11].

Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation als häufige Nebenwirkungen während der Einnahme (bei bis zu 1 von 10 Behandelten) [1, 2]. Mehr dazu: Magenbeschwerden und Sodbrennen durch Medikamente.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar und dunkelroter Strickjacke geht am frühen Abend mit seinem Hund durch einen ruhigen Park
Bild: KI-generiert

Die S2k-Leitlinie der DGVS zur Refluxkrankheit (Stand 03/2023) enthält dazu eine starke Empfehlung mit starkem Konsens: Ist eine Behandlung mit Protonenpumpenhemmern nicht mehr notwendig, soll sie beendet werden. Das kann ausschleichend geschehen, mit einem Mittel bei Bedarf für zwischendurch auftretende Beschwerden (Durchbruchsymptome) [11]. Wer Protonenpumpenhemmer wegen einer Refluxkrankheit verordnet bekommt, bei dem sollte laut Leitlinie regelmäßig überprüft werden, ob die Behandlung noch zwingend nötig ist [11].

Bei einer unkomplizierten Refluxkrankheit, also ohne sichtbare oder mit nur leichter Entzündung der Speiseröhre (Los-Angeles-Grad A oder B), sollte sich die langfristige Behandlung laut Leitlinie an den Beschwerden ausrichten; eine Übertherapie soll vermieden werden. Bei einer leichten Entzündung der Speiseröhre (Los-Angeles-Grad A oder B) scheint laut Leitlinie ein Auslassversuch risikoarm möglich zu sein, eine Alternative ist der Wechsel zu einer Einnahme bei Bedarf [11].

Bei einer komplizierten Refluxkrankheit, etwa einer schweren Entzündung der Speiseröhre (Los-Angeles-Grad C oder D) oder einer Verengung der Speiseröhre (peptische Striktur), sollte laut Leitlinie eine Dauerbehandlung mit Protonenpumpenhemmern erfolgen. Kam es zu einer Blutung oder Verengung, rät die Leitlinie davon ab, eine erfolgreiche Langzeitbehandlung zu beenden, weil das Risiko einer erneuten Komplikation größer erscheint als das Risiko der Behandlung [11].

Eine ideale Form, die Behandlung zu beenden, ist laut Leitlinie bisher nicht belegt. Üblicherweise verringern Ärztinnen und Ärzte die Dosis schrittweise; wie lange die Abstände zwischen den Schritten sein sollten, ist nicht untersucht. Kehren die Beschwerden nach einem Auslassversuch rasch zurück, ist es laut Leitlinie naheliegend, dass die Ärztin oder der Arzt die Behandlung ausschleichend beendet [11]. Ein Umstieg auf H2-Blocker, um den Säurerebound zu umgehen, kann laut Leitlinie nicht empfohlen werden, weil auch diese Säurehemmer nach dem Absetzen mit einer erheblich vermehrten Säurebildung verbunden sind [11]. Wie Ihre Behandlung endet, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Die Empfehlungen der Leitlinie gelten für Protonenpumpenhemmer allgemein [11]. Zu verwandten Wirkstoffen gibt es die Seiten Omeprazol absetzen und Pantoprazol absetzen.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine verordnete Kapsel vergessen, nehmen Sie sie laut Packungsbeilage ein, sobald Sie daran denken; ist es schon fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie sie aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene auszugleichen [1]. Beim rezeptfreien Präparat holen Sie eine vergessene Einnahme laut Packungsbeilage am selben Tag nach, sobald Sie daran denken, ohne doppelte Menge [4].

Was Sie tun können

Diese Fragen helfen, das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzubereiten:

  • Wofür nehme ich Esomeprazol, und ist die Behandlung noch nötig?
  • Kommen für mich ein Auslassversuch, ein schrittweises Beenden oder eine Einnahme nur bei Bedarf infrage?
  • Was tue ich, wenn Sodbrennen oder saures Aufstoßen nach dem Absetzen wiederkommen?
  • Nehme ich Mittel, bei denen am Ende der Esomeprazol-Behandlung Kontrollen nötig sein können, etwa Phenytoin oder Warfarin?
  • Sollte vorher oder danach der Magnesiumwert im Blut kontrolliert werden?
  • Brauche ich den Magenschutz noch, wenn ich keine Schmerz- oder Rheumamittel aus der Gruppe der NSAR mehr einnehme?
  • Ist bei mir ein Bluttest auf Chromogranin A, eine Magenspiegelung oder ein Atemtest geplant?

Was die Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats gegen Sodbrennen im Alltag nennt, steht auf der Seite Esomeprazol.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats sieht vor, dass Sie vor oder nach der Einnahme unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren, wenn Zeichen einer anderen, ernsteren Erkrankung auftreten. Dazu gehören neben den Zeichen in der Liste unten Schmerzen beim Schlucken, Verdauungsstörungen wie Übelkeit, Völlegefühl oder Blähungen besonders nach dem Essen und Erbrechen von Blut, das wie dunkler Kaffeesatz aussehen kann [4]. Bei Alarmzeichen sollte laut Fachinformation eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden, da die Behandlung mit Esomeprazol die Beschwerden lindern und die Diagnose verzögern kann [2].

Bei Alarmzeichen ist laut Leitlinie stets sofort eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm angezeigt. Zu den Alarmzeichen zählt die Leitlinie unter anderem Schmerzen beim Schlucken, Appetitlosigkeit, Hinweise auf eine Blutung im Verdauungstrakt einschließlich einer Blutarmut durch Eisenmangel sowie Tumoren des Verdauungstrakts in der Familie [11].

Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion, einer schweren Hautreaktion oder einer Leberfunktionsstörung beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und wenden sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt [1]. Nach einer schweren Hautreaktion wie dem Stevens-Johnson-Syndrom oder DRESS sollte Esomeprazol laut Fachinformation nicht erneut angewendet werden [2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Esomeprazol-ratiopharm 20 mg, 40 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Esomeprazol-ratiopharm 20 mg/40 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 16.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Esomeprazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. EMA-Produktinformation Nexium Control 20 mg magensaftresistente Tabletten/Hartkapseln: EPAR-Produktinformation (Fachinformation Anhang I, Packungsbeilage Anhang III B). Haleon Ireland Dungarvan Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 16.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Esomeprazol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  6. Leitlinie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis, Version 3.0 (AWMF-Registernummer 021-013), Online-Fassung, Empfehlungen 3.5, 4.9, 4.10 und 4.15 mit Hintergrund. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 03/2023. abgerufen am 16.10.2026
  7. Wie wird Reflux behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 16.10.2026
  8. Sodbrennen und Refluxkrankheit. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Esomeprazol einfach absetzen?

Zum Beenden einer verordneten Behandlung machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angaben; wie lange Sie Esomeprazol einnehmen, sagt Ihnen laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Das rezeptfreie Präparat beenden Sie laut Packungsbeilage, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind; die Behandlung dauert bis zu 14 Tage. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Welche Symptome können nach dem Absetzen von Esomeprazol auftreten?

Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Esomeprazol nicht. Laut Leitlinie der DGVS kann das abrupte Absetzen eines Protonenpumpenhemmers bei gesunden Probanden zu vermehrter Säurebildung mit Magenbeschwerden führen (Säurerebound); ob das bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist unklar. Außerdem kann die Erkrankung zurückkehren, gegen die Esomeprazol eingesetzt wurde, etwa Sodbrennen bei einer Refluxkrankheit.

Wie lange dauert ein Rebound nach dem Absetzen von Esomeprazol?

Packungsbeilage und Fachinformation von Esomeprazol beschreiben keinen Rebound und damit auch keine Dauer. Laut Leitlinie der DGVS können Beschwerden durch vermehrte Säurebildung nach dem abrupten Absetzen eines Protonenpumpenhemmers bei gesunden Probanden zum Teil Wochen anhalten; das Risiko steigt mit der Dauer der vorangegangenen Behandlung. Ob das bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist unklar. Halten Beschwerden an oder kommen Warnzeichen hinzu, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Sollte man Esomeprazol langsam absetzen?

Ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Leitlinie der DGVS soll eine nicht mehr notwendige Behandlung mit Protonenpumpenhemmern beendet werden; das kann ausschleichend geschehen, mit einem Mittel bei Bedarf für Durchbruchsymptome. Eine ideale Form des Beendens ist laut Leitlinie nicht belegt. Kehren die Beschwerden nach einem Auslassversuch rasch zurück, hält die Leitlinie ein ausschleichendes Beenden für naheliegend; wie das bei Ihnen aussieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Muss ich Esomeprazol vor einer Magenspiegelung absetzen?

Ist eine Magenspiegelung oder ein Harnstoff-Atemtest geplant, sprechen Sie laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Vor einem Bluttest auf Chromogranin A sollte Esomeprazol laut Fachinformation mindestens fünf Tage vorher vorübergehend abgesetzt werden. Ob und wann Sie Esomeprazol vor einer Untersuchung pausieren, legt die Ärztin oder der Arzt fest; sagen Sie vorher Bescheid, dass Sie es einnehmen.

Durchfall oder Übelkeit nach dem Absetzen: Was tun?

Packungsbeilage und Fachinformation nennen Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit als häufige Nebenwirkungen während der Einnahme, nicht als Folge des Absetzens. Laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats informieren Sie auch nach der Einnahme unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Durchfall schwer ist oder anhält oder wenn Bauchschmerzen oder Verdauungsstörungen wie Übelkeit, Völlegefühl oder Blähungen besonders nach dem Essen auftreten. Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten, und lassen Sie sie ärztlich abklären.

Wie lange darf man rezeptfreies Esomeprazol nehmen?

Laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats dauert die Behandlung bis zu 14 Tage; sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind, beenden Sie die Einnahme. Es kann nötig sein, die Tabletten an 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen einzunehmen, bevor die Beschwerden nachlassen. Werden die Beschwerden schlimmer oder bessern sie sich nach 14 Tagen nicht, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Zur vorbeugenden Langzeitbehandlung sollten Sie das Präparat laut Fachinformation nicht einnehmen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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