MedikamenteDetailfrage
Empagliflozin absetzen
Empagliflozin sollen Sie laut Packungsbeilage nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absetzen; die Ausnahme ist der Verdacht auf eine Ketoazidose, bei dem Sie sich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus wenden. Bei Typ-2-Diabetes kann der Blutzucker nach dem Absetzen steigen, Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Kommen Sie wegen einer größeren Operation oder einer akuten schweren Erkrankung ins Krankenhaus, sollte die Behandlung laut Fachinformation unterbrochen werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Empagliflozin sollen Sie laut Packungsbeilage nicht absetzen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Die Ausnahme ist der Verdacht auf eine Ketoazidose: Dann wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus und unterbrechen die Einnahme, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen etwas anderes sagt [1]. Bei Typ-2-Diabetes kann der Blutzucker nach dem Absetzen steigen [1].
Empagliflozin, unter anderem enthalten in Jardiance, wird bei Typ-2-Diabetes, bei einer Herzschwäche mit Beschwerden und bei einer chronischen Nierenkrankheit eingesetzt [1, 2]. Was ein Ende der Behandlung bedeutet, hängt deshalb auch davon ab, wofür Sie das Mittel nehmen. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Empagliflozin.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, außer Sie vermuten eine Ketoazidose. Bei Typ-2-Diabetes könnte Ihr Blutzuckerspiegel ansteigen, wenn Sie Empagliflozin absetzen [1]. Ein schrittweises Verringern der Dosis beim Absetzen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht, ebenso wenig Absetzerscheinungen [1, 2].
Beide nennen aber Situationen, in denen die Behandlung abgesetzt oder unterbrochen wird. Außer beim Verdacht auf eine Ketoazidose entscheidet darüber die Ärztin oder der Arzt [1, 2]:
- Verdacht auf eine Ketoazidose: Besteht ein Verdacht oder wurde eine Ketoazidose festgestellt, ist die Behandlung laut Fachinformation sofort abzusetzen [2]. Laut Packungsbeilage entscheidet die Ärztin oder der Arzt dann möglicherweise, die Behandlung zeitweise oder ganz zu beenden [1]. Hatten Sie unter einem SGLT-2-Hemmer schon einmal eine Ketoazidose, wird eine erneute Behandlung mit einem Mittel dieser Gruppe nicht empfohlen, es sei denn, ein anderer eindeutiger Auslöser wurde gefunden und beseitigt [2, 11]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
- Krankenhausaufnahme wegen einer größeren Operation oder einer akuten schweren Erkrankung: Dann sollte die Behandlung laut Fachinformation unterbrochen werden. Empfohlen wird, die Ketonkörper zu überwachen, am besten im Blut statt im Urin. Wieder aufgenommen werden kann die Behandlung, wenn die Ketonkörperwerte normal sind und sich Ihr Zustand stabilisiert hat [2]. Auf diese Unterbrechung wiesen die Zulassungsinhaber im März 2016 nach einem Risikobewertungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur in einem Informationsbrief hin, den das BfArM veröffentlicht hat [11].
- Drohender Flüssigkeitsmangel: Besteht bei Ihnen das Risiko, zu viel Körperflüssigkeit zu verlieren, etwa bei Erbrechen, Durchfall oder Fieber, wenn Sie nicht essen oder trinken können, unter harntreibenden oder blutdrucksenkenden Mitteln oder ab 75 Jahren, fordert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie laut Packungsbeilage möglicherweise auf, die Einnahme zu unterbrechen, bis Sie sich erholt haben [1]. Laut Fachinformation sollte bei Erkrankungen mit Flüssigkeitsverlust, zum Beispiel des Magen-Darm-Trakts, eine vorübergehende Unterbrechung erwogen werden, bis der Verlust behoben ist [2].
- Schwere Infektion der Nieren oder Harnwege mit Fieber: Auch dann kann die Ärztin oder der Arzt eine Pause bis zur Erholung anordnen [1]. Laut Fachinformation sollte bei komplizierten Harnwegsinfektionen, einschließlich Nierenbeckenentzündung und Urosepsis, einer von den Harnwegen ausgehenden Blutvergiftung, eine vorübergehende Unterbrechung der Behandlung erwogen werden [2]. Mehr dazu: Nierenbeckenentzündung.
- Harntreibende Mittel: Empagliflozin kann die Wirkung von Thiazid- und Schleifendiuretika verstärken und das Risiko für Flüssigkeitsmangel und niedrigen Blutdruck erhöhen [2]. Nehmen Sie solche Mittel, fordert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie laut Packungsbeilage möglicherweise auf, die Einnahme von Empagliflozin abzubrechen [1].
- Verdacht auf eine Fournier-Gangrän: Bei dieser seltenen, aber schwerwiegenden Infektion im Genitalbereich oder zwischen Genitalien und After ist Empagliflozin laut Fachinformation abzusetzen; die Behandlung, unter anderem mit Antibiotika und einer chirurgischen Wundreinigung, muss unverzüglich beginnen [2, 12].
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Absetzerscheinungen oder einen Rückpralleffekt nach dem Absetzen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation von Empagliflozin nicht [1, 2].
Blutzucker bei Typ-2-Diabetes
Empagliflozin hemmt in den Nieren das Transporteiweiß SGLT-2, das Zucker aus dem Vorharn ins Blut zurückholt. Dadurch wird mehr Zucker mit dem Urin ausgeschieden, und der Blutzucker sinkt [1, 2]. Setzen Sie Empagliflozin bei Typ-2-Diabetes ab, könnte Ihr Blutzuckerspiegel ansteigen [1]. Wie Ihr Blutzucker danach kontrolliert wird und ob ein anderes Mittel infrage kommt, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Mehr zu hohen und niedrigen Werten: Unterzuckerung und erhöhter Blutzucker.
Herzschwäche und chronische Nierenkrankheit
Bei einer Herzschwäche hilft Empagliflozin laut Packungsbeilage, das Herz davor zu schützen, schwächer zu werden, und verbessert die Beschwerden. Bei einer chronischen Nierenkrankheit hilft es, die Nieren vor dem Verlust ihrer Funktion zu schützen [1]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz zählt SGLT-2-Hemmer bei einer Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung (HFrEF) zu den Medikamenten, die die Prognose verbessern. Ein Absetzen solcher Medikamente kann nach Einschätzung der Leitliniengruppe mit einer schlechteren Prognose verbunden sein; aus indirekter Evidenz gibt es außerdem Hinweise auf kurzfristige negative Effekte nach dem Absetzen [14]. Mehr zu den Erkrankungen: Herzinsuffizienz und Niereninsuffizienz.
Laborwerte, die sich zurückbilden
In Studien kam es zu Beginn der Behandlung zu einem Abfall der geschätzten Filtrationsleistung der Nieren (eGFR) und zu einem Anstieg des Kreatinins im Blut. Laut Fachinformation war das im Allgemeinen vorübergehend: Die Werte erholten sich in der Regel unter fortlaufender Behandlung oder waren nach dem Absetzen umkehrbar. In mehreren Studien stieg die eGFR nach dem Absetzen wieder auf den Ausgangswert oder in seine Richtung; das spricht laut Fachinformation dafür, dass Kreislaufeffekte (hämodynamische Veränderungen) dabei eine Rolle spielen [2]. Mehr dazu: Nierenschäden durch Medikamente.
Laut Fachinformation wurde unter Empagliflozin ein Anstieg des Anteils der roten Blutkörperchen im Blut (Hämatokrit) beobachtet. In der Studie EMPA-REG OUTCOME sanken die Werte in einer Nachbeobachtung von 30 Tagen nach dem Ende der Behandlung wieder auf die Ausgangswerte [2]. Ein Urintest auf Zucker fällt positiv aus, solange Sie Empagliflozin einnehmen [1]; laut Fachinformation wurde unter Empagliflozin auch eine länger anhaltende Zuckerausscheidung im Urin beobachtet [2].
Ketoazidose nach dem Absetzen
Bei einer Ketoazidose ist die Konzentration von Ketonkörpern in Blut oder Urin erhöht. Sie ist schwerwiegend, manchmal lebensbedrohlich und kann unabhängig vom Blutzuckerspiegel auftreten [1]. In einer Reihe von Fällen war der Blutzucker laut Fachinformation nur mäßig erhöht [2]. Eine Ketoazidose kann nach dem Absetzen von Empagliflozin länger anhalten, als aufgrund der Halbwertszeit im Blut zu erwarten wäre; von Empagliflozin unabhängige Faktoren wie ein Insulinmangel könnten daran beteiligt sein [2]. Auch bei Menschen ohne Diabetes wurden Fälle berichtet, auch wenn eine Ketoazidose bei ihnen laut Fachinformation weniger wahrscheinlich ist [2].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Regelmäßig prüfen, ob die Behandlung noch passt
Bei Typ-2-Diabetes soll laut NVL Typ-2-Diabetes regelmäßig geprüft werden, ob die Behandlung zurückgefahren (Deeskalation) oder die Strategie geändert werden kann. Die starke Empfehlung nennt dafür besonders folgende Anlässe: Die Nachteile der Behandlung für Sicherheit und Lebensqualität überwiegen, die aktuelle Lebensqualität ist wichtiger als die langfristige Prognose, das persönliche Therapieziel wird unterschritten, es bestehen mehrere Erkrankungen mit vielen Medikamenten, oder eine akute Erkrankung tritt auf [13]. Eine Gewichtsabnahme durch den Zuckerverlust über den Urin ist laut Leitlinie bei Gebrechlichkeit unerwünscht und zu berücksichtigen [13]. Die Leitlinie setzt dabei auf Entscheidungen, die Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient gemeinsam treffen [13].
Für die Herzschwäche gilt nach der NVL Chronische Herzinsuffizienz: Haben sich Pumpleistung oder Beschwerden unter der Behandlung gebessert, sollen die Medikamente, die die Prognose verbessern, weder reduziert noch abgesetzt werden, sofern keine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige besteht. Nach Einschätzung der Leitliniengruppe ist es dann wichtig, darüber zu sprechen, dass diese Mittel auch ohne Beschwerden dauerhaft eingenommen werden. Zugleich soll bei Herzschwäche regelmäßig geprüft werden, ob jedes Medikament noch nötig ist; besteht kein Grund mehr, soll es abgesetzt werden [14].
Pause vor Operationen und in Risikosituationen
Situationen mit erhöhtem Insulinbedarf oder einem relativen Insulinmangel können laut der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) mit einem erhöhten Risiko für eine Ketoazidose unter SGLT-2-Hemmern einhergehen [15]. Die NVL Typ-2-Diabetes und die AkdÄ nennen als solche Risikosituationen akute Erkrankungen wie Infektionen, Magen-Darm-Infekte, Herzinfarkt oder Schlaganfall, größere Operationen und Operationen zur Gewichtsreduktion, einen drohenden Flüssigkeitsmangel etwa bei der Vorbereitung auf eine Darmspiegelung oder bei übermäßigem Training, eine kohlenhydratarme Ernährung und übermäßigen Alkoholkonsum. Beide richten sich an Ärztinnen und Ärzte und nennen für diese Situationen eine Pause des SGLT-2-Hemmers; bei Operationen zur Gewichtsreduktion und bei übermäßigem Alkoholkonsum wird laut beiden später neu geprüft, ob das Mittel weiter infrage kommt [13, 15].
Vor größeren Operationen nennen NVL und AkdÄ eine Pause von drei Tagen vor dem Eingriff. Die AkdÄ begründet das mit der Halbwertszeit der SGLT-2-Hemmer von 11 bis 13 Stunden [13, 15]. Fortgesetzt wird die Einnahme laut NVL, wenn sich der Zustand gebessert hat und Essen und Trinken wieder normal sind [13]; ob das so ist, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Der AkdÄ wurden mehrere Ketoazidosen gemeldet, bei denen nach ihrer Bewertung eine solche Risikosituation vorlag und das Mittel hätte abgesetzt oder angepasst werden sollen, etwa beim Nüchternbleiben vor einer Untersuchung oder Operation, bei einer stark schwächenden Atemwegsinfektion oder bei einer ketogenen Diät [15].
Ob, ab wann und wie lange Sie pausieren, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt oder das Behandlungsteam im Krankenhaus fest. Sprechen Sie solche Situationen deshalb rechtzeitig an. Die Hinweise von NVL und AkdÄ gelten für alle SGLT-2-Hemmer [13, 15]; zum verwandten Wirkstoff gibt es die Seite Dapagliflozin absetzen. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente vor der OP und Medikamente vor Untersuchungen.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage dürfen Sie Empagliflozin in der Schwangerschaft nicht einnehmen; ob es dem ungeborenen Kind schadet, ist nicht bekannt [1]. Laut Fachinformation soll eine Anwendung in der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen vermieden werden [2]. Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, ergaben erste Daten zu SGLT-2-Hemmern, in geringerem Umfang als zu GLP-1-Analoga, keinen Verdacht auf eine fruchtschädigende Wirkung; die Studien reichen für eine differenzierte Risikobewertung aber nicht aus. Bei einem nicht insulinpflichtigen Typ-2-Diabetes sollten Tabletten gegen Diabetes in der Schwangerschaft laut Embryotox auf Insulin umgestellt werden; Metformin kann eine alternative Behandlungsmöglichkeit sein [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Was bei einer vergessenen Tablette zu tun ist, hängt laut Packungsbeilage vom Abstand zur nächsten Dosis ab. Sind es noch 12 Stunden oder mehr, nehmen Sie die Tablette, sobald Sie daran denken, und die nächste zur üblichen Zeit. Sind es weniger als 12 Stunden, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1].
Was Sie tun können
Diese Fragen können Sie in das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitnehmen:
- Wofür nehme ich Empagliflozin: wegen Diabetes, Herzschwäche, Nierenkrankheit oder mehrerer davon?
- Was spricht in meiner Situation für ein Ende der Behandlung, und was dagegen?
- Wie wird mein Blutzucker nach dem Absetzen kontrolliert, und brauche ich ein anderes Mittel?
- Muss die Dosis von Insulin oder einem Sulfonylharnstoff angepasst werden, wenn Empagliflozin wegfällt?
- Wann nehme ich vor einer geplanten Operation die letzte Tablette, und wer sagt mir, wann ich wieder beginne?
- Was tue ich bei Erbrechen, Durchfall oder Fieber oder wenn ich nicht essen und trinken kann?
- Was gilt bei einer kohlenhydratarmen Diät, beim Fasten oder vor einer Darmspiegelung?
Sagen Sie vor jeder Operation, Untersuchung oder Krankenhausaufnahme, dass Sie Empagliflozin einnehmen. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie laut Packungsbeilage auch direkt über das nationale Meldesystem melden [1]. Wie das in Deutschland geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Die Anzeichen einer Ketoazidose stehen in der Liste unten. Bemerken Sie eines davon, wenden Sie sich laut Packungsbeilage umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus, unabhängig davon, wie hoch Ihr Blutzucker ist, und unterbrechen Sie die Einnahme, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen etwas anderes sagt [1]. Das gilt auch, wenn Sie Empagliflozin kurz zuvor abgesetzt haben: Eine Ketoazidose kann laut Fachinformation nach dem Absetzen länger anhalten [2], und laut dem Informationsbrief von 2016 wurden auch Fälle kurz nach dem Absetzen beobachtet [11]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung und schwere Atemnot sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112. Anhaltender Brechdurchfall, bei dem Sie nicht genug trinken können, gehört laut KBV zu den Fällen für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann [16]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Jardiance (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Jardiance 10 mg/25 mg Filmtabletten. Boehringer Ingelheim International GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Jardiance (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation). Boehringer Ingelheim International GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Diabetes mellitus (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1. Bundesministerium der Justiz. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Informationsbrief zu SGLT2-Inhibitoren: Aktualisierte Hinweise zum Risiko einer diabetischen Ketoazidose (Canagliflozin, Dapagliflozin, Empagliflozin). AstraZeneca AB, Boehringer Ingelheim International GmbH und Janssen-Cilag International N.V., veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 14.03.2016. abgerufen am 16.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu SGLT2-Inhibitoren: Risiko einer Fournier-Gangrän (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) bei der Anwendung. Zulassungsinhaber von SGLT2-Inhibitoren in Abstimmung mit EMA und BfArM, veröffentlicht vom BfArM. Stand 21.01.2019. abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes, Langfassung, Version 3.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-001), Empfehlung 5-2, Kapitel 5.5.3.2 und Anhang 8. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.0, 2023 (gültig bis 15.05.2028). abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006), Abbildung 6 und Empfehlungen 6-25 und 6-26. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 4.0, 2023 (Kapitel Medikamentöse Therapie gültig bis 12.12.2028). abgerufen am 16.10.2026
- Ketoazidose unter SGLT-2-Inhibitoren (Arzneiverordnung in der Praxis, Band 50, Heft 1, S. 55-56). Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 03/2023. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Empagliflozin einfach absetzen?
Laut Packungsbeilage sollen Sie die Einnahme nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abbrechen. Die Ausnahme ist der Verdacht auf eine Ketoazidose: Dann wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus und unterbrechen die Einnahme, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen etwas anderes sagt. Bei Typ-2-Diabetes kann der Blutzucker nach dem Absetzen steigen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Muss Empagliflozin vor einer Operation oder Narkose abgesetzt werden?
Kommen Sie wegen einer größeren Operation ins Krankenhaus, sollte die Behandlung laut Fachinformation unterbrochen und die Ketonkörper überwacht werden. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft nennen für größere Eingriffe eine Pause von drei Tagen vor dem Eingriff. Wieder aufgenommen werden kann die Behandlung laut Fachinformation, wenn die Ketonkörperwerte normal sind und Ihr Zustand stabil ist. Wann Sie die letzte Tablette nehmen und wann Sie wieder beginnen, legt Ihr Behandlungsteam fest. Sprechen Sie das rechtzeitig vor dem Eingriff mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an und sagen Sie bei der Vorbesprechung, dass Sie Empagliflozin einnehmen.
Welche Beschwerden können nach dem Absetzen von Empagliflozin auftreten?
Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei Typ-2-Diabetes kann der Blutzucker steigen. Eine Ketoazidose kann laut Fachinformation nach dem Absetzen länger anhalten, als die Halbwertszeit erwarten lässt. Bei Anzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßigem Durst oder schneller, tiefer Atmung wenden Sie sich laut Packungsbeilage umgehend an eine Ärztin, einen Arzt oder ein Krankenhaus.
Muss ich Empagliflozin bei einer Blasenentzündung oder einem Infekt pausieren?
Bei einer schwerwiegenden Infektion der Nieren oder Harnwege mit Fieber fordert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie laut Packungsbeilage möglicherweise auf, die Einnahme bis zur Erholung zu unterbrechen. Dasselbe gilt, wenn Sie wegen Erbrechen, Durchfall oder Fieber zu viel Flüssigkeit verlieren könnten oder nicht essen und trinken können. Auch die Leitlinie zum Typ-2-Diabetes nennt akute Erkrankungen wie Infektionen als Anlass für eine Pause. Für andere Harnwegsinfektionen nennt die Packungsbeilage keine Pause; bemerken Sie Anzeichen wie Brennen beim Wasserlassen oder trüben Urin, informieren Sie laut Packungsbeilage so rasch wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Ob Sie pausieren und wann Sie wieder beginnen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Muss ich Empagliflozin bei einer Pilzinfektion im Genitalbereich absetzen?
Eine Hefepilzinfektion im Genitalbereich ist laut Packungsbeilage eine häufige Nebenwirkung. Eine Unterbrechung der Behandlung nennen Packungsbeilage und Fachinformation dafür nicht; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Behandlung der Infektion. Anders ist es bei Schmerzen, Empfindlichkeit, Rötung oder Schwellung im Genitalbereich oder zwischen Genitalien und After zusammen mit Fieber oder Unwohlsein: Dann sprechen Sie laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, weil eine seltene, schwerwiegende Fournier-Gangrän dahinterstecken kann. Laut Fachinformation können einer Fournier-Gangrän Infektionen im Urogenitalbereich vorausgehen.
Nehme ich nach dem Absetzen von Empagliflozin wieder zu?
Das beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation führt der Zuckerverlust über den Urin während der Behandlung zu einem Kalorienverlust, der mit einer Abnahme von Körperfett und Körpergewicht einhergeht. Eine Gewichtsabnahme ist aber kein Anwendungsgebiet von Empagliflozin. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, worauf Sie nach dem Absetzen achten sollen.
Kann ich Empagliflozin bei Herzschwäche absetzen, wenn es mir besser geht?
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz zählt SGLT-2-Hemmer bei Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung zu den Medikamenten, die die Prognose verbessern. Haben sich Pumpleistung oder Beschwerden unter der Behandlung gebessert, sollen diese Medikamente laut Leitlinie weder reduziert noch abgesetzt werden, sofern keine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige besteht. Besprechen Sie Ihre Fragen dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Muss Empagliflozin abgesetzt werden, wenn die Nierenwerte schlechter werden?
Laut Fachinformation wird empfohlen, die Nierenfunktion vor Beginn und während der Behandlung mindestens einmal im Jahr zu kontrollieren. Zu Beginn der Behandlung kann die geschätzte Filtrationsleistung der Nieren (eGFR) sinken; das war laut Fachinformation im Allgemeinen vorübergehend, die Werte erholten sich in der Regel unter fortlaufender Behandlung oder nach dem Absetzen. Bei einer eGFR unter 20 ml/min/1,73 m² wird ein Behandlungsbeginn nicht empfohlen. Bei Typ-2-Diabetes ist die blutzuckersenkende Wirkung bei einer eGFR unter 45 ml/min/1,73 m² vermindert; dann sollte laut Fachinformation, falls nötig, eine zusätzliche blutzuckersenkende Behandlung erwogen werden. Ein Absetzen nennt die Fachinformation dafür nicht. Wie es bei Ihnen weitergeht, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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