MedikamenteDetailfrage

Mirtazapin und Gewichtszunahme

Verstärkter Appetit und Gewichtszunahme gehören laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Mirtazapin, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; häufig sind auch Schwellungen durch Wassereinlagerungen, typischerweise an Knöcheln oder Füßen. Wie viel Gewicht hinzukommt und ab wann, geben Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene nicht an. Sprechen Sie die Zunahme in Ihrer Praxis an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Paar in den Fünfzigern kocht gemeinsam in einer hellen Küche einen Gemüseeintopf, sie mit kinnlangem kastanienbraunem Haar, er mit kurzem grauem Haar
Bild: KI-generiert

Mirtazapin kann das Körpergewicht erhöhen. Verstärkter Appetit und Gewichtszunahme gehören laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Häufig sind außerdem Schwellungen durch Wassereinlagerungen, typischerweise an Knöcheln oder Füßen [1]. Wie viel Gewicht hinzukommt, nach welcher Zeit und ob das von der Dosis abhängt, geben Packungsbeilage und Fachinformation für Erwachsene nicht an [1, 2].

Sprechen Sie eine Gewichtszunahme in Ihrer Praxis an. Alle Nebenwirkungen und Einnahmehinweise finden Sie auf der Seite zum Wirkstoff Mirtazapin.

Wie häufig eine Gewichtszunahme vorkommt

Packungsbeilage und Fachinformation stufen verstärkten Appetit und Gewichtszunahme als sehr häufig ein. In der Packungsbeilage heißt das: Mehr als 1 von 10 Behandelten können betroffen sein [1]. Die Fachinformation führt beide unter den Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen mit einer Häufigkeit von mindestens 1 von 10 Behandelten [2].

Grundlage ihrer Nebenwirkungstabelle ist laut Fachinformation eine Auswertung von 20 placebokontrollierten Studien mit einer geplanten Dauer von bis zu 12 Wochen, darunter auch Studien zu anderen Anwendungsgebieten als der Depression. 1.501 Menschen erhielten darin Mirtazapin, 850 ein Scheinmedikament (Placebo). In die Tabelle kamen die Nebenwirkungen, die unter Mirtazapin statistisch signifikant häufiger auftraten als unter Placebo, ergänzt um Spontanberichte. Gewichtszunahme und verstärkter Appetit traten in diesen Studien statistisch signifikant häufiger unter Mirtazapin auf und gehören zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die bei mehr als 5 Prozent der Behandelten vorkamen [2]. Eine Kilogrammzahl oder Prozentwerte zur Gewichtszunahme bei Erwachsenen nennt die Fachinformation nicht [2].

Rund um Gewicht, Appetit und Wassereinlagerungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation diese Nebenwirkungen [1, 2]:

  • Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten): verstärkter Appetit und Gewichtszunahme [1, 2].
  • Häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten): Schwellungen, typischerweise an Knöcheln oder Füßen, durch Wassereinlagerung (periphere Ödeme); auch sie traten laut Fachinformation in den Studien statistisch signifikant häufiger auf als unter Placebo [1, 2].
  • Nicht bekannt (Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzbar): Schwellungen am ganzen Körper (generalisiertes Ödem), örtlich begrenzte Schwellungen (lokalisiertes Ödem) und eine Schwellung im Mund (Mundödem) [1, 2].

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression nennt Appetit- und Gewichtszunahme in ihrer Übersicht wichtiger Nebenwirkungen für die Gruppe der Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten, zu der Mirtazapin gehört [11]. Welche anderen Mittel das Gewicht erhöhen können, zeigt die Seite Gewichtszunahme durch Medikamente.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Mirtazapin normalerweise nicht angewendet werden, weil die Wirksamkeit nicht nachgewiesen wurde. In dieser Altersgruppe wurde eine deutliche Gewichtszunahme häufiger beobachtet als bei Erwachsenen [1]. In zwei placebokontrollierten Studien mit 259 Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 18 Jahren nahmen laut Fachinformation 48,8 Prozent der mit Mirtazapin Behandelten mindestens 7 Prozent an Gewicht zu, unter Placebo 5,7 Prozent. Häufig waren auch Nesselsucht (Urtikaria) und ein erhöhter Triglyzerid-Spiegel im Blut [2]. Mehr dazu: Blutfette und Medikamente.

So sind die Häufigkeiten in der Packungsbeilage gemeint
AngabeBedeutung in der PackungsbeilageFachinformationAnschaulich
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/10mehr als 100 von 1.000
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/100 bis < 1/1010 bis unter 100 von 1.000
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen≥ 1/1.000 bis < 1/1001 bis unter 10 von 1.000
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen≥ 1/10.000 bis < 1/1.0001 bis unter 10 von 10.000
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen< 1/10.000weniger als 1 von 10.000
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbarnicht bekanntnicht abschätzbar

Warum Mirtazapin das Gewicht beeinflussen kann

Wie Mirtazapin zu einer Gewichtszunahme führt, erklärt die Fachinformation nicht. Sie beschreibt Mirtazapin als Wirkstoff, der im Gehirn bestimmte Andockstellen (Alpha-2-Rezeptoren) blockiert und so die Übertragung der Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin verstärkt. Die Wirkung an Histamin-H1-Rezeptoren steht laut Fachinformation im Zusammenhang mit der beruhigenden (sedierenden) Wirkung [2].

Eine Erklärung gibt die NVL: Medikamente aus der Gruppe der Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten haben eine deutliche antihistaminerge Wirkung, was nach ihrer Darstellung die sedierenden und gewichtssteigernden Eigenschaften erklärt [11]. Auch Embryotox, das Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, beschreibt bei Mirtazapin eine ausgeprägte Wirkung an Histamin-H1-Rezeptoren und schreibt, dass es zu verstärktem Appetit und einer Zunahme des Körpergewichts führen kann [3].

Appetit und Energiehaushalt: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt eine übermäßige Gewichtszunahme als langfristige Folge eines unausgewogenen Energiehaushalts, wenn also mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Gesteuert wird der Energiehaushalt unter anderem vom Nervensystem und von Hormonen; das macht sich etwa durch Hunger- und Sättigungsgefühle bemerkbar [12]. Verstärkter Appetit steht bei Mirtazapin unter den sehr häufigen Nebenwirkungen [1].

Wasser im Gewebe: Bei einem Ödem schwillt laut IQWiG ein Körperteil an, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt; meistens sind Arme oder Beine betroffen [13]. Unter Mirtazapin treten solche Schwellungen typischerweise an Knöcheln oder Füßen auf [1]. Mehr dazu: Wassereinlagerungen durch Medikamente.

Woran Sie eine Gewichtszunahme durch das Medikament erkennen

Frau in den Vierzigern mit langem hellbraunem Haar in einer weinroten gemusterten Bluse spricht in einer hellen Praxis mit einer Ärztin mit kurzem schwarzem Haar
Bild: KI-generiert

Packungsbeilage und Fachinformation beschreiben nicht, wann nach Beginn der Behandlung eine Gewichtszunahme einsetzt, wie stark sie bei Erwachsenen ausfällt und ob sie im Verlauf oder nach dem Ende der Behandlung zurückgeht [1, 2]. Menschen mit Depression zeigen laut Fachinformation eine Reihe krankheitsbedingter Beschwerden, deshalb fällt es bisweilen schwer zuzuordnen, was von der Krankheit und was von Mirtazapin kommt [2]. Zu den Zusatzsymptomen einer depressiven Episode nach der Klassifikation ICD-10-GM zählt die NVL auch Appetitverlust oder gesteigerten Appetit mit entsprechender Gewichtsveränderung [11].

Laut IQWiG können außerdem hormonelle Störungen wie eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion, Essstörungen, eine familiäre Veranlagung, Medikamente (vor allem bestimmte Mittel gegen Diabetes und gegen psychische Erkrankungen), Depressionen und chronische körperliche Erkrankungen, Stress und ein Rauchstopp zu einer Gewichtszunahme führen [12].

Kontrollen in der Praxis: Die NVL führt das Körpergewicht in ihrer Tabelle der empfohlenen Verlaufskontrollen unter Antidepressiva: vor Beginn der Behandlung, nach 3 und nach 6 Monaten und danach vierteljährlich. Unter Mirtazapin sieht sie häufigere Kontrollen vor. Die Zahl der Kontrollen ist laut Leitlinie nicht empirisch belegt; es handelt sich um Orientierungswerte [11].

Schwellungen durch Wassereinlagerungen gehören unter Mirtazapin zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Als häufige erste Anzeichen eines solchen peripheren Ödems nennt das IQWiG [13]:

  • Arm oder Bein fühlen sich schwer und aufgedunsen an und sehen geschwollen aus.
  • Drückt man auf die Haut, entstehen Dellen.
  • Kleidung und Schmuck sitzen zu eng und sind unbequem.
  • Die Haut im Bereich des Ödems ist warm und gespannt, die betroffenen Gelenke lassen sich schlechter bewegen, und es entsteht ein Spannungsgefühl oder sogar Schmerz.

Ein Ödem kann laut IQWiG verschiedene Ursachen haben. Es kann eine geringe Wasseransammlung sein, die von selbst wieder verschwindet, aber auch ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung oder eine Nebenwirkung mancher Medikamente. Damit es richtig behandelt werden kann, ist es wichtig, seine Ursache ärztlich genau abklären zu lassen [13].

Was Sie tun können

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unter Mirtazapin zunehmen. Laut Packungsbeilage wenden Sie sich bei Nebenwirkungen an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Laut NVL soll ein Antidepressivum unter anderem nach seinem Sicherheitsprofil und nach der Präferenz der Patientinnen und Patienten ausgewählt werden; dazu zählt, ob sie das mögliche Nebenwirkungsprofil akzeptieren [11]. Belastet Sie die Gewichtszunahme, sagen Sie das im Gespräch offen.

Wenn Sie Diabetes haben

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Einnahme über einen Diabetes; Sie müssen laut Packungsbeilage eventuell Ihre Insulindosis oder die Dosis anderer Diabetesmittel anpassen [1]. Laut Fachinformation kann die Blutzuckereinstellung bei Menschen mit Diabetes durch Antidepressiva beeinflusst werden, und es wird eine engmaschige Überwachung empfohlen [2]. Fragen Sie in Ihrer Praxis, wie oft Sie Ihren Blutzucker messen sollen. Mehr dazu: Blutzuckerveränderungen durch Medikamente.

Ernährung und Bewegung

Um Übergewicht vorzubeugen, sind laut gesund.bund.de vor allem eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung entscheidend; schon mehr Bewegung im Alltag, etwa Treppensteigen oder Spazierengehen, kann viel bewirken. Von Crash-Diäten rät das Portal ab. Beratung bieten ärztliche und therapeutische Fachkräfte, ausgebildete Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater sowie Selbsthilfegruppen an. Bei Getränken weist das Portal darauf hin, dass Alkohol und zuckerhaltige Säfte und Limonaden die Gewichtszunahme fördern [14]. Während der Behandlung mit Mirtazapin sollten Sie laut Packungsbeilage ohnehin überhaupt keinen Alkohol trinken [1].

Denken Sie dabei an die übrigen Nebenwirkungen. Schläfrigkeit oder Müdigkeit sind sehr häufig, Schwindel sowie Schwindel oder Ohnmacht beim plötzlichen Aufstehen (orthostatische Hypotonie) häufig. Mirtazapin kann außerdem Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigen [1]. Welche Bewegung für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Schwindel durch Medikamente.

Fragen für das Arztgespräch

  • Kann meine Gewichtszunahme mit Mirtazapin zusammenhängen, oder kommen andere Ursachen infrage, etwa die Depression selbst oder andere Medikamente?
  • Wie oft kontrollieren wir mein Gewicht?
  • Sind die Schwellungen an meinen Knöcheln oder Füßen Wassereinlagerungen, und sollten sie untersucht werden?
  • Ich habe Diabetes: Müssen meine Diabetesmittel angepasst werden, und wie oft soll ich meinen Blutzucker messen?
  • Welche Bewegung ist für mich sinnvoll, obwohl Mirtazapin mich müde oder schwindelig machen kann?
  • Ist eine Ernährungsberatung für mich sinnvoll?

Sie können Nebenwirkungen laut Packungsbeilage auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Schwellungen am ganzen Körper (generalisiertes Ödem) nennt die Packungsbeilage als Nebenwirkung mit nicht bekannter Häufigkeit [1]. Ein Ödem kann laut IQWiG auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, zum Beispiel einer Herzschwäche oder einer Nieren- oder Lebererkrankung. Bei einer Herzschwäche kann sich Flüssigkeit in der Lunge sammeln (Lungenödem), ein nicht sehr häufiger, aber lebensbedrohlicher Zustand; Anzeichen sind Atemnot, schnelles und flaches Atmen oder Husten [13]. Haben Sie eine Herzleistungsschwäche oder eine andere Herzerkrankung, informieren Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu: Herzschwäche durch Medikamente.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mirtazapin-ratiopharm 15 mg/30 mg/45 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Mirtazapin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Mirtazapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 2.3.2 (Abbildung 3), 4.4.2, 4.4.3 mit Empfehlung 4-4 und Tabelle 27, Tabelle 28 und Anhang 4. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023 (gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 16.10.2026
  5. Ursachen für Adipositas. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.08.2022. abgerufen am 16.10.2026
  6. Ursachen und Anzeichen eines Ödems. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 09.03.2022. abgerufen am 16.10.2026
  7. Behörde Übergewicht. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 14.01.2026. abgerufen am 16.10.2026
  8. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Macht Mirtazapin dick?

Mirtazapin kann das Gewicht erhöhen. Verstärkter Appetit und Gewichtszunahme gehören laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. In den placebokontrollierten Studien traten beide laut Fachinformation statistisch signifikant häufiger auf als unter Placebo. Häufig sind auch Schwellungen durch Wassereinlagerungen, typischerweise an Knöcheln oder Füßen.

Wie viel nimmt man mit Mirtazapin zu?

Für Erwachsene nennen Packungsbeilage und Fachinformation keine Kilogramm- oder Prozentwerte. Die Fachinformation nennt Werte nur aus zwei Studien mit Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 18 Jahren, bei denen Mirtazapin normalerweise nicht angewendet werden sollte: Dort nahmen laut Fachinformation 48,8 Prozent der mit Mirtazapin Behandelten mindestens 7 Prozent an Gewicht zu, unter Placebo 5,7 Prozent. Notieren Sie Ihr Gewicht im Nebenwirkungs-Tagebuch und sprechen Sie Veränderungen in der Praxis an.

Ist die Gewichtszunahme unter Mirtazapin dosisabhängig?

Dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe, und eine Dosis, ab der das Gewicht steigt, nennen sie nicht. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; ändern Sie sie nicht selbst, sondern sprechen Sie eine Gewichtszunahme in der Praxis an.

Warum nimmt man mit Mirtazapin zu?

Die Fachinformation erklärt es nicht. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie haben Mittel aus der Gruppe der Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten, zu der Mirtazapin gehört, eine deutliche antihistaminerge Wirkung, die ihre sedierenden und gewichtssteigernden Eigenschaften erklärt. Auch Embryotox beschreibt eine ausgeprägte Wirkung an Histamin-H1-Rezeptoren und schreibt, dass Mirtazapin zu verstärktem Appetit und einer Zunahme des Körpergewichts führen kann.

Was kann ich gegen die Gewichtszunahme durch Mirtazapin tun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie die Zunahme in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, die Sie einnehmen. Um Übergewicht vorzubeugen, sind laut gesund.bund.de vor allem eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung entscheidend; von Crash-Diäten rät das Portal ab. Weil unter Mirtazapin Schwindel sowie Schwindel oder Ohnmacht beim plötzlichen Aufstehen häufig sind, besprechen Sie mehr Bewegung am besten vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gibt es eine Alternative zu Mirtazapin ohne Gewichtszunahme?

Ob ein anderes Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie soll ein Antidepressivum unter anderem nach seinem Sicherheitsprofil und nach der Präferenz der Patientinnen und Patienten ausgewählt werden; dazu zählt, ob sie das mögliche Nebenwirkungsprofil akzeptieren. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Woran erkenne ich, ob die Zunahme von Wassereinlagerungen kommt?

Unter Mirtazapin sind Schwellungen durch Wassereinlagerungen häufig, typischerweise an Knöcheln oder Füßen. Häufige erste Anzeichen eines Ödems an Armen oder Beinen sind laut IQWiG ein schweres, aufgedunsenes Gefühl, sichtbare Schwellungen, Dellen nach Druck auf die Haut und zu eng sitzende Kleidung oder Schmuck. Laut IQWiG ist es wichtig, die Ursache eines Ödems ärztlich genau abklären zu lassen.

Was muss ich mit Diabetes beachten?

Laut Fachinformation kann die Blutzuckereinstellung bei Menschen mit Diabetes durch Antidepressiva beeinflusst werden; empfohlen wird eine engmaschige Überwachung. Laut Packungsbeilage müssen Sie eventuell Ihre Insulindosis oder die Dosis anderer Diabetesmittel anpassen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Einnahme über den Diabetes und fragen Sie, wie oft Sie Ihren Blutzucker messen sollen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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