Ratgeber

Wenn Medikamente nicht wirken

Wirkt ein Medikament nicht wie erwartet, kann das laut gesund.bund.de an einer falschen Anwendung oder Aufbewahrung liegen; auch andere Medikamente oder bestimmte Lebensmittel können die Wirkung abschwächen, andere Medikamente sogar aufheben. Bei manchen Mitteln setzt die Wirkung laut IQWiG erst nach einigen Wochen ein oder ist gar nicht spürbar. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst, sondern fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; so rät es zum Beispiel die Packungsbeilage von Ibuprofen bei nicht ausreichender Schmerzlinderung.

Frau mit kurzem dunkelblondem Haar in petrolfarbener Strickjacke sitzt nachdenklich mit einer Teetasse auf einem Sofa am Fenster
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Damit Medikamente richtig wirken, müssen sie laut dem Gesundheitsportal gesund.bund.de wie vorgegeben gelagert und eingenommen werden. Eine falsche Anwendung oder Aufbewahrung kann dazu führen, dass ein Medikament gar nicht, nicht ausreichend oder zu stark wirkt [1]. Verschiedene Medikamente können sich außerdem gegenseitig beeinflussen, sodass eines schlechter wirkt, schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) [3]. Bei manchen Mitteln ist die erwünschte Wirkung nicht sofort oder gar nicht spürbar [2].

Nehmen Sie dann nicht auf eigene Faust mehr ein. Haben Sie das Gefühl, keine ausreichende Schmerzlinderung zu spüren, sollen Sie laut Packungsbeilage von Ibuprofen nicht selbständig die Dosis erhöhen, sondern Ihren Arzt fragen [13]. Die Packungsbeilagen von Carbamazepin und eines Nasensprays mit Xylometazolin bitten Sie, mit Arzt oder Apotheker zu sprechen, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist [9, 20].

Warum ein Medikament schwächer wirken kann als erwartet

Die richtige Dosierung und Anwendung eines Medikaments ist laut IQWiG für den Erfolg der Behandlung wichtig. Damit ein Mittel an den richtigen Ort gelangt und dort ausreichend wirkt, kommt es auch auf die Darreichungsform an, etwa Tablette, Saft, Spray oder Pflaster [3]. Die Quellen nennen unter anderem diese Gründe, warum ein Mittel schwächer wirkt:

  • Der Wirkstoff wird nicht vollständig aufgenommen: Nach Erbrechen in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme oder bei schwerem Durchfall sind die Wirkstoffe laut Packungsbeilage einer kombinierten Pille möglicherweise noch nicht vollständig aufgenommen worden [8]. Milchprodukte und andere kalziumhaltige Produkte können laut gesund.bund.de die Aufnahme einiger Wirkstoffe verringern, darunter viele Antibiotika, Schilddrüsenhormone und Methotrexat [1]. Mehr: Medikamente mit Milch.
  • Andere Mittel schwächen die Wirkung ab: Werden mehrere Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, kann ihre Wirkung laut gesund.bund.de verstärkt, abgeschwächt oder sogar aufgehoben werden; das Risiko steigt, je mehr verschiedene Medikamente man einnimmt [1]. Arzneimittel, die die Aktivität bestimmter Leberenzyme stark erhöhen, können laut Packungsbeilage von Zolpidem möglicherweise dessen Wirkung abschwächen, zum Beispiel Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut [21]. Grapefruit verstärkt oder verringert laut gesund.bund.de die Wirkung vor allem von Medikamenten, die den Blutdruck oder den Cholesterinspiegel senken oder die Reaktion des Immunsystems beeinflussen [1]. Mehr: Wechselwirkungen und Medikamente und Grapefruit.
  • Das Mittel wurde anders angewendet oder gelagert als vorgesehen: Geteilte Tabletten, falsche Lagerung und abgelaufene Mittel können die Wirkung beeinträchtigen [1]; mehr dazu im Abschnitt zu Einnahmefehlern weiter unten.
  • Der Körper gewöhnt sich an das Mittel: Die wiederholte Anwendung von Opioiden kann laut Packungsbeilage von Tramadol dazu führen, dass das Arzneimittel weniger wirksam wird; das nennt man Toleranz [19].
  • Die Krankheit hat sich verändert: Ein ansteigender Bedarf an einem Asthmaspray wie Salbutamol ist laut Packungsbeilage ein Anzeichen für eine Verschlechterung der Erkrankung [17].

Welche Medikamente betroffen sein können

Was die Packungsbeilage zu einer schwächeren Wirkung sagt, unterscheidet sich von Wirkstoff zu Wirkstoff [13, 17, 21]. Die Tabelle gibt die Hinweise aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation je eines Präparats wieder; welches, steht in den Quellen am Ende der Seite.

Beispiele: Angaben aus der Packungsbeilage (Auswahl)
WirkstoffWas die Packungsbeilage sagtMehr dazu
CiprofloxacinAntazida, Omeprazol, Mineralergänzungsmittel sowie Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel mit Calcium, Magnesium, Aluminium oder Eisen vermindern die Wirkung; informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie solche Mittel einnehmen. Auch Milchprodukte oder calciumhaltige Getränke, die getrennt von einer Mahlzeit eingenommen werden, können sie verringern; Ciprofloxacin sollte dann 1 bis 2 Stunden vorher oder frühestens 4 Stunden danach eingenommen werden [10]Einnahme von Ciprofloxacin
DoxycyclinLaut Fachinformation kann die Aufnahme durch Aluminium, Calcium (Milch, Milchprodukte, calciumhaltige Fruchtsäfte), Magnesium in Antazida sowie Zink-, Bismut- oder Eisenpräparate beeinträchtigt werden; solche Arznei- oder Nahrungsmittel sollten im Abstand von 2 bis 3 Stunden eingenommen werden. Rifampicin, Barbiturate, andere Mittel gegen Krampfanfälle wie Carbamazepin sowie chronischer Alkoholmissbrauch können den Abbau so beschleunigen, dass keine wirksamen Konzentrationen erreicht werden [12]Wechselwirkungen von Doxycyclin
IbuprofenSpüren Sie keine ausreichende Schmerzlinderung, erhöhen Sie nicht selbständig die Dosis, sondern fragen Sie Ihren Arzt. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen bei Fieber oder 4 Tagen bei Schmerzen (Kinder und Jugendliche: nach 3 Tagen) nicht besser oder gar schlechter, wenden Sie sich an Ihren Arzt [13]Dosierung laut Packungsbeilage
Insulin glarginWird in einen Hautbereich mit Knoten gespritzt, wirkt das Insulin möglicherweise nicht richtig. Als mögliche Ursachen eines zu hohen Blutzuckers nennt die Packungsbeilage unter anderem, dass seine Wirksamkeit etwa durch falsche Lagerung nachgelassen hat oder dass der Insulinpen nicht richtig funktioniert [14]Anwendung von Insulin glargin
Levonorgestrel und Ethinylestradiol (Pille)Erbrechen Sie in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme einer Tablette oder tritt schwerer Durchfall auf, sind die Wirkstoffe möglicherweise noch nicht vollständig aufgenommen worden; die Situation ist ähnlich wie das Vergessen einer Tablette. Einige Arzneimittel, etwa gegen Epilepsie wie Carbamazepin, das Tuberkulosemittel Rifampicin und Johanniskraut, können die empfängnisverhütende Wirksamkeit mindern [8]Pille und Antibiotika
LevothyroxinWird auf nüchternen Magen besser aufgenommen als vor oder nach einer Mahlzeit; die Einnahme erfolgt nüchtern mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück. Aluminiumhaltige Antazida, eisenhaltige Arzneimittel und Calciumcarbonat können Aufnahme und Wirksamkeit vermindern; Levothyroxin wird mindestens 2 Stunden vor ihnen eingenommen. Kaffee kann die Aufnahme verringern, sojahaltige Produkte können sie beeinträchtigen [15]Vor oder nach dem Essen?
ParacetamolVerschlimmern sich die Symptome oder tritt nach 3 Tagen keine Besserung ein, oder bei hohem Fieber müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Nicht ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat längere Zeit oder in höheren Dosen einnehmen; andere gleichzeitig angewendete Arzneimittel sollten kein Paracetamol enthalten [16]Dosierung laut Packungsbeilage
SalbutamolInformieren Sie Ihren Arzt so schnell wie möglich, wenn das Mittel nicht so gut zu wirken scheint wie üblich, etwa wenn Sie höhere Dosen benötigen oder der Inhalator nicht für mindestens 3 Stunden Linderung verschafft; Ihr Asthma kann sich verschlimmert haben. Eine höhere Dosierung wird in der Regel nicht besser wirken, es besteht aber die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen [17]Asthma
SertralinEs kann mehrere Wochen dauern, bis eine Besserung der Beschwerden eintritt. Beenden Sie die Einnahme nicht, bis Ihr Arzt es Ihnen sagt [18]Sertralin absetzen
Xylometazolin (Nasenspray)Darf nicht länger als 7 Tage angewendet werden, es sei denn auf ärztliche Anordnung. Der Dauergebrauch schleimhautabschwellender Schnupfenmittel kann zu chronischer Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut führen. Fühlen Sie sich nach 7 Tagen nicht besser oder gar schlechter, wenden Sie sich an Ihren Arzt [20]Schnupfen
ZolpidemStellen Sie nach einigen Wochen fest, dass die Tabletten nicht mehr so gut wirken wie zu Beginn der Behandlung, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut können die Wirkung möglicherweise abschwächen; die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen [21]Wechselwirkungen von Zolpidem

Die Tabelle ist eine Auswahl. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Einnahmefehler, Lagerung und Anwendung

Apothekerin mit braunem Pferdeschwanz in hellblauer Bluse erklärt einem älteren Mann mit grauem Bart in dunkelrotem Pullover an einem hellen Beratungstisch etwas und zeigt dabei mit offener Hand
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Viele Tabletten sind laut gesund.bund.de nicht dazu bestimmt, sie in Stücke zu teilen. An der Bruchstelle werden möglicherweise empfindliche Wirkstoffe abgebaut, was zu einem Verlust der Wirkung führt; fehlt die schützende Tablettenhülle, werden einige Substanzen möglicherweise durch Magensäure zersetzt, ehe sie ihre Wirkung entfalten. Ob die Teilung vorgesehen ist, steht in der Dosierungsanleitung der Packungsbeilage [1]. Mehr im Ratgeber Tabletten teilen und mörsern.

Einige Arzneimittel reagieren laut gesund.bund.de empfindlich auf Wärme oder Kälte, Feuchtigkeit oder Licht. Besondere Anweisungen, etwa zur Aufbewahrung im Kühlschrank, sollten deshalb unbedingt befolgt werden [1]. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums können Medikamente ihre Wirksamkeit verlieren; häufig sieht man ihnen das nicht an [1]. Mehr in den Ratgebern Medikamente richtig aufbewahren, Medikamente bei Hitze und Haltbarkeit und Verfallsdatum.

Fällt die Anwendung schwer, etwa der Umgang mit einem Insulin-Pen oder das Schlucken großer Tabletten, können Sie laut IQWiG in der Arztpraxis oder Apotheke fragen, ob es mehr Informationen zur richtigen Anwendung gibt oder ob sich das Medikament in einer anderen Form anwenden lässt [2]. Mehr im Ratgeber Tabletten schlucken.

Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut mehreren Packungsbeilagen nicht die doppelte Menge ein [13, 16, 18]; was sonst gilt, steht in Abschnitt 3 der Packungsbeilage Ihres Mittels. Bei der Pille ist das Risiko einer Schwangerschaft laut Packungsbeilage umso größer, je mehr Tabletten vergessen wurden [8]. Beim Erinnern kann es laut IQWiG helfen, die Einnahme mit täglichen Routinen zu verbinden. Als Hilfen nennt das IQWiG außerdem Medikamenten-Dispenser aus der Apotheke und elektronische Erinnerungen; ob solche Methoden tatsächlich nutzen, ist in Studien allerdings nicht zuverlässig nachgewiesen [2]. Erinnerungen zu selbst gewählten Uhrzeiten erstellt das Werkzeug Einnahme-Erinnerung als Kalenderdatei; weitere Fehlerquellen erklärt der Ratgeber Medikationsfehler vermeiden.

Auch eine neue Zusammensetzung eines Präparats kann eine Rolle spielen. Über eine neue Zusammensetzung der Eferox-Tabletten mit Levothyroxin informierte die Firma Aristo Pharma GmbH in Abstimmung mit dem BfArM am 27.07.2026 und empfahl eine engmaschige Kontrolle der Patientinnen und Patienten, die zu den Tabletten in neuer Zusammensetzung wechseln [7]. Mehr zum Austausch von Präparaten im Ratgeber Generika und Originalpräparate.

Wenn die Wirkung Zeit braucht oder nachlässt

Bei manchen Medikamenten ist die erwünschte Wirkung laut IQWiG nicht sofort oder gar nicht spürbar, etwa ein niedrigerer Blutzuckerspiegel bei Diabetes-Tabletten. Bei Antidepressiva setzt die Wirkung erst nach einigen Wochen ein; wer dadurch den Eindruck bekommt, dass ein Medikament nicht wirkt, bricht die Einnahme möglicherweise ab. Auch hier helfen laut IQWiG Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt [2]. Die Packungsbeilagen von Citalopram und Sertralin nennen für Antidepressiva gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger; bei Citalopram dauert es mindestens zwei Wochen, bevor Sie irgendeine Besserung bemerken [11, 18]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr: Depression und Antidepressiva.

Lässt die Wirkung nach einiger Zeit nach, kann eine Gewöhnung dahinterstecken. Bei Tramadol kann die wiederholte Anwendung außer zur Toleranz auch zu Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen; das Risiko kann laut Packungsbeilage mit einer höheren Dosis und einer längeren Anwendungsdauer steigen [19]. Bei Zolpidem sollten Sie laut Packungsbeilage Ihren Arzt aufsuchen, wenn die Tabletten nach einigen Wochen nicht mehr so gut wirken wie zu Beginn (Tabelle oben) [21]. Mehr: Abhängigkeit durch Medikamente.

Bei Kopfschmerzen gilt eine Besonderheit: Die längere Anwendung jeglicher Art von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann diese laut Packungsbeilage von Ibuprofen verschlimmern. Ist das der Fall oder wird es vermutet, sollte ärztlicher Rat eingeholt und die Behandlung abgebrochen werden [13]. Kopfschmerzen, die bei längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln auftreten, dürfen laut Packungsbeilage von Paracetamol nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden [16]. Mehr in den Ratgebern Schmerzmittel richtig anwenden und auf der Seite Kopfschmerzen durch Medikamente.

Wenn ein Antibiotikum nicht hilft

Antibiotika wirken laut IQWiG nur gegen Bakterien. Viele Infektionen werden durch Viren ausgelöst und sind nicht durch Antibiotika behandelbar, zum Beispiel Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen, Bronchitis oder Grippe. Bekommen ansonsten gesunde Menschen eine solche Erkältung oder Grippe, helfen Antibiotika bei normalem Krankheitsverlauf nicht, können aber zu Nebenwirkungen wie allergischen Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Pilzinfektionen führen [4]. Mehr: Erkältung.

Durch massenhaften und unsachgemäßen Einsatz werden laut IQWiG immer mehr Bakterien unempfindlich (resistent) gegen Antibiotika; manche Krankheiten können dadurch nicht mehr so gut behandelt werden wie zuvor [4]. Antibiotika sollten so lange eingenommen werden, wie die Ärztin oder der Arzt sie verordnet hat. Klingen die Beschwerden früher ab, muss das nicht heißen, dass alle Erreger abgetötet wurden; übrig gebliebene Keime können dafür sorgen, dass die Krankheit wieder ausbricht [4]. Wie Milchprodukte und Mineralstoffe die Aufnahme beeinflussen können, zeigt die Tabelle oben; mehr im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen und in der Übersicht Antibiotika.

So gehen Sie vor

  1. Nicht selbst mehr einnehmen Bei nicht ausreichender Schmerzlinderung rät die Packungsbeilage von Ibuprofen, die Dosis nicht selbständig zu erhöhen, sondern den Arzt zu fragen [13]. Bei Salbutamol ist es laut Packungsbeilage möglicherweise gefährlich, den Gebrauch selbst zu erhöhen [17].
  2. Packungsbeilage prüfen Sie informiert laut gesund.bund.de darüber, wie ein Mittel eingenommen und gelagert wird, und führt mögliche Wechselwirkungen auf [1]. Wie Sie sich darin zurechtfinden, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
  3. Alle Mittel aufschreiben Eine Liste aller regelmäßig eingenommenen Medikamente, auch frei verkäuflicher Mittel und Nahrungsergänzungsmittel, hilft laut gesund.bund.de, Wechselwirkungen beim Arztbesuch oder in der Apotheke abzuklären; alternativ kann man sich einen Medikationsplan erstellen lassen [1]. Auch pflanzliche Präparate gehören laut IQWiG auf die Liste [2]. Eine Vorlage bietet das Werkzeug Medikationsplan.
  4. Beobachtungen festhalten Wirkt ein Mittel schwächer als gewohnt, sollten Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sagen; die Packungsbeilagen von Salbutamol und Zolpidem nennen das ausdrücklich [17, 21]. Notieren können Sie Beobachtungen und Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch. Nebenwirkungen können Sie laut Packungsbeilage auch direkt melden [13]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
  5. Offen sprechen Ängste und Bedenken mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen und nach mehr Informationen zu fragen, ist laut IQWiG sinnvoll [2]. Fragen sammeln können Sie mit dem Werkzeug Fragen fürs Arztgespräch.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, Vergiftungen und Suizidversuche aller Art sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [5]. Wirkt ein Medikament nicht wie erwartet, nennen die Packungsbeilagen diese Warnzeichen:

  • Atemnot bei Asthma: Bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot muss laut Packungsbeilage von Salbutamol unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden [17].
  • Zu hoher Blutzucker unter Insulin: Warnzeichen sind laut Packungsbeilage von Insulin glargin Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, trockene Haut, Gesichtsrötung, Appetitlosigkeit, niedriger Blutdruck, schneller Puls sowie Zucker und Ketonkörper im Urin. Bauchschmerzen, schnelle und tiefe Atmung, Schläfrigkeit oder gar Bewusstlosigkeit können Anzeichen einer schweren Stoffwechselentgleisung mit Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) sein. Die Behandlung einer schweren Überzuckerung oder Ketoazidose muss stets durch einen Arzt erfolgen, in der Regel im Krankenhaus [14]. Mehr: Blutzucker und Medikamente.
  • Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid unter Antidepressiva: Solche Gedanken können laut Packungsbeilage bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken. Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken entwickeln [18]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [6].
  • Mehr eingenommen als vorgesehen: Wurde eine größere Menge Paracetamol eingenommen als empfohlen, rufen Sie laut Packungsbeilage den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe [16]. Haben Sie mehr Ibuprofen eingenommen, als Sie sollten, wenden Sie sich laut Packungsbeilage immer an einen Arzt oder ein Krankenhaus in Ihrer Nähe [13].

Quellen

  1. Behörde Umgang mit Arzneimitteln: Richtig lagern, einnehmen und entsorgen (Abschnitte zu Lagerung, Teilen von Tabletten, Lebensmitteln, Wechselwirkungen, Haltbarkeit und Antibiotika). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem BfArM). Stand 17.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Medikamente über lange Zeit anwenden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Medikamenten-Anwendung (Abschnitte "Auf einen Blick", "Anwendungs- und Darreichungsformen" und "Wechselwirkungen"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  4. Antibiotika richtig anwenden und Resistenzen vermeiden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  6. TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  7. Rote-Hand-Brief Informationsbrief zu Eferox (Levothyroxin-Natrium): Tabletten in neuer Zusammensetzung. Aristo Pharma GmbH in Abstimmung mit dem BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 27.07.2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Asumate 30 150/30 Mikrogramm Filmtabletten (Levonorgestrel/Ethinylestradiol; Abschnitte 2 und 3). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciprofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Citalopram-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm 100 mg / 200 mg Tabletten (Abschnitt 4.5). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  14. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Lantus (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Lantus SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen (Insulin glargin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (100 Mikrogramm, Tabletten; Levothyroxin). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 18.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  21. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolpidem-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Warum wirkt mein Medikament nicht?

Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe. Eine falsche Anwendung oder Aufbewahrung kann laut gesund.bund.de dazu führen, dass ein Medikament gar nicht oder nicht ausreichend wirkt; andere Medikamente oder bestimmte Lebensmittel können die Wirkung abschwächen, andere Medikamente sogar aufheben. Bei manchen Mitteln setzt die Wirkung laut IQWiG erst nach einigen Wochen ein, bei anderen ist sie gar nicht spürbar. Was in Ihrem Fall dahintersteckt, klären Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Darf ich die Dosis erhöhen, wenn ein Medikament nicht wirkt?

Nein, nicht auf eigene Faust. Haben Sie das Gefühl, keine ausreichende Schmerzlinderung zu spüren, sollen Sie laut Packungsbeilage von Ibuprofen nicht selbständig die Dosis erhöhen, sondern Ihren Arzt fragen. Paracetamol soll laut Packungsbeilage nicht ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat längere Zeit oder in höheren Dosen eingenommen werden. Bei einem Asthmaspray mit Salbutamol wirkt eine höhere Dosierung laut Packungsbeilage in der Regel nicht besser, kann aber schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen.

Wie lange dauert es, bis Antidepressiva wirken?

Laut den Packungsbeilagen von Citalopram und Sertralin brauchen Antidepressiva einige Zeit, bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger. Bei Citalopram dauert es laut Packungsbeilage mindestens zwei Wochen, bevor Sie irgendeine Besserung bemerken; bei Sertralin kann es mehrere Wochen dauern. Haben Sie den Eindruck, dass das Mittel nicht wirkt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wirkt die Pille noch, wenn ich mich übergeben musste?

Möglicherweise nicht vollständig. Erbrechen Sie in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme einer Tablette oder tritt schwerer Durchfall auf, sind die Wirkstoffe laut Packungsbeilage einer kombinierten Pille mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol möglicherweise noch nicht vollständig aufgenommen worden; die Situation ist ähnlich wie das Vergessen einer Tablette. Was dann zu tun ist, steht in Abschnitt 3 der Packungsbeilage Ihrer Pille. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Apotheke oder Arztpraxis.

Warum hilft ein Antibiotikum nicht bei einer Erkältung?

Antibiotika wirken laut IQWiG nur gegen Bakterien. Viele Infektionen der Atemwege wie Husten, Schnupfen, Bronchitis oder Grippe werden durch Viren ausgelöst und sind nicht durch Antibiotika behandelbar. Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Pilzinfektionen können Antibiotika trotzdem verursachen.

Können andere Medikamente die Wirkung abschwächen?

Ja. Wenn mehrere Arzneimittel gleichzeitig eingenommen werden, kann ihre Wirkung laut gesund.bund.de verstärkt, abgeschwächt oder sogar aufgehoben werden; das Risiko steigt mit der Zahl der Medikamente. Laut Packungsbeilage einer kombinierten Pille können zum Beispiel einige Mittel gegen Epilepsie und Johanniskraut die empfängnisverhütende Wirksamkeit mindern. Nehmen Sie eine Liste aller Mittel, auch frei verkäuflicher, zum Arztbesuch und in die Apotheke mit.

Wirken abgelaufene Medikamente noch?

Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums können Medikamente laut gesund.bund.de ihre Wirksamkeit verlieren, und in manchen Fällen können gesundheitsschädliche Abbauprodukte entstehen. Häufig sieht man den Medikamenten diese Veränderungen nicht an; sie sollten deshalb nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwendet werden.

Soll ich ein Medikament absetzen, wenn es nicht wirkt?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Für den Behandlungserfolg ist zum Beispiel bei Levothyroxin laut Packungsbeilage die regelmäßige Einnahme in der vom Arzt vorgeschriebenen Dosierung erforderlich. Laut IQWiG helfen Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt, wenn man den Eindruck hat, dass ein Medikament nicht wirkt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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